Beat-it-heim

21. Oktober 2016, 22:20 Uhr

Angeführt von Brett Jaeger erlegen die Löwen den Tabellenführer aus Bietigheim mit 4:1.

Wenn die Löwen als Außenseiter in eine Partie gehen, noch dazu in der heimischen Eissporthalle, muss der Gegner beinahe übermächtig sein. So wie die Bietigheim Steelers, die am heutigen Freitagabend am Ratsweg gastierten. In der regulären Spielzeit noch ungeschlagen und mit 28 Punkten aus 10 Spielen sind die Württemberger aktuell definitv das Maß der Dinge in der DEL2.

Vor allem aufgrund der angespannten Personalsituation machten sich nur die optimistischen Fans der Löwen Hoffnung auf Punkte im Spitzenspiel. Zwar verzog sich der Grippe-Virus der letzten Woche wieder aus der Kabine der Löwen, nahm aber auch noch Joel Keussen mit, der krankheitsbedingt nicht trainieren konnte und entsprechend das Lazarett verstärkte.

Somit standen Löwen-Coach Paul Gardner (erneut nur) 10 Stürmer und 5 ½ Verteidiger zur Verfügung. Der „halbe“ Verteidiger war Matt Tomassoni, dessen Schlagschuss schon wieder fit war, sein Skating sich aber verständlicherweise noch im Aufbau befindet.

Die Löwen wussten, spätestens nach dem Spiel gegen Bad Nauheim, dass sie mit ihren Kräften über die Dauer des Spiels haushalten müssen um eine Siegchance zu haben. Vor allem, da ihr Mannschaftskonstrukt und die Spielweise wesentlich weniger auf das dauerhafte Spiel mit drei Reihen ausgelegt sind als das der läuferisch starken Steelers.

Entsprechend hielten sich die Hausherren mit ihrer Anfangsoffensive zu Beginn des Spiels merklich zurück. Dass sie dennoch in Führung gingen, war der Präzision von Brett Breitkreuz zuzuschreiben, der den Puck nach Bullygewinn von Matt Pistilli mit einem ordentlichen Ping vom (Innen)Pfosten ins Tor hämmerte  (1. Min).

Konzentrierte Kontrolle
Die Löwen verfolgten anschließend strikt den von Caoch Gardner ausgegebenen Gameplan und spielten jederzeit kontrolliert und gut sortiert- auch in Unterzahl. Für die Steelers war phasenweise lediglich das Momentum, nicht aber Zählbares zu holen; so wie zu Beginn des zweiten Drittels als die Löwen kurzzeitig etwas die Kontrolle abgaben und Bietigheim bei 5 gegen 5 ein „Powerplay“ entwickeln konnte.

Ergaben sich für die Steelers Abschlussgelegenheiten, war allerdings auch noch Brett Jaeger zur Stelle, der über die letzten Spiele kontinuierlich heißer läuft. Ohnehin stark im Positionsspiel, erlaubt Jaeger zuletzt auch immer weniger Rebounds und beruhigt die Defensive der Löwen merklich. Selten war dies in der Saison so deutlich wie am heutigen Abend, als er die Stürmer der Steelers reihenweise entnervte.

Sein Gegenüber, Sinisa Martinovic lud in der 34. Minute zum offenen Tor, als er sich bei einem (absichtlich) neben das Tor gesetzten Schuss mächtig verschätze und so C.J. Stretch den von der Bande zurückspringenden Puck mühelos ins Tor schieben konnte.

Auch mit dem 2:0 im Rücken blieben die Löwen ihrer Linie treu und ließen sich auf keinerlei Laufspiel mit den Duracell-Hasen aus Bietigheim ein. Stattdessen unterbanden sie das sonst so gefährliche Flügelspiel der Steelers weiterhin effektiv, so dass Trainer Kevin Gaudet nach dem Spiel frustriert von einem „grottenschlechten Drittel“ sprach.  

"A full 60 min effort"

Und als Bietigheim im Schlussabschnitt zunehmend aufs Gas drückte, schlugen die Löwen sie mit ihren eigenen Waffen. Clarke Breitkreuz antizipierte bei einem Puckgewinn in der Defensive die potentielle Kontergelegenheit am schnellsten, erwartete den Pass von Patrick Jarrett bereits an der blauen Linie und traf dann allein vor Martinovic trocken zum 3:0 (50.).

Bietigheims Anschlusstreffer aus dem Gewühl durch Benjamin Zientek (56.) ließ allerdings nur noch kurz so etwas wie Spannung aufkommen, denn nur zwei Minuten später machte Lukas Laub nach einer Auszeit mit einem Treffer ins leere Tor den 4:1 Endstand perfekt (58.).

Ausblick: Kaufbeuren und Freiburg
Der sonntägliche Ausflug führt die Löwen diese Woche erneut nach Südbayern ins pittoreske Kaufbeuren. Spielbeginn bei den Jokern ist um 18.30 Uhr.

Beim nächsten Heimspiel am Freitag, den 28.10. gastieren die Wölfe Freiburg am Ratsweg. Zudem schauen gleich zwei Legenden der Löwen-Geschichte vorbei, für deren Kommen allein sich der Besuch in der Eissporthalle lohnen wird.

Spielbeginn ist wie üblich um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Löwen-Ticket-Shop

Löwen Frankfurt:
Torhüter:
Florian Proske, Brett Jaeger
Verteidiger:
Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Matt Tomassoni
Angreifer:
Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz,Matthew Pistili, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans,  Lukas Laub, Nils Liesegang
Trainer: Rich Chernomaz, Paul Gardner

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