Der Teufel steckt im Detail

14. Oktober 2016, 23:03 Uhr

Die Löwen unterliegen dem EC Bad Nauheim im ersten Südhessenderby nach einem packenden Spiel vor 6.342 Zuschauern knapp mit 2:3 nach Verlängerung.

Löwen gegen Rote Teufel -  in der Vergangenheit stand diese Begegnung regelmäßig für heiße Duelle zwischen dem Team aus der Mainmetropole und der Mannschaft aus dem Kurort im Frankfurter Vorland. Ob in der Oberliga oder DEL2, das „kleine“ Derby elektrisierte regelmäßig die Fans beider Lager. Im vergangenen Sommer allerdings wurde aus den diabolischen Teufeln der "familienfreundlichere" und "authentischere" EC Bad Nauheim, der seine Fans ab sofort mit „original Eishockey“ verwöhnen möchte. Ihre neue Identität präsentierten die Wetterauer am heutigen Freitag erstmals in der Eissporthalle.

Verletzungssorgen plagen Löwen
Löwen-Coach Paul Gardner war das Image des heutigen Gegners freilich relativ egal. Er sorgte sich vielmehr um die optimale Zusammenstellung seiner Reihen, vor allem da seit dem letzten Heimspiel gegen Heilbronn die Liste der Langzeitverletzten mit Nick Mazzolini und Matt Tomassoni um Dennis Reimer ergänzt werden muss. Reimer wurde am heutigen Freitag erfolgreich an der Schulter operiert, wird den Löwen aber wie befürchtet mehrere Monate fehlen. Zudem war auch Richie Mueller noch nicht wieder im Kader der Löwen. Zu allem Überfluss plagten einige Löwen unter der Woche auch noch Erkältungen.

Zu Spielbeginn war davon allerdings nicht das Geringste zu spüren. Die Löwen begannen wie vom Teufel besessen und drückten die Bad Nauheimer in die Defensive.

Begünstigt durch ein Powerplay fiel prompt auch das 1:0. Nils Liesegang bediente Matt Pistilli mit einem Traumpass quer durch das Angriffsdrittel und der lies Mikko Rämö mit seinem Direktschuss keine Chance (6. Minute).

In der Folge versäumten es die Löwen allerdings mehr Kapital aus ihrer Feldüberlegenheit zu schlagen. Entsprechend lösten sich die Gäste langsam aber sicher aus der Umklammerung und kamen selbst zu ersten Chancen.

Ebenfalls begünstigt durch ein Powerplay fiel der bis dato doch recht glückliche 1:1 Ausgleich, bei dem Harry Lange den Puck im dritten Versuch vorbei an Brett Jaeger über die Torlinie stocherte (16.). Wieder einmal war die Löwen-Defensive vor dem eigenen Tor nicht konsequent genug.

Packendes Derby
Nach dem Ausgleich entwickelte sich praktisch bis zum Spielende eine völlig offene Partie. Im zweiten Drittel war das Spiel vor allem durch zahlreiche, mitunter zweifelhafte Strafzeiten auf beiden Seiten geprägt. Viel mehr als kurze Drangphasen während der Überzahlspiele sprangen aber für beide Teams dabei nicht heraus. Mit Ablauf der Strafen neutralisierten sich beide Mannschaften wieder. 

Tore wollten erst wieder im letzten Spielabschnitt fallen. Und die Löwen wurden dabei kalt geduscht. Dank einer starken Vorarbeit von Nauheims Topscorer Juuso Rajala hatte Radek Krestan kein Problem den Puck ins offene Tor zu befördern (45.).

Doch kaum war der Jubel der Mannen mit dem "Beelze-Buben" auf dem Trikot verklungen, klingelte es auch wieder hinter Mikko Rämö. Als jeder mit einem Querpass rechnete versenkte Pavel Dronia den Konter mit einem platzierten Handgelenksschuss in den Winkel (45.).

Zwei  Unterzahlspiele brachten die Löwen anschließend noch einmal nachhaltig in die Defensive, doch dank einer kollektiv engagierten Verteidigungsleistung überstanden sie diese Phase schadlos.

Allerdings schien das Penalty-Killing die ohnehin schon personell geschwächten Löwen noch einige entscheidenden Körner gekostet zu haben. Erst kurz vor Schluss erarbeiteten sie sich in einem letzten Powerplay noch einmal mehrere gute Gelegenheiten, doch Pech im Abschluss verhinderte den finalen Treffer.

So musste am Ende die Overtime entscheiden. Hochkarätige Gelegenheiten ergaben sich dabei auf beiden Seiten. Das glücklichere Händchen hatte am Ende der EC Bad Nauheim. Nach einem vereitelten Angriff  der Löwen waren Clarke Breitkreuz und Maximilian Gläßl noch in der Angriffszone „gefangen“ währen der 2:1 Konter auf Brett Jaeger zulief. Erneut war es Juuso Rajala, der mit einem präzisen Querpass die entscheidende Vorarbeit zum Siegtreffer von Nick Dineen leistete.


Ausblick:
Am Sonntag reisen die Löwen in den Süden Bayerns nach Rosenheim. Spielbeginn bei den Starbulls ist um 17:00Uhr.

Das nächste Heimspiel steigt am Freitag, den 21.10. gegen den Tabellenführer Bietigheim. Der Spielbeginn zum Topspiel ist wie in Frankfurt gewöhnlich um 19:30 Uhr. Karten gibt es natürlich im Löwen-Ticket-Shop.

 

Löwen Frankfurt:

Tor: Florian Proske, Brett Jaeger
Verteidigung: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen
Sturm: Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Lukas Laub, Nils Liesegang
Trainer: Paul Gardner

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