Fuchs, Du hast den Punkt gestohlen

25. September 2016, 19:38 Uhr

Die Jagd nach weiteren Punkten führte die Löwen am heutigen Sonntag in den Fuchsbau von Weißwasser. Im fremden Revier besiegten die Löwen die heimischen Lausitzer nach Penaltyschießen mit 3:2.

Noch im letzten Jahr war für Paul Gardner die Eisarena Weißwasser die Heimstätte, in der er die Lausitzer Füchse vor dem Abstieg bewahrte. So gut der aktuelle Löwen-Trainer daher noch Teile des Füchse-Kaders kennt, so wenig scheint das aktuelle Lausitzer Team mit der Truppe des letzten Jahres zu tun zu haben. Denn die durch zahlreiche Ab- und Zugänge (u.a. Patrik Parkkonen und Top-Scorer Roope Ranta sowie Trainer Hannu Järvenpää) praktisch neu formierten und nun finnisch geprägten Füchse empfingen die Löwen als ungeschlagener Tabellenzweiter.

Überraschen kann allerdings auch Paul Gardner. Und damit ist nicht die Wahl einer neuen Krawatte gemeint- die wechselt der Coach nach Siegen nämlich grundsätzlich nicht. Stattdessen gönnte Gardner Goalie Brett Jaeger eine Pause und lies Florian Proske beginnen. Nicht, dass Gardner mit Jaeger unzufrieden gewesen wäre oder er die Füchse als weniger schwierigen Gegner ansah- vielmehr vertraute er auf seinen Back-Up und dessen Erfahrung, denn Proske verbrachte als gebürtiger Lausitzer seine Jugend beim ES Weißwasser.

Auch im Angriff lies Gardner eine neue Reihe das Spiel beginnen: Neben dem Matchwinner von Freitag, Lukas Laub und Richie Mueller begann Nils Liesegang. Noch im Laufe des ersten Drittels allerdings wechselte Gardner wieder zunehmend zu den Reihen vom Freitag, da der (durchschlagende) Überraschungseffekt ausblieb. Zwar hatten die Löwen bei 5-5 mehr vom Spiel, vor allem zwingende Torchancen blieben allerdings aus.

Rückstand in Unterzahl
Die Löwen drängten die Füchse mit schnellem Angriffsspiel häufig in die Defensive, viel mehr als reine Offensivzonenzeit und einige Schüsse konnten sie allerdings nicht generieren. Eine kompakte Lausitzer Verteidigung und ein sicherer Maximilian Franzreb im Tor verhinderten zwingende Torchancen der Löwen.

Zwar stand auch die Löwen-Verteidigung ihrem Gegner in nichts nach, in Rückstand gerieten die Löwen allerdings dennoch. Zwei unglückliche Strafen gegen C.J. Stretch und Patrick Jarrett (11. Minute) ermöglichte den Füchsen ein 5:3 Powerplay. Dronia, Reimer, Cespiva, Pistilli und Laub verteidigten 1:15 Minuten sehr stark, gerade aber als Stretch wieder das Eis betrat fiel das 1:0 für die Hausherren. Einen Schuss von Patrik Parkkonen fälschte Sean Fischer unhaltbar für Florian Proske ab (13.).

Unnötige Strafen blieben für die Löwen auch im restlichen Spiel ein lästiges Übel, welche den eigenen Spielfluss und Druck mehrfach unterbrachen.

Gleichzeitig versäumten es die Löwen (zumindest bis Ende des 3. Drittels) aus denen sich ihnen bietenden Überzahlgelegenheiten Kapital zu schlagen. Bis in die Powerplay-Aufstellung und entlang der Banden funktionierte das Kombinationsspiel der Löwen gut, dann allerdings hatten die Löwen entweder Pech im Abschluss (Stretch 31., Mueller 33.) oder es misslang der entscheidende Pass, so dass sich die Füchse befreien konnten.  

Entsprechend fokussierten sich die Löwen im Schlussabschnitt auf ein schnörkelloseres Spiel, das bereits nach gut zwei Minuten zum Ausgleich führte. Nils Liesegang schloss einen Gegenangriff über C.J. Stretch und Matt Pistilli mit einem für Franzreb verdeckten, trockenen Handgelenksschuss ab.

Mit dem Ausgleich entwickelte sich ein völlig neues Spiel, in dem beide Mannschaften auf den Sieg drängten und sich Chancen erarbeiteten. Hatten die Löwen zunächst noch das Momentum auf ihrer Seite, drückten die Füchse spätestens mit der Strafe gegen Clarke Breitkreuz (52.). Florian Proske brillierte in dieser Phase mit einigen kritischen Saves, die das Spiel unterbrachen und seinen Vorderleuten ungefährdete Wechsel ermöglichten.

Führung in Überzahl
Und plötzlich klappte es bei den Löwen doch auch noch im Powerplay. Wieder lief der Puck gut durch die Angriffszone, über Reimer und Pistilli hinter dem Tor kam der Puck zu Liesegang im Slot, der sich erneut nicht lange bitten lies und zur Führung traf (55.).

Leider brachten sich die Löwen mit einer weiteren Strafzeit um den möglichen Lohn ihrer Persistenz. Clarke Breitkreuz hielt seinen Gegner in der Offensivzone nach Ermessen des Schiedsrichters zu offensichtlich und musste entsprechend in die Kühlbox. Zwar hielt Florian Proske auch in diesem Powerplay den wilden Schüssen der Füchse stand, doch wie schon im ersten Drittel fiel das Tor unmittelbar nach Ablauf der Strafe: Thomas Götz glich zweieinhalb Minuten vor Ende zum 2:2 aus.   

Dass es mit diesem Ergebnis in die Verlängerung ging, war den die Löwen nach 60 Minuten allerdings nicht unrecht. Ein unsauberer Wechsel servierte Weißwasser noch weitere 50 Sekunden Überzahl, welche die Löwen aber schadlos überstanden.

Sieg im Nachschlag
Da auch in der Overtime keine weiteren Tore fielen, musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen.

Stretch und Liesegang trafen hierbei zunächst für die Löwen, Swinnen und Ranta für die Füchse, so dass auch der Shoot-Out in die Verlängerung ging. Und spätestens dann wurde es kurios: C.J. Stretch brachte sein Team dabei schon in Führung, ehe dem Schiedsrichtergespann auffiel, dass man nach den ersten drei Schützen die Reihenfolge hätte wechseln müssen. Entsprechend wurde Stretchs Treffer annulliert und Roope Ranta durfte ran. Florian Proske behielt allerdings die Oberhand und ebnete so C.J. Stretch den Weg mit seinem dritten Penalty den Sieg für die Löwen perfekt zu machen. 

Statistik

Aufstellung Löwen Frankfurt

Torhüter: Florian Proske, Brett Jaeger
Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen
Stürmer: Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Dennis Reimer, Lukas Laub, Nils Liesegang
Trainer: Paul Gardner