Keine Party im Zwinger-Club

11. November 2016, 22:44 Uhr

Hungrige Löwen unterliegen trotz couragierter Leistung in Kassel mit 1:2.

Grüßt das Murmeltier erneut? Nach Spielende muss diese Frage aus Löwen-Sicht leider bejaht werden, denn obwohl Frankfurt gegen Kassel einmal mehr nicht das schlechtere Team auf dem Eis war, verpassen die Löwen den Sprung auf Rang zwei in der Tabelle.

Im ersten Drittel spielbestimmend, im dritten Drittel mit dem Rückstand auf der Anzeigentafel dominierend und um den Ausgleich und Sieg kämpfend - am Ende aber dennoch ohne Punkte. Es war keine glückliche Rückkehr für die Löwen nach der Länderspielpause. Und in der Rückblende scheint es fast, als hätte der unglückliche Abend bereits vor dem Spiel seinen Lauf genommen.

Nach dem Warm-Up musste Löwen-Coach Paul Gardner kurzfristig den eigentlich als Starter vorgesehenen Brett Jaeger ersetzen, nachdem dieser unglücklich einen Schuss auf die Maske bekommen hatte. Somit begann Florian Proske im Tor der Löwen, wobei er an alter Wirkungsstätte einmal mehr seine Qualität unter Beweis stellte und seine Mannschaft bis zum Schluss im Spiel hielt.

Auftakt nach Maß
Gerade mal 82 Sekunden waren gespielt, als Brett Breitkreuz die Löwen in Unterzahl in Front brachte während Thomas Merl eine Strafe wegen Hakens verbüßte. Erste Schüsse von Richie Mueller und Joel Keussen parierte Markus Keller im Tor der Huskies noch relativ problemlos- allerdings parkte da auch noch nicht Brett Breitkreuz in seinem Sichtfeld. Kaum war dieser aber vor dem Tor in Position, schlug ein Schuss von Keussen im Netz ein, der eben von Breitkreuz noch abgefälscht wurde.

Nur rund 2 Minuten später bejubelte Brett Breitkreuz scheinbar schon seinen zweiten Treffer im Powerplay, doch der Schiedsrichter erkannte seinen „Homerun“ berechtigterweise nicht an, da er den Schläger bei der Abnahme aus der Luft höher als die Torlatte hatte.

Kassel schien dabei zunächst mit den neu formierten Reihen der Löwen wenig zurecht zu kommen. Coach Gardner hatte in der Länderspielpause ein wenig experimentiert und stellte Nils Liegegang in der Topreihe an die Seite von C.J. Stretch und Matt Pistilli. Brett Breitkreuz war dafür das physische Element neben Lukas Laub und Richie Mueller. Stefan Loibl komplettierte eine Reihe mit Patrick Jarrett und wahlweise Clark Breitkreuz oder Eddy Rinke-Leitans, während die Youngsters Roman Pfennings und Ricco Ratajczyk mit wechselnden Centern aufliefen.

So kam Kassel erst in einem eigenen Überzahlspiel ab der 6. Minute überhaupt einmal gefährlich vor das Tor der Löwen. Mit einer kompakten Unterzahlformation und guten Paraden von Florian Proske behaupteten die Löwen allerdings die Führung.

Vom ersten Drittel bis zum Spielende zeigten die Löwen dabei vor allem eine deutlich bessere und konsequentere Kontrolle der Rebounds, die sonst immer ein gern genutztes Mittel der Kasseler sind um den Löwen Tore einzuschenken.

Unglücklicher Rückschlag
Der Ausgleich für die Huskies resultierte daher auch nicht aus einem Nachschuss, sondern aus einem Abseitstreffer. Ein grundsätzlich traumhafter Pass aus der eigenen Zone von Mathias Müller erreichte Michi Christ im Drittel der Löwen kurz vor Nord-Holland. Entsprechend freistehend hatte dieser kaum Mühe trocken zum 1:1 zu verwandeln (24.). Paul Gardner sehnte sich in dieser Szene nach der in der NHL mittlerweile eingeführten Coaches Challenge, doch in Ermangelung dieser mussten die Löwen den Ausgleich schlucken.

Und mit dem Treffer erwitterten die Huskies nun die Fährte zu weiteren Torgelegenheiten. Im Powerplay lockte Alex Heinrich mit einen angetäuschten Schlagschuss von der blauen Linie Florian Proske aus seinem Tor, legte dann aber quer zu Jack Downing, der keine Mühe hatte den Puck im offenen Eck zu versenken.

Die Löwen waren zwar wenig beeindruckt - Brett Breitkreuz verpasste nur wenig später mit seinem Treffer ans Lattenkreuz den Ausgleich - doch fehlte ihnen im zweiten Abschnitt ein wenig die entscheidende Durchschlagskraft und Fortune. Bester Beweis war eine Situation in Unterzahl, in der Richie Mueller hinter dem Tor von Markus Keller den Puck vom Kasseler Torhüter praktisch überlassen bekam, für seinen Schuss aber erst um das Tor kurven musste und dann den Puck knapp vorbeilegte (37.).

Aber aus den zwei überstandenen Unterzahlsituationen am Übergang zum Schlussdrittel zogen die Löwen das Momentum auf ihre Seite, setzten die führenden Huskies mit enormem Forechecking unter Druck und generierten mehrfach Puckgewinne im Angriffsdrittel. Allerdings misslang (zu) oft der entscheidende Pass vor dem Torschuss, so dass die Löwen keine Beute aus ihrer Drangphase, die letztlich bis Spielende andauerte, schlagen konnten.

Die Huskies kamen im gesamten dritten Drittel praktisch nur zu zwei Gelegenheiten. Aber sowohl bei Downings Alleingang (51.) wie auch Boiarchinovs Schuss (55.) war Florian Proske mit überragenden Saves zur Stelle und hielt sein Team im Spiel.

Da die Löwen, trotz ihres immensen Drucks auch bei 6 gegen 5 Spielern auf dem Eis, selbst allerdings keinen weiteren Treffer mehr erzielen konnten, stand auch nach 60 Minuten das 2:1 für Kassel.

Ausblick
Nach zahlreichen Freitagsheimspielen folgen in den kommenden Wochen einige Sonntagsspiele. Den Auftakt macht das kommende Heimspiel am Sonntag, den 13.11. gegen die starken Lausitzer Füchse. Spielbeginn in der Eissporthalle ist, wie Sonntags üblich, um 18.30 Uhr. Tickets erhaltet ihr im Löwen-Ticket-Shop.
Und natürlich überträgt auch Sprade TV das Spiel live.


Kassel Huskies - Löwen Frankfurt 2:1 (0:1, 2:0, 0:0)

Statistik

Löwen Frankfurt:
Torhüter: Brett Jaeger, Florian Proske
Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni
Angreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Stefan Loibl, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Lukas Laub, Nils Liesegang
Trainer: Paul Gardner