Löwendämmerung

18. September 2016, 22:51 Uhr

Nach der Ouvertüre des Summer Games folgte am heutigen Sonntag der erste Aufzug der Löwen in Bayreuth. Ein furioses Schlussdrittel bescherte den Löwen dabei den ersten Saisonsieg.

Bayreuth  – Aufsteiger versus (potentielles) Top-4-Team: Auf dem Papier ein typisches Spiel von David gegen Goliath oder, um es mit Richard Wagner zu halten, Siegfried gegen den Drachen. Aber bereits bei ihrem Auftaktspiel am Freitag ließ Bayreuth aufhorchen, als sie die Falken in Heilbronn besiegten. Die Tigers waren keineswegs aufgestiegen um nun den Alberich der Liga zu geben. Dennoch waren die Löwen natürlich nicht nach Bayreuth gekommen um den netten Gast beim ersten Festspiel im Städtischen Kunsteisstadion zu geben.

Nachdem Löwen-Trainer Paul Gardner beim Summer Game noch auf Brett Breitkreuz verzichten musste, traf es heute Eric Stephan, der eine Sperre absaß. Folglich stand erneut Yannis Walch im Kader der Löwen.

Brave Premierengäste
Obwohl der Sturm also in Bestbesetzung antrat, verschliefen die Löwen die ersten beiden Akte gewissenmaßen. Zwar generierten vor allem die ersten beiden Reihen um C.J. Strech mit Matt Pistilli und Lukas Laub sowie Patrick Jarrett zwischen Nils Liesegang und Richie Mueller mehrfach gute Gelegenheiten- die Tore fielen aber auf der anderen Seite.

Unmittelbar vor Ende ihres ersten Powerplays trafen die Tigers zunächst zum 1:0. Über mehrere Stationen gelangte der Puck zu Martin Heider, der Brett Jaeger im Tor keine Chance ließ (13.). Zwar zeigten sich die Unterzahlformationen im Vergleich zum Spiel gegen Kassel vor allem in Bezug auf die Ordnung im Slot durchaus verbessert, den Gegentreffer durch einen präzisen Handgelenksschuss ins lange Eck konnten sie dennoch nicht verhindern.

Eine Unachtsamkeit in der Defensive der Löwen nutze Jan Pavlu in der 22. Minute dann gar zum 2:0. Entsprechend war die Stimmung bei den 2.164 Zuschauern im Stadion zu diesem Zeitpunkt besser als auf dem grünen Hügel nach einer gelungenen Premiere.

In zehn Minuten zu drei Punkten
Die Löwen benötigten bis zum Schlussdrittel ehe sie endlich selbst das Spiel dirigierten. Bis zur zweiten Pause gelang es den Bayreuther noch regelmäßig den Spielaufbau der Löwen zu stören; nach Widerbeginn drängten die offensichtlich noch mehr Kraftreserven besitzenden Löwen die Gastgeber zunehmen in die Defensive.

Der erste Paukenschlag folgte in der 50. Minute: Patrick Jarrett fand Lukas Laub im „High-Slot“, der nach einer kleinen Finte Tomas Vosvrda im Tigers-Tor keine Chance ließ.

Fünf Minuten später schienen die Löwen bereits den Ausgleich erzielt zu haben, doch nach Studie des seit dieser Saison auch in der DEL2 zugelassenen Videobeweises entschied Schiedsrichter Andreas Schrader, dass der Puck doch nicht vollständig die Linie überquert hatte.

Der regelkonforme Ausgleich folgte aber nur elf Sekunden später. Dennis Reimer arbeitete sich vor das Tigers-Tor, seine Ablage zum Mitspieler fälschte ein Bayreuther unglücklich ins eigene Netz ab (55.).

Die Löwen waren nun vollständig tonangebend und wollten mit einem weiteren Treffer den Overtime-Akt verhindern. Und wie von Wagner inszeniert, setzte Nils Liegegang 33 Sekunden vor Ende den Schlussakkord. Ähnlich wie zuvor bei Dennis Reimer profitierte Liesegang von einen abgefälschten Pass, der zwar nicht erneut direkt im Tor landete, aber dem Löwenstürmer so perfekt vor die Kelle fiel, dass dieser den Puck selbst unter die Latte hebeln konnte und den Löwen den Weg nach Walhall bahnte (60.).

Ausblick
Nach dem ersten „Dreier“ der Saison wollen die Löwen auch zuhause nachlegen. Weiter geht‘s am kommenden Freitag um 19:30 Uhr mit dem Heimspiel gegen die Ravensburg Towerstars.
Karten gibt es wie immer im Löwen Ticket-Shop

 

Kader Löwen Frankfurt 
Tor: Brett Jaeger, Florian Proske, Daniel Filimonow
Verteidigung: Mike Card, Maximilian Gläßl, Yannis Walch, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, 
Sturm: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Dennis Reimer, Lukas Laub, Nils Liesegang 
Trainer: Paul Gardner

 

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