Nächster Halt Bayreuth

18. Dezember 2016, 18:30 Uhr

Über treue 800 Löwen-Fans machen die Partie in Bayreuth fast zu einem Heimspiel. Dennoch unterliegen die Löwen den Tigers mit 1:7

„Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug nach Bayreuth? Ich muss da eben mal hin, die Löwen brauchen mich dringend!“

Wochenenden wie diese treten im Laufe einer langen Saison fast immer irgendwann auf. Im idealen Fall wächst eine Mannschaft an der Verarbeitung solcher Niederlagen und tritt gestärkt aus dem Rückschlag hervor. Aber nicht immer gelingt die gewünschte Reaktion nach Spielen wie am Freitag gleich in der nächsten Partie - wie heute.

Kopfsache
Nach der Niederlage gegen Kassel musste Löwen-Coach Paul Gardner so gut es ging versuchen, seine Jungs zügig wieder aufzurichten. Vor allem, da den Spielern trotz des unbefriedigenden Ergebnisses wenig vorzuwerfen war, galt es das Vertrauen in die eigenen Stärken und das System zu bewahren, mit dem die Löwen in den letzten Wochen, trotz etlicher Verletzter, Tabellenplatz zwei eroberten. 

Doch trotz der Unterstützung von über 800 ihrer treuesten Fans die per Sonderzug, in Fanbussen oder als Privatfahrer nach Bayreuth reisten und das Spiel in Oberfranken zu einer großen Party machten, gelang es den Löwen bei den Tigers (noch) nicht, wieder zurück in die Siegerspur zu finden.

Wie schon beim ersten Gastspiel im Tigerkäfig ging der EHC Bayreuth zunächst mit 2:0 in Führung. Die erste Überraschung gab es dabei noch vor Spielbeginn. Justin Schrörs, die Nummer 3 der Löwen, begann das Spiel für Florian Proske, der am Freitag in einen Autounfall verwickelt war. Obwohl er diesen unverletzt überstand, bekam Schrörs heute den Vorzug, auch um ihm einen ersten Teil der 300 zur Teilnahme an den Play-Offs benötigten Spielminuten zu geben.  

Den Start in seinen insgesamt dritten DEL2 Einsatz (Schrörs bestritt 2013/14 zwei Spiele für Dresden) hätte sich der Goalie aus Duisburg dennoch sicherlich anders vorgestellt, denn schon beim ersten Bayreuther Angriff traf Michal Bartosch nach 58 Sekunden zum 1:0. Schrörs war dabei allerdings machtlos, denn nach der Ablage von Kolozvary hatte Bartosch in der Mitte zu viel Platz um genau Maß zu nehmen.

Bis zur zehnten Minute nahmen seine Vorderleute ihm dann praktisch sämtliche Arbeit ab, denn es spielten nur die Löwen. Gegen den Ausgleich der Löwen durch Matt Tomassoni (8.) oder Richie Mueller (9.) hatten nur Tomas Vosvrdas Fanghand und die Latte etwas einzuwenden. Aber just als die Löwen dem Ausgleich immer näher kamen, erhöhte Bayreuth per Penalty auf 2:0. Fyodor Kolupaylo konnte bei seinem Konter nur durch Haken gestoppt werden, den fälligen Penalty versenkte er eiskalt (10.).

Aufsteiger furios

Bayreuth unterstrich damit einmal mehr, dass sie als Aufsteiger keinesfalls als Kanonenfutter taugen. Schon gar nicht im zugigen, heimischen Käfig, in dem die Tigers schon Kassel und letzten Sonntag auch den Tabellenführer aus Bietigheim besiegten.

Zwar hatten die Löwen in dieser Saison durch starke Moral schon mehrfach Zwei-Tore-Rückstände gedreht, doch am heutigen Abend fehlte ein wenig die nötige Verve um die Partie noch zu biegen.

Auch im zweiten Drittel agierten zunächst vor allem die Löwen, aber Bayreuth schoss die Tore. Wobei zumindest der Treffer von Segej Stats (27.) eigentlich nicht hätte fallen dürfen, denn der Rebound, den er versenkte kam von der Maske Justin Schrörs‘. Da der Schiedsrichter dies aber nicht registrierte und folglich auch nicht abpfiff, war das Spiel mit diesem Treffer faktisch bereits entschieden. 

Spätestens als Ivan Kolozvary in der 33. Minute auf 4:0 erhöhte, fokussierten sich die Löwen-Fans auf die Vorbereitungen der Rückfahrt im Sonderzug. Die weiteren Tore durch David Wohlberg (43.), erneut Ivan Kolozvary (45.) und Sebastian Busch (52.) gingen dank der sehr netten Gastgeber und dem süffigen Bayreuther Bier bei vielen Fans schon in einer wohligen Bierlaune unter.

Und vor Spielende konnten sie dann zumindest noch den Ehrentreffer der Löwen durch Eric Stephan (55.) bejubeln.

Ausblick
Unter der Woche werden die Löwen sich neu fokussieren, denn auch am Weihnachtswochenende herrscht in der DEL2 volles Programm. Zur Feiertags-Ouvertüre gastieren am Freitag, den 23.12., zunächst die Ravensburg TowerStars in der Eissporthalle. Eröffnungsbully ist wie gewohnt um 19.30 Uhr. Karten für das Spiel erhaltet Ihr natürlich im Löwen-Ticket-Shop.
Am zweiten Weihnachtsfeiertag (26.12.) reisen die Löwen nach Weißwasser zum Spiel gegen die Lausitzer Füchse (Spielbeginn 17.00 Uhr). Beide Spiele überträgt SpradeTV live.

EHC Bayreuth - Löwen Frankfurt 7:1 (2:0, 2:0, 3:1)

Statistik

 

wen Frankfurt:
Torhüter: Justin Schrörs, Florian Proske
Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni
Angreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils Liesegang
Trainer: Paul Gardner