Vier Gewinnt

3. Januar 2017, 22:26 Uhr

Zwei Unterzahltore drehen die Partie beim EHC Freiburg und legen den Grundstein zum 5:4-Erfolg, durch den die Löwen ihren vierten Sieg in Serie feiern.

Bis zur 30. Minute des Spiels in Freiburg schien es, als würde die Geschichte des Löwen-Spieltages einmal nicht die Partie selbst liefern, sondern die am Vormittag verkündete Personalie zum Comeback von Christoph Gawlik.

Doch wenn Eric Stephan und Richie Mueller binnen 33 Sekunden zwei Tore erzielen, sollte das mehr als eine Randnotiz im Spielbericht sein. Zumal die Treffer die Partie ausglichen. In Unterzahl.

Freiburg führte vor dem Powerplay Mitte des zweiten Drittels schon mit 3:1 durch Treffer von Marton Vas (22. Minute), Nico Linsenmaier (24.) sowie Tobias Kurz (26.) und hatte, nachdem sie damit selbst einen 0:1 Rückstand nach dem ersten Drittel gedreht hatten, das Momentum vollkommen auf seiner Seite.

Die Löwen waren in diesen Minuten etwas von der Rolle und sahen sich in der 30. Minute einem weiteren Überzahlspiel der Wölfe gegenüber. Doch dann kamen Eric Stephan und Richie Mueller und egalisierten die Partie durch zwei Alleingänge (30. u. 31.) innerhalb ein und desselben Penalty-Killings. Prompt war Freiburg so demoralisiert, dass „ausgerechnet“ Rückkehrer Christoph Gawlik in der 34. Minute seinen Einstand mit einem präzisen Handgelenkschuss krönen konnte. Märchenhafter wäre die Geschichte höchstens noch geworden, wenn das Tor den Siegtreffer bedeutet hätte.

Einstand nach Maß
Christoph Gawlik fuhr heute, nach seiner Verpflichtung und nur zwei Einheiten mit dem Team, in denen er verdeutlichte, dass er trotz den seit 2015 erlittenen Verletzungen praktisch nichts von seiner bekannten Schnelligkeit eingebüßt hat, mit dem Team zum Spiel nach Freiburg.

Auch wenn die Genesung von Dennis Reimer und Lukas Laub planmäßig verlaufen und in ihrer Abwesenheit die Youngsters Ricco Ratajczyk und Roman Pfennings einen großen Sprung machten und beide exzellent vertreten- die Gefahr durch noch eine Verletzung eine möglicherweise entscheidende Schwächung des Kaders zu erleiden, war den Löwen-Verantwortlichen stets bewusst.

Als zuletzt einige Verpflichtungen diverser Konkurrenten Bewegung in den DEL2 Transfermarkt brachten, blieb Manager Rich Chernomaz dennoch völlig ruhig. Nicht ohne Grund, denn trotz der dünnen Personaldecke stehen die Löwen nachwievor auf Rang 2 und sind vor dem heutigen Spiel in Schlagdistanz zu Spitzenreiter Bietigheim.

Doch bei allem Teamgeist, Charakter und Fitness - die Spiele gehen, grade bei dem momentanen engen Programm, auch an den Löwen nicht spurlos vorbei. Entsprechend fackelte Chernomaz nicht lange als sich kurzfristig die Gelegenheit bot, Christoph Gawlik von der DEG zu verpflichten.

Von Coach Paul Gardner wurde Gawlik direkt voll eingebunden. Neben den regulären Wechseln seiner dritten Reihe mit Eddy Rinke-Leitans und Roman Pfennings fuhr Gawlik mehrfach Doppelshifts in der vierten Reihe mit Ricco Ratajczyk und Lars Grötzinger, der heute aus Duisburg kommend die Löwen verstärkte.

Für die erste Führung der Löwen sorgten (zunächst) aber wieder die üblichen Verdächtigen: Matt Pistilli traf in der 16. Minute per Rebound nach einem Schuss von Mike Card, den Lukas Mensator im Tor der Wölfe nur nach vorne prallen lassen konnte, zum 1:0.

Obwohl Freiburg versuchte das Spiel zu machen, waren die Löwen im ersten Spielabschnitt das gefährlichere Team, wie auch die Torschussbilanz von 13 zu 5 nach 20 Minuten unterstrich. Wie schon in Riessersee wurden die Angriffe des Gegners meist rasch gebremst und neutralisiert. Die schnellen Gegenangriffe schlossen die Löwen oft zügig ab, wobei sie besonders bei zweiten Schüssen und im Powerplay zu gefährlichen Gelegenheiten kamen.

Brett Jaeger indes musste eigentlich nur zweimal wirklich eingreifen- in der 5. und 13. Minute war er aber trotz Gewühl vor dem Tor mit dem Schoner zur Stelle.

Kurzer Silvester-Kater
Selbiger Schoner war in der 22. Minute allerdings drei Zentimeter zu kurz, so dass der für Jaeger verdeckte Flachschuss von Ex-Löwe Marton Vas über den rechten und linken Innenpfosten ins Tor ging.

Mit dem durchaus überraschenden Tor kippte allerdings die Partie zu Gunsten der Hausherren. Nur zwei Minuten später gingen die Wölfe nach einem starken 3-gegen-2-Angriff in Führung, als Kunz und Billich die Löwen-Verteidiger auseinanderzogen und der zentral durchgeschnittene Linsenmaier den Puck aus der Kurzdistanz versenkte (24.). Weitere zwei Minuten später war erneut die Top-Reihe der Wölfe, diesmal in Person von Tobias Kunz, im Powerplay für das 3:1 im Nachschuss zur Stelle (26.).

Dann allerdings drehten die Löwen mit „märchenhaften“ fünf Minuten die Partie zu ihren Gunsten.

Im Schlussabschnitt verpasste Eddy Rinke-Leitans per Penalty die Führung der Löwen auszubauen (44.), was bei den Freiburgern wiederum die Kampfgeister zu wecken schien. Dabei entwickelte sich ein kleines Privatduell von Nico Linsenmaier gegen Brett Jaeger. Mehrfach rettete der Löwen-Goalie gegen den Freiburger Top-Scorer und seine erste Reihe, wie bei einem 2-gegen-1-Konter (48.) oder im Powerplay (52. u. 53.) und bewahrte seinen Löwen damit die Chance auf den Sieg.

Diesen schenkte Freiburg den Löwen dann praktisch mit einem Wechselfehler und dem daraus resultierenden Powerplay rund vier Minuten vor dem Ende. Auch wenn Weihnachten schon eine gute Woche vorbei ist- dieses Geschenk nahmen die Löwen gerne an. Matt Tomassonis Rakete von der blauen Linie fälschte Eddy Rinke-Leitans vor dem Tor zum 5:3 ab (56.).

Mit sechs Feldspielern drückten die Wölfe noch einmal mächtig und kamen 45 Sekunden vor Ende auch noch zum 4:5 durch Christian Billich. Mehr als dass der Treffer Christoph Gawlik den Game-Winner verwehrte, war das Tor aber nicht wert.

So siegten die Löwen wie schon beim SC Riessersee vor allem auf Basis ihrer Effektivität, durch die sie auch eine Schwächephase im zweiten Drittel ausgleichen konnten.

Ausblick
Zum nächsten Heimspiel empfangen die Löwen am Freitag, den 06.01.2017, die Heilbronner Falken. Spielbeginn in der Eissporthalle ist wie immer um 19.30 Uhr. Am Sonntag geht es dann nach Crimmitschau, wo mittlerweile John Tripp das Regiment hinter der Bande übernommen hat. Das Spiel beginnt um 17.00 Uhr.

Tickets erhaltet Ihr im Löwen-Ticket-Shop. Außerdem überträgt SpradeTV live.

 

EHC Freiburg - Löwen Frankfurt 4:5 (0:1, 3:3, 1:1)

Statistik

 

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Brett Jaeger, Justin Schrörs

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Max Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni

Angreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Lars Grözinger, Matthew Pistilli, Christoph Gawlik, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner