Ausgebrüllt

18. März 2016, 22:15 Uhr

Kassel komplettiert mit einem 8:1 gegen die Löwen den Sweep im Play-Off Viertelfinale. Für Frankfurt beginnt damit die Vorbereitung auf das Summer-Game.

Frankfurt (DJ) - Derby-Niederlangen sind bitter. Umso mehr, wenn sie in den Play-Offs geschehen. Leidenschaftslose Niederlagen bringen in diesen Fällen nicht nur die Fanseele in Rage. Auch Löwen-Trainer Rich Chernomaz war ob der Leistung seiner Mannschaft in Spiel drei in Kassel bedient. Die von ihm ausgerufene Wahl für sein Team, je nach Leistung das eigene Schicksal bestimmen zu können, wurde am Freitagabend eindeutig beantwortet.

Vor Spiel vier überraschte „Cherno“ zunächst mit der Maßnahme Kapitän Patrik Vogl aus dem Kader zu streichen. Unbeachtet der Hintergründe dieser Entscheidung - bereits nach 10 Spielminuten und einem Spielstand von 0:4 war klar, dass das Spiel der Löwen davon nicht profitierte.

Von Beginn an in Rückstand
Gerade einmal 37 Sekunden waren gespielt ehe Alexander Heinrich den Torreigen der Gäste eröffnete. Jamie MacQueen hatte den Puck im Mitteldrittel erobert, konnte zu leicht in die Zone der Löwen eindringen und bediente Heinrich mustergültig.Noch ehe sich die Löwen neu orientiert hatten überlief Adriano Carciola die Löwen-Defense ein zweites Mal und verwertete, nachdem Tyler Plante den ersten Schuss parierte, seinen eigenen Rebound zum 2:0 (4.).

Als die Löwen innerhalb einer Sequenz gleich zwei Strafzeiten kassierten ahnten die Fans schon weiteres Unheil. Bei 5:3 dauerte es dann ganze 14 Sekunden ehe Jamie MacQueen ebenfalls im Nachsetzen das 3:0 markierte (7.). Nach seinem zweiten Treffer zum 4:0 (9.) waren die Löwen wieder komplett.

Eigene Offensivbemühungen konnten die Löwen erst generieren, als sie selbst in Überzahl spielten. Das Tor von Nils Liesegang (12.) blieb in dieser Hinsicht aber der einzige Lichtblick im ersten Drittel.

Als erster Löwe verabschiedete sich Clarke Breitkreuz in die Sommerpause, nachdem sein Check gegen Sören Sturm deutlich zu spät am Knie traf und vom Schiedsrichtergespann eine 5min + Spieldauerstrafe kassierte. Zwar fiel im daraus resultierenden Überzahlspiel kein Tor, mit der ersten Drittelpause war das Spiel praktisch entschieden.

Kein Comeback
Zwar versuchten die Löwen sich in den ersten Minuten des zweiten Drittels nicht kampflos geschlagen zu geben, doch die Tore fielen weiterhin nur hinter Tyler Plante. Henry Martens fälschte einen Schuss von Jamie MacQueen ins eigene Tor ab (25.), wobei die Huskies abermals viel zu sorglos im Drittel der Löwen spielen konnten.

Die Probleme in der Hintermannschaft der Löwen machten sich beim 1:6 (28.) deutlich, als niemand vor dem Tor für Ordnung sorgte und Jean-Michel Daoust den freien Puck problemlos über die Linie stochern konnte.

Auch der siebte Treffer der Huskies fiel nach einem Rebound, der diesmal Lennart Palausch gestattet wurde (34.). Den Schlusspunkt setzte dann Manuel Klinge kurz vor Schluss (58.).

Auf der Pressekonferenz zeigte sich Rich Chernomaz entsprechend enttäuscht:"Um überhaupt eine Chance gegen Kassel zu haben, hätten wir mit Biss spielen müssen, aber wir hatten gar nichts entgegenzusetzen."

Auch sein Saisonfazit fällt sehr entäuschend aus: "Egal wie viel Geld und welche Spieler man hat- man muss auf die richtige Art und Weise spielen. Ich habe an die Spieler die wir von der letzten Saison gehalten haben geglaubt, genauso wie an die neuen Spieler. Aber wir konnten unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllen. Wir hatten nicht genug Liebe und nicht genug Respekt in der Kabine und deshalb verlief die Saison so, wie sie das tat."

 

Löwen Frankfurt - Kassel Huskies 1:8 (1:4, 0:3, 0:1)

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