Tim Schüle: „Bissig in die Zweikämpfe gehen“

14. Juli 2017, 10:37 Uhr

Neuzugang Tim Schüle bereit sich auf seinen Umzug nach Frankfurt vor und freut sich auf die Derbys gegen Bad Nauheim und Kassel. Und er weiß, was auf das Löwen-Rudel als Titelträger zukommt.

Hallo Tim! Wie bereitest Du Dich aktuell auf die Saison vor?

Noch befinde ich mich in Düsseldorf und arbeite an meiner Fitness. Ich habe hier eine kleine Trainingsgruppe mit Daniel Fischbuch (Eisbären Berlin), Alexander Preibisch (Bietigheim Steelers) und einigen anderen Spielern gebildet. Wir trainieren regelmäßig gemeinsam. Zusätzlich war ich die vergangenen Wochen in Köln auf dem Eis. Ansonsten heißt es aktuell „Kofferpacken“ und sich für den Umzug nach Frankfurt bereitmachen.

Apropos Frankfurt: Kannst Du eigentlich mit den Begriffen „Äppler“ und „Handkäs‘“ schon was anfangen?

Noch nicht! Aber ein sehr guter Kumpel hat mir bereits den Äppler ans Herz gelegt. Und dass die „Grie Soß“ sehr lecker sein soll, ist mir zu Ohren gekommen. Ich werde das zeitnah überprüfen.

Wir haben gehört, dass Du im Urlaub auf Ibiza mit Freunden unterwegs warst. Habt ihr es ordentlich krachen lassen?

Tatsächlich war es eher ruhig. Wir waren drei Pärchen und haben uns eine gemütliche Finca mit Pool gemietet. Wir wollten einfach mal dem Alltag entkommen und die Akkus wieder aufladen. Den ganzen Tag Party machen wäre da kontraproduktiv gewesen.

Ziehst Du alleine nach Frankfurt oder wird dich jemand begleiten?

Geplant war, dass meine Freundin mich begleitet, doch ihre Arbeitssituation erlaubt das aktuell noch nicht, deshalb werde ich vorerst alleine nach Frankfurt ziehen. Sie kann mir in ein paar Monaten allerdings hoffe ich folgen.

Es sind noch wenige Wochen bis zum Trainingsauftakt. Worauf freust Du Dich am meisten?

Der Spielplan ist frisch rausgekommen, so langsam steigt die Vorfreude. Ich freue mich auf die ganzen Jungs, bislang kenne ich noch keinen von Ihnen persönlich. Ich bin gespannt auf die neuen Eindrücke, die Stadt Frankfurt und die Menschen dort. Es wird auch ein persönlicher Neustart für mich. 

Zum Auftakt der Saison kommt es zur Neuauflage der Finals 2016/17. Wie ist es für Dich, als gebürtiger Bietigheimer, der noch dazu die Jugendmannschaften der Steelers durchlaufen hat, gleich am ersten Spieltag auf seinen Ex-Klub zu treffen?

Ich habe vor einigen Wochen noch mit meinem Vater darüber gescherzt, nun kommt es tatsächlich zu diesem Duell am ersten Spieltag. Es wird voraussichtlich mein erstes offizielles Spiel für die Löwen vor heimischer Kulisse. Das allein ist schon spannend. Dann noch gegen seinen Heimatverein zu spielen … Das ist etwas ganz Besonderes für mich. Jeder, der aus seiner Heimatstadt weggezogen ist, kennt das Gefühl.

Wem drückt dein Vater die Daumen? Muss die Münze entscheiden?

Ganz klar mir und den Löwen! Da hat er gar keine Wahl. Natürlich verfolgt er die Steelers, besitzt aber keine Dauerkarte. In erster Linie unterstützt er immer mich und damit auch den Klub, für den ich spiele.

Du bist einer von mehreren Neuzugängen in unserer Defensive. Aus deiner Erfahrung heraus, wie lange dauert es ungefährt, bis die Abstimmung untereinander gut funktioniert?

Ich glaube, es wird nur eine kurze Eingewöhnungszeit. Jeder hier spielt bereits jahrelang Eishockey und weiß letztlich was er tut. Es ist wichtig die Strukturen am Anfang simpel zu halten. Sobald diese Basis gelegt ist, kann man an den taktischen Feinheiten arbeiten und es fügt sich von selbst. 

Diese Saison erwarten uns außerdem gleich vier Wochenenden vollgepackt mit Derbys gegen Kassel und Bad Nauheim. Als ehemaliger Spieler der Düsseldorfer EG solltest Du mit Derbys bestens vertraut sein. Was ist für Dich der besondere Reiz an diesen Duellen, woher kommt die extra Motivation?

Derbys sind immer ein Highlight in der Saison. Die Besonderheit liegt in der regionalen Nähe, die Fans haben nur eine kurze Anreise, entsprechend sind die Spiele vollgepackt mit Fans beider Mannschaften. Da entsteht eine ganz andere Atmosphäre als in Spielen,bei denen es weniger Auswärtsfans gibt. Klar kann man behaupten das ist ein Spiel wie jedes andere, aber das ist es eben doch nicht, man lebt diese emotionsgeladenen Derbys einfach. 

Als Titelverteidiger geht man ja bekanntermaßen als der „Gejagte“ in die neue Saison. Spornt einen diese Ausgangslage noch mehr an?

Absolut. Jeder Gegner wird noch mehr Gas geben und den berühmten Schritt mehr gehen um den amtierenden Meister zu schlagen. Unsere Aufgabe ist es diese Mentalität zu erwidern und genauso bissig in die Zweikämpfe zu gehen. Auch für uns neue Spieler, die nicht direkt an der Meisterschaft beteiligt waren, gilt es sich den Respekt der Fans zu erarbeiten und zu zeigen, dass wir genug Qualität mitbringen um die Abgänge zu kompensieren.