Der Goalie vajs die Antwort

11. Dezember 2016, 20:21 Uhr

Trotz 44 Schüssen und spielerischem Übergewicht müssen sich die Löwen beim 2:3 nach Verlängerung mit einem Punkt gegen Stefan Vajs und den ESV Kaufbeuren zufrieden geben.

Zweitbester Sturm der Liga trifft auf zweitbeste Defensive. Dass dies die Vorzeichen des Spiel Frankfurt gegen Kaufbeuren sind, hätte man so auch nicht direkt erwartet. Aber der ESVK stellt aktuell die Überraschungsmannschaft der Saison- und der Erfolg beruht vor allem auf der starken Defensive und dem Goalie Stefan Vajs. Schon fünfmal bliebt Vajs ohne Gegentor und ist somit Shut-Out König der Liga. 

Den zweiten Tabellenplatz verdanken die Löwen wiederum ihrem kaum zu bändigenden Sturm, durch den der ESC schon etliche Rückstände drehen und in Punktgewinnen umwandeln konnte. Leider wurde die Energieleistung am heutigen Abend - im Gegensatz zum Spiel in Bietigheim am Freitag - nur mit einem einfachen Punktgewinn belohnt. Vor allem war dies auf stets aufmerksame Kaufbeurer zurückzuführen, die sich weder durch Druckphasen der Löwen, noch durch Rückstände nachhaltig aus dem Konzept bringen ließen.

In Sachen Entertainment kam dies den 4.300 Zuschauern in der Eissporthalle durchaus entgegen, denn wer erwartet hatte, dass sich die Allgäuer rein auf ihre Abwehr verlassen und das eigene Tor mit Mann und Maus verteidigen würden, sah sich getäuscht. Mit schnellen Gegenstößen setzten die Gäste immer wieder Nadelstiche, so dass sich ein überaus ansehnliches und flottes Spiel entwickelte.

Gracel kontert Breitkreuz

Dies kam zunächst auch dem Löwen-Rudel durchaus entgegen, konnte es so, begünstigt durch die ein oder andere Lücke in Kaufbeures sonst sehr enger Verteidigung, die eigenen Offensivqualitäten gut zur Geltung bringen. Nils Liesegang (2. Spielminute) und CJ Stretch (8.) nutzten die Freiräume, um erste gut Torchancen heraus zu spielen.

Der Führungstreffer durch Brett Breitkreuz (9.) war die logische Konsequenz: wunderbar freigespielt von seinem Bruder Clarke vollendete der ältere der beiden Gebrüder Fürchterlich aus dem Slot.

Aber die Joker ließen sich eben weder von diesem Rückschlag, noch von einer wenige Sekunden später folgenden Unterzahlsituation aus dem Konzept bringen. Insbesondere die dritte Sturmformation um die nur 1,70 m bzw. 1,75 m "langen" Simon Olsson und Branden Gracel sorgten immer wieder für Unruhe vor dem Löwentor.

Auch der Ausgleich durch den 26-jährigen Kanadier kam daher nicht überraschend. Nach einer Unachtsamkeit von Pawel Dronia, schalteten die beiden wieselflinken Stürmer am Schnellsten. Einen von der Bande zurückgeprallten Puck netzte Gracel bei angezeigter Strafe freistehend am rechten Pfosten ein (14.).

Unterzahl markiert Wendepunkt

Das quirlige Duo bereitete den Südhessen auch nach dem ersten Pausentee weiterhin Kopfzerbrechen: Florian Proske parierte gegen den einschussbereiten Gracel mit der Stockhand (22.). Als Jeffrey Szwesz zwei Minuten später aber aus dem rechten Bullykreis Maß nahm, bekam der junge Löwen-Keeper seinen Blocker nicht rechtzeitig dazwischen (24.).

Ausgerechnet ein Powerplay der Kaufbeurer läutete das Ende der Drangperiode der Gäste ein: Brett Breitkreuz (29.) und Richard Mueller (31.) fuhren aussichtsreiche Konter, brachten die Scheibe jedoch nicht im Gehäuse unter.

Die Löwen waren nun am Drücker. CJ Stretch hatte bereits das leere Tor vor sich, doch Stefan Vajs vereitelte den sicher geglaubten Ausgleich mit einem Monstersave (32.). Auf der Gegenseite stand ihm Florian Proske in nichts nach, als er die einzige Torchance der Joker in dieser Spielphase mit dem Schoner parierte (35.).

Stretch rettet einen Punkt

Die nun drückende Überlegenheit konnten die Frankfurter leider jedoch nicht in den Schlussabschnitt herüber retten. Stattdessen sahen die knapp 4.300 Zuschauer nun wieder einen offenen Schlagabtausch, mit den besseren Chancen für die Gäste. Jere Laaksonen war in Unterzahl auf und davon, setzte den Puck jedoch neben das Tor (47.), Florian Proske bügelte einen Schnitzer seiner Vorderleute im Spagat aus (48.).

Den Löwen lief so langsam die Zeit davon, auch weil das eigene Überzahlspiel wie schon am Freitag die letzte Konsequenz vermissen ließ. So rannten die Mannen um Kapitän Patrick Jarrett zwar unermüdlich an, doch es dauerte bis zur 57. Minute, ehe sie das Bollwerk vor Stefan Vajs knacken konnten.

Ein Schlagschuss von Eric Stephan wurde von einem Joker-Verteidiger geblockt und CJ Stretch auf die Kelle gelegt. Der US-Boy fackelte nicht lange und rettete den Löwen immerhin einen Punkt.

Denn in der Verlängerung hatte diesmal der Tabellenzweite das Nachsehen. Begünstigt durch eine Überzahlsituation aus der regulären Spielzeit schnürten die Joker die Löwen im eigenen Drittel ein. Zwar überstanden die Südhessen diese Situation noch, doch kurz nach Ablauf der Strafe sorgte Florin Ketterer für den 'plötzlichen Tod' (62.).

Hessenderby am Freitag

Weiter geht es für die Löwen am Freitag mit dem großen Hessenderby. Erstmals seit der letztjährigen Playoff-Serie gastieren dann wieder die Kassel Huskies in der Eissporthalle. Spielbeginn gegen den nordhessischen Rivalen und direkten Tabellennachbarn ist um 19:30 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Partien der Hauptrunde können im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt - ESV Kaufbeuren 2:3 n.V. (1:1, 0:1, 1:0)

Statistik

Löwen Frankfurt:Torhüter: Florian Proske, Fabian HeydeVerteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt TomassoniAngreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils LiesegangTrainer: Paul Gardner