Hier kommt der ESC!

14. März 2017, 22:49 Uhr

Dank eines Doppelschlags von Patrick Jarrett und Matt Pistilli zu Beginn des 3. Drittels entscheiden die Löwen das erste Spiel der Playoff-Serie gegen die Wölfe Freiburg mit 6:2 für sich.

28 Spielminuten mussten die rund 3.500 Frankfurter Zuschauer in der Eissporthalle gedulden, ehe die Löwen Frankfurt so richtig in den Playoffs ankamen. Aber bereits nach 42 Minuten war die erste Partie in der Best-of-7-Serie gegen die Wölfe Freiburg entschieden.

Bis dahin wehrten sich die Wölfe und machten den Löwen das Leben so schwer sie konnten. Dann allerdings erhöhten Patrick Jarrett im Powerplay (41.) und 51 Sekunden später Matt Pistilli (42.) den Spielstand auf 3:1 respektive 4:1. Jarrett versenkte den Game-Winner nach einem Schlagschuss von Matt Tomassoni, den Wölfe-Goalie Lukas Mensator nicht festhalten konnte; Matt Pistilli vollendete eine starke Vorarbeit von Brett Breitkreuz, der die Scheibe mit der Rückhand vor das Tor arbeitete, ebenfalls aus kurzer Distanz. 

Taktik-Clash
Bis zur Entscheidung im Schlussabschnitt war die Auftaktpartie der Serie der erwartete Kampf zweier grundverschiedener Systeme. Die Löwen, die mit schnellem, körperbetontem und offensiv ausgelegtem Power-Hockey ihre Gegner in dessen Zone einschnüren und mit dem besten Angriff der Hauptrunde das Spiel dominieren wollen gegen die Wölfe Freiburg, die genau auf solche Gegner warten, welche sie mit einer dicht gestaffelten aber jederzeit dynamischen Aufstellung in der eigenen Zone empfangen und dann mit Konterangriffen ärgern können.

Wer aber die Partie oder gar die ganze Serie rein auf das Talent der Löwen (hervorgerufen, bzw. „erkauft“ von den vom der Gegner immer wieder beschworen und mitunter nahezu endlos erscheinenden finanziellen Mitteln der Löwen) versus die Freiburger Leidenschaft reduziert, macht es sich zu einfach. Denn nicht nur in Spielen gegen die Löwen unterstrichen die Freiburger von Coach Leos Sulak, dass sie nicht umsonst den Beinamen „Wölfe“ und nicht etwa „Underdogs“ tragen.

So begannen die Gäste die Partie praktisch wie erwartet mit ihrer bekannten, kompakten Defensive und einer Mischung aus taktischer Ruhe und spielerischer Agilität, mit der sie schon so manchen „größeren“ Gegner in dieser Saison niederrangen.

Vor allem in den ersten rund zehn Minuten machten sie es den Löwen damit nicht leicht ihr Offensivspiel zur Entfaltung kommen zu lassen. Wobei auch die Löwen von den Qualitäten der Wölfe um Niko Linsenmaier, Christian Billich und Petr Haluza besonders bei Kontern wussten und entsprechend stets ebenfalls mit einem Auge auf die eigene Defensivordnung agierten. Erst mit zunehmender Spieldauer erhöhten die Löwen den Offensivdruck so, dass Freiburg in der eigenen Zone eingeschnürt wurde und Tore quasi als „logische Konsequenz“ folgten.

Durchbruch
Bis zum ersten Treffer der Löwen durch Joel Keussen in der 29. Minute bot sich allerdings auch den Wölfen durchaus die Gelegenheit einmal in Führung zu gehen, u.a. durch Ex-Löwe Marc Wittfoth der beinahe aus einem Puckverlust von Matt Pistilli im eigenen Powerplay profitieren konnte, mit seinem Alleingang allerdings an Brett Jaeger scheiterte (28.).

Im Gegenzug brach eine Energieleistung von Joel Keussen dann den Bann für sein Team. Nach einem abgewehrten Schuss der Löwen verhinderte Keussen zunächst mit einem Hechtsprung, dass sich die Wölfe in Unterzahl kontrolliert befreien konnten. Nils Liesegang kam an den Puck, entschied sich gegen die offensichtliche und von allen auf dem Eis erwartete Ablage auf den mitgelaufenen Brett Breitkreuz, legte den Puck stattdessen nach hinten ab auf den nachrückenden Keussen, der die Scheibe kompromisslos zur verdienten Führung ins Netz drosch (29.).

Der Treffer wirkte sichtlich befreiend auf die Löwen, die in den folgenden Minuten vor allem aus schnörkellosen Spielzügen gefährliche Chancen generierten und nur drei Minuten nach der Führung durch Matt Tomassoni auf 2:0 erhöhten. In altbekannter Manier lud Tomassoni nach Ablage von Pawel Dronia die Haubitze und sein Geschoss aus halbrechter Position schlug unhaltbar für Goalie Lukas Mensator im Tor der Wölfe ein (32.).

Zum Zuschauen verdammt
Zu dieser Phase hatte sich auch die neu formierte dritte Reihe um Lukas Laub, Clarke Breitkreuz und Nils Liegegang gefunden, die sich für einige gute Gelegenheiten der Löwen verantwortlich zeigten. Die Umstellung der Reihe war für Löwen-Coach Paul Gardner nötig geworden, da Dennis Reimer den Löwen in den Playoffs nicht zur Verfügung stehen wird. Reimer hätte als Förderlizenzspieler mindestens 20 Saisonspiele bestreiten müssen um für die Playoffs spielberechtigt zu sein. Aufgrund seiner schweren Verletzung war es Reimer bis letzten Sonntag allerdings nicht möglich auf mehr als 19 Einsätze zu kommen. Trotz eines intensiven Dialoges zwischen den Löwen und der Ligenleitung gelang es nicht eine sinnvolle Härtefallregelung zu finden, die es Reimer ermöglicht hätte doch noch aufzulaufen und nicht nur sein Team sondern auch seine eigene Entwicklung zu unterstützen. 

Mit dem 2:0 begannen sich die Kräfteverhältnisse auf dem Eis langsam auch auf der Anzeigentafel widerzuspiegeln. Doch genau aus solchen Situationen erwächst ein Geheimnis des Freiburger Erfolges, denn obwohl die Wölfe in so manchem Spiel der Hauptrunde nicht gerade das spielbestimmende Team stellten, verließen sie dank taktischer Ruhe und kämpferischem Einsatz das Eis in solchen Spielen dennoch nicht selten als Sieger- wie u.a. in Frankfurt am 27. Januar.

Und auch am heutigen Abend gelang es dem EHC wieder durch einen Treffer die von den Löwen dominierte Partie offen zu halten. Im Powerplay fand Jannik Herm aus der Position hinter dem Tor Enrico Saccomani, der sich vor dem Tor gegen Patrick Jarrett behauptete und zum 1:2 verkürzte (35.).

Am Spiel auf dem Eis änderte der Treffer allerdings nichts. Kaum hatte der rund 30 Mann starke Anhang der Wölfe auf der Gästetribüne die Feierlichkeiten zum Anschlusstreffer beendet, sahen sie ihre Wölfe schon wieder in der Defensive. Doch weder Nils Liesegang (35.) noch Richie Mueller (36.) oder Clarke Breitkreuz (39.) konnten für die Löwen weitere Treffer erzielen.

Diese fielen erst wieder beim entscheidenden Doppelpack im dritten Drittel mit dem Patrick Jarrett durch den zweiten Powerplay-Treffer und Matt Pistilli die Entscheidung einläuteten, welche Lukas Laub mit dem 5:1 in der 47. Minute zementierte.

Daran änderte auch das zweite Freiburger Powerplay-Tor am heutigen Abend nichts mehr, dass Marc Wittfoth auf Vorlage von Petr Haluza und Jannik Herm erzielte (53.).  

Zumal C.J. Stretch keine Minute nach dem „Anschlusstreffer“ den vier-Tore-Vorsprung mit seinem Tor zum 6:2 wieder herstellte (54.) und damit gleichzeitig für den Endstand sorgte.

Vor der Schlusssirene tauschten dann noch Marc Wittfoth, Brett Breitkreuz sowie Aron Wagner und Clarke Breitkreuz Telefonnummern aus- ganz so, wie es sich in den Playoffs gehört. Es ist angerichtet für Spiel 2.

Ausblick
Dieses zweite Spiel der Serie folgt am Freitag (17.03.2017) im Breisgau. Spielbeginn in der Franz-Siegel-Halle ist um 19.30 Uhr. Am Sonntag, den 19. März, empfangen die Löwen die Wölfe dann zu Spiel 3 wieder in der Eissporthalle. Los geht’s um 16:00 Uhr.

Tickets für die Heimspiele erhaltet Ihr wie immer im Löwen-Ticket-Shop. Außerdem überträgt SpradeTV die Partien natürlich live.

Löwen Frankfurt – EHC Freiburg 6:2 (0:0, 2:1, 4:1)

Statistik

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Brett Jaeger, Florian Proske

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Max Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni

Angreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Christoph Gawlik, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Lukas Laub, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner