Home sweet home

23. September 2016, 22:43 Uhr

Im ersten „regulären“ Heimspiel der Saison 2016/17 gastierten am heutigen Freitag die Ravensburg Towerstars in der Eissporthalle. Gegen effektive Gäste gewannen die Löwen dank konzentrierter Leistung mit 5:3.

Nach Summer Game und dem ersten Auswärtsspiel am letzten Sonntag begann heute für die Löwen auch zuhause der Liga-Alltag. 3.357 euphorische Zuschauer begrüßten ihr Team in der Eissporthalle. Da erstmals kein Spieler der Löwen gesperrt war, musste Trainer Paul Gardner „lediglich“ die länger verletzten Matt Tomassoni und Nick Mazzolini ersetzen.

Dass der in Bayreuth noch zum Zuschauen verdammte Eric Stephan neben seinem Partner Joel Keussen auflaufen konnte, war bis Mitte der Woche nicht ganz sicher, denn Keussen zog sich beim Auswärtsauftakt einen Nasenbeinbruch zu. Aber da ja mittlerweile selbst Fußballer bei solchen Verletzungen mit entsprechendem Spezialschutz auflaufen, bestand für Keussen spätestens nach der ärztlichen Zustimmung keine Frage mehr ob er spielen würde.

Neue Reihen – neues Glück
In Anbetracht des spielstarken Gegners aus dem Schwabenland justierte Coach Gardner die Sturmreihen entsprechend (siehe Reihenaufstellung unten). Brett und Clarke Breitkreuz wurden hierfür auf die beiden Toplines verteilt, um jeweils für das physische Element zu sorgen, welches den Technikern der Reihen zu mehr Platz verhelfen sollte.

Da aber auch die Towerstars über starke Top 6 verfügen, lag ein besonderer Fokus Gardners auf der dritten Reihe. In dieser sollten Lukas Laub und Richie Mueller zusammen mit Ricco Ratajczyk für Dampf sorgen und das dritte Verteidigerpärchen der Gäste in die Defensive drängen.

Dass der Plan erstmals bereits nach etwas mehr als acht Spielminuten aufgehen sollte, gefiel Paul Gardner sichtlich. Ein Puckgewinn in der Defensive und ein schneller Pass schickten Lukas Laub noch aus der eigenen Hälfte auf die Reise. Jonas Langmann im Tor der Towerstars rechnete wohl mit einem Abspiel auf einen der mitgelaufenen Mannschaftkollegen, doch Laub nutze die sich bietende Abschirmung durch den Ravensburger Verteidiger und netzte mit einem trockenen Handgelenkschuss ein (9.).   

Noch erfreulicher war für die zu diesem Zeitpunkt vollkommen dominanten Löwen höchstens, dass Laubs Treffer bereits für das 2:0 sorgte. Der erste Treffer fiel bereits nach 73 Sekunden durch Laubs Reihenpartner Richie Mueller. Der konnte nach ganzen acht Sekunden in Überzahl einen Rebound Langmanns verwandeln, nachdem der Ravensburger Goalie einen Schuss von Patrick Jarrett zur Seite pariert hatte – genau vor die Füße Muellers.

Trotz des für die Löwen nahezu perfekten Spielverlaufs bis zur zehnten Minute kamen die Towerstars aus dem Nichts und mit ihrer ersten echten Gelegenheit zum Anschlusstreffer. Im Gerangel vor dem Tor konnte Vinzenz Mayer die Scheibe nach mehrmaligen Versuchen über die Linie drücken.

Zwar ging es mit diesem 2:1 in die erste Pause, doch Ravensburg gab der Hauch von Morgenluft im zweiten Drittel mehr Auftrieb als den Löwen ihr starker Beginn. Nach exakt 23:47 Minuten traf Simon Sezemsky zum Ausgleich. Damit hatte auch auf Ravensburger Seite die dritte Reihe zum zweiten Mal getroffen.

Und dieses Spielchen setzte sich noch ein wenig weiter fort: Nur rund eineinhalb Minuten nach dem Ausgleich brachte der, wie schon beim Summer Game, auch heute Abend wieder starke (und nach der Partie zurecht als "Mann des Spiels" gekürte) „Speedy“ Lukas Laub die Löwen in Überzahl erneut in Front (26.).

Das Powerplay beherrschen allerdings auch die Ravensburger. Cam Reid, letztes Jahr noch in der ECHL und AHL aktiv, glich für das Team aus dem Brettspiel-Mekka aus (32.). Nur kurz zuvor hatte Matieu Tousignant Patrick Jarrett mit einem hohen Stock verletzt und musste vorzeitig duschen. Der Löwen-Kapitän konnte erst nach kurzer Behandlung weitermachen, musste aber auch auf die Strafbank. Zu ihm gesellte sich außerdem Eric Stephan, so dass die Towerstars im 4:3 Überzahlspiel ausgleichen durften.

Spielanteile in Punkte umgewandelt
Zwar hatten die Löwen auch im zweiten Drittel mehr vom Spiel (13:8 bzw. 18:11 Torschüsse in den Dritteln 1 und 2), doch dank ihrer effektiven Chancenverwertung war Ravensburg auf der Anzeige ebenbürtig.

So war es im letzten Drittel an den Breitkreuz-Brothers die eingangs beschriebenen Reihenumstellungen zu krönen: Zunächst nutze Clarke Breitkreuz ein Missgeschick des sonst extrem starken Jonas Langmann, der eine Hereingabe zwar aus dem Slot lenkte, sich dabei aber selbst völlig außer Position brachte, so dass Breitkreuz den Puck an ihm vorbei befördern konnte.

Ravensburg blieb zwar auch in der Folge bei vereinzelten Gelegenheiten gefährlich, doch mit den lautstarken Fans im Rücken blieben die Löwen am Drücker. Nach starkem Vorspiel von Brett Breitkreuz entschied Matt Pistilli mit dem 5:3 das Spiel (53.). Breitkreuz durchkurvte zuvor das halbe Drittel der Ravensburger inklusive Tor, legte von links diagonal auf den am rechten Bullypunkt völlig freigelassenen Pistilli, der mit seiner Direktabnahme Langmann keine Chance ließ.  

In den letzten Minuten brachten die Löwen durch auch in Unterzahl konzentrierte Defensive das Spiel über die Runden und sicherten sich weitere drei Punkte.  

 

Aufstellung Löwen Frankfurt:

Feldspieler: Brett Breitkreuz, C.J. Strech, Matt Pistilli, Pavel Dronia, Mike Card; Nils Liesegang, Patrick Jarrett, Clarke Breitkreuz, Maximilian Gläßl, David Cespiva; Ricco Ratajczyk, Lukas Laub, Richard Mueller, Eric Stephan, Joel Keussen; Eddy Rinke-Leitans, Dennis Reimer, Roman Pfennings

Torhüter: Brett Jaeger (Florian Proske)

Trainer: Paul Gardner

 

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