Keine Bescherung

23. Dezember 2016, 22:20 Uhr

Beim Comeback von Brett Jaeger unterliegen die Löwen den Ravensburg Towerstars mit 3:4 nach Verlängerung.

Frankfurt (MK) – „Früher war mehr Lametta“ - kaum ein Satz trifft auf die Löwen Frankfurt angesichts des hervorragenden zweiten Tabellenplatzes zwar saisonübergreifend weniger zu, doch zumindest in Bezug auf den bisherigen Saisonverlauf enthält er einen Funken Wahrheit.

Denn die weiterhin ersatzgeschwächten Löwen machen nach ihrem fantastischen Lauf nach der Deutschland-Cup Pause mit 21 Punkten aus neun Spielen ihre erste kleinere Krise durch.

Gegen die ebenfalls bröckelnden Towerstars aus Ravensburg, die bereits früh in der Saison die eigene Festung einer Generalüberholung unterzogen und Burgherr Danny Naud sowie zwei ihrer Ritter aus der Fremde austauschten, gelang trotz eines erneuten Comebacks in der Schlussphase nicht der erhoffte Befreiungsschlag.

Sorgenkind „Powerplay“

Die ergebnistechnische Misere beider Teams in den letzten Wochen liegt unter anderem auch in dem ausbaufähigen Spiel in Überzahl begründet. Die Löwen warten seit dem 8:2-Kantersieg gegen Rosenheim am ersten Dezember-Wochenende auf ein Erfolgserlebnis, die Towerstars stellen mit einer Erfolgsquote von nur 10 Prozent sogar die schwächsten Powerplay-Formationen der Liga.

Auch die erste Möglichkeit am heutigen Abend machte nicht den Anschein, als sollte diese Statistik verbessert werden, ehe Fabio Carciola in der Schlusssekunde des Überzahlspiels mit einer Einzelaktion und einem verdeckten Schlagschuss in den Winkel die frühe Führung für die Gäste markierte (4. Spielminute).

Weniger Erfolg hatten auf der Gegenseite die Löwen bei ihrem ersten Powerplay, nach dessen Ablauf der von der Strafbank kommende Alexander Dück gar die Riesenchance hatte auf 2:0 zu erhöhen. Doch der langjährige DEL-Verteidiger scheiterte im Duell 1-gegen-1 an Brett Jaeger (10.), der nach überstandener Gehirnerschütterung erstmals wieder das Löwen-Tor hütete.

Erst in der 18. Spielminute sorgte Matt Pistilli im ansonsten recht ereignisarmen Auftaktdrittel für den nächsten Aufreger: vom rechten Bullykreis zog der Goldhelm der Löwen vor das Tor und lupfte den Puck am kurzen Pfosten über die Fanghand des verdutzten Jonas Langmann zum Ausgleich ins Netz.

Carciola-Brüder mit Übersicht

Ähnlich zäh gestaltete sich der Beginn ins Mitteldrittel. Zwar agierten die Löwen weiterhin feldüberlegen, konnten aber kaum zwingende Torchancen erarbeiten.

Auf der Gegenseite reichte so ein Geistesblitz der Carciola-Brüder, um die Gäste erneut in Front zu bringen. Nach einer Kombination hinter dem Löwengehäuse verlor Brett Jaeger die Orientierung, Fabio Carciola bediente seinen Bruder Adriano am langen Pfosten, der dort in das leere Tor einnetzete (25.).

Wie in den Spielen zuvor konnte man den Löwen auch heute den Willen nicht absprechen. Couragiert drängte die Offensive um Löwen-Kapitän Patrick Jarret auf den Ausgleich, doch fehlte es vor dem Tor der Schwaben an der zündenden Idee oder wie bei der Doppelchance von Pawel Dronia und Brett Breitkreuz am nötigen Scheibenglück (31.).

Die Gäste wiederum versuchten mit Kontern die eigene Führung auszubauen. Adriano Carciola scheiterte an Brett Jaeger (31.), Daniel Schwamberger rutschte freistehend am langen Pfosten die Scheibe durch die Schlittschuhe (34.).

Die Löwen-Angriffe wurden mit fortschreitender Spielzeit zwar immer wütender, doch den nötigen Überblick behielten einmal mehr die Carciola-Brüder. Nach einer sehenswerten Kombination über Mathieu Tousignant und Fabio Carciola war es erneut Adriano, der mühelos vor Brett Jaeger vollstreckte (45.).

Willensstärke rettet einen Punkt

Wenig sprach zu diesem Zeitpunkt noch für die Frankfurter, die sich an der Towerstars-Defensive mit spielerischen Mitteln weiterhin die Zähne ausbissen. Bis Clarke Breitkreuz dank großer Willensstärke eine scharfe Hereingabe von Patrick Jarrett im Slot in die Maschen schlug (52.).

Auch CJ Stretch bediente sich drei Minuten später der Brechstange anstatt der feinen Klinge und sicherte mit seinem Treffer vom Bullykreis weg immerhin noch einen Zähler (55.).

In der Overtime "erkreiselte" Norman Hauner den Siegtreffer für die Ravensburger. Nach der zweiten Runde im Löwen-Drittel stand der vor Neuzugang der Towerstars schließlich vor Brett Jaeger und überwand den Rückkehrer mit einem Rückhandschlenzer am kurzen Pfosten (63.).

Weihnachts-Hockey in der Lausitz, Mittwoch gegen Dresden

Eine Verschnaufpause ist den Eishockey-Profis zu dieser Jahreszeit nicht vergönnt. Stattdessen geht es nach Heiligabend Schlag-auf-Schlag. Bereits am Montag treten die Löwen um 17 Uhr beim Team der Stunde, den Lausitzer Füchsen an, ehe zwei Tage später die Dresdner Eislöwen in der Eissporthalle ihre Visitenkarte abgeben. Spielbeginn am Mittwoch „zwischen den Jahren“ ist um 19:30 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Heimspiele der Löwen können im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 3:4 n.V. (1:1, 0:1, 2:1)

Statistik

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Brett Jaeger, Florian Proske

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni

Stürmer: Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Maximilian Gläßl, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils Liesegang