Kraftakt in Rosenheim

16. Oktober 2016, 20:30 Uhr

C.J. Stretch führt ersatzgeschwächte Löwen mit einem Tor und einem Assist zum Auswärtsdreier an alter Wirkungsstätte.

Rosenheim (MK) - Zu den positiven Überraschungen im bisherigen DEL2-Saisonverlauf gehört sicherlich die Ausgeglichenheit der Liga, die sich auch in den überaus engen Spielverläufen bei den Partien der Löwen Frankfurt ausdrückt: keine Begegnung endete bislang mit mehr als zwei Toren Differenz.

Daran sollte sich auch am Sonntagabend beim Gastspiel des Löwen-Rudels in Rosenheim nichts ändern. Dank eines Kraftakts im Schlussabschnitt konnten die Mannen um Löwen-Kapitän Patrick Jarrett einen Rückstand nach zwei Dritteln in einen 3:2-Sieg umbiegen.

Offensive Löwen, konternde Starbulls

Der verlängerte Arm von Löwen-Coach Paul Gardner war es denn auch, der die druckvolle Anfangsphase der Löwen in Zählbares ummünzte. Eine Hereingabe von Nils Liesegang fälschte Patrick Jarrett vor dem Tor unhaltbar für Rosenheims Schlussmann Timo Herden ab (7. Spielminute).

Die Südhessen gingen auch in der Folge mit Elan zur Sache, der sich in der 13. Spielminute jedoch zum Übereifer entwickelte. Joel Keussen setzte einen harten Check in der Spielfeldmitte, fehlte dadurch allerdings im Defensivverbund, so dass Greg Gibson einnetzen konnte.

Schwindende Kräfte

Im Mittelabschnitt machte sich dann der personelle Aderlass der Löwen bemerkbar. Konnte man in den letzten Wochen die Ausfälle von Top-Verteidiger Matt Tomassoni, Top-Torschütze Richard Mueller und Top-Scorer Nick Mazzolini noch kompensieren, wurde dies an diesem Wochenende durch den zusätzlichen Ausfall von Dennis Reimer und eine unter der Woche grassierende Erkältungswelle erheblich erschwert.

So war dann auch der Treffer von Tyler McNeely (23.) zu Beginn des zweiten Drittels Gift für die Gäste. Der dienstälteste Importspieler der Oberbayern versenkte die Scheibe mit einem flachen Distanzschuss in Überzahl.

Dass die Hausherren diesen Vorsprung nicht ausbauen konnten, verdankten die Löwen in dieser Phase vor allem ihrem Schlussmann Brett Jaeger, der erneut das Frankfurter Tor hütete und seine Mannschaft im Spiel hielt.

Löwen zeigen tolle Moral

Dies sollte sich im Schlussabschnitt bezahlt machen. C.J. Stretch, der bereits im Auftaktdrittel gegen seinen Ex-Verein mächtig aufgedreht hatte, sorgte mit einem Handgelenkschuss von halbrechts über die Stockhand von Timo Herden für den zwischenzeitlichen Ausgleich (41.).

Und der US-Amerikaner in Diensten der Löwen, der im Schlussabschnitt am Freitag bereits Doppelschichten fahren musste, trieb auch in der Folge sein Team nach vorne. So war es nur folgerichtig, dass der 27-jährige Center auch am entscheidenden Treffer des Abends beteiligt war. Mit einem klugen Pass setzte er in Überzahl Brett Breitkreuz im Slot in Szene, der in seinem "Wohnzimmer" die Hartgummischeibe über die Linie drückte (50.).

Mit großem Kraftaufwand, starker kämpferischer Leistung und einer weiteren Riesentat von Brett Jaeger, der im Eins-gegen-Eins gegen den davongeeilten Tyler Scofield die Oberhand behielt (55.)., retteten die Gäste die Partie in der Schlussphase ins Ziel.

Freitag Spitzenspiel gegen Bietigheim

Weiter geht es für die Löwen am kommenden Freitag auf heimischem Eis gegen die Übermannschaft der DEL2, die Bietigheim Steelers, die an der Tabellenspitze einsam ihre Kreise ziehen. Auftaktbully in der Eissporthalle ist wie gewohnt um 19:30 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Heimspiele können im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Starbulls Rosenheim - Löwen Frankfurt 2:3 (1:1, 1:0, 0:2)

Statistik

 

Aufstellung Löwen Frankfurt:

Torhüter: Florian Proske, Brett Jaeger

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen

Stürmer: Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Lukas Laub, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner