Last men playing

9. Dezember 2016, 22:52 Uhr

Trotz zahlreicher verletzter Spieler auf beiden Seiten liefern sich Steelers und Löwen ein packendes Duell, das die Löwen mit 3:2 nach Verlängerung gewinnen.

Sechseinhalb Minuten vor Spielende sah es noch nach einer knappen Niederlage und null Punkten für die Löwen aus. Da hatte gerade Benjamin Zientek zum 2:1 für die Bietigheim Steelers getroffen und die Löwen steckten mitten in einer fünfminütigen Unterzahl, nachdem Richie Mueller seinen Gegenspieler Max Lukes unglücklich mit dem Schläger im Gesicht verletzte und somit vorzeitig duschen musste. Entsprechend blieb Bietigheim nach dem Powerplaytreffer auch in Überzahl, doch acht Spielminuten später verließen die Comeback-Kids von Paul Gardner das Eis als Sieger.

Schon als die Steelers ihr Überzahl mit einer eigenen Strafe vorzeitig beendeten, bissen sich die Löwen bei 4 gegen 4 im Drittel der Steelers fest. Binnen einer knappen Minute eigener Überzahl bearbeiteten sie die Hausherren ohne Pause, um 30 Sekunden später durch Pawel Dronia zum verdienten 2:2 Ausgleich zu treffen (59.). In der Verlängerung spielten nur noch die Löwen, ehe das Duo Matt Pistilli und Nils Liesegang mit einem überragenden Spielzug die Abwehr der Steelers auseinander nahm und den 3:2 Auswärtssieg beim Tabellenführer perfekt machte (62.).

Business-Class-Verhältnisse auf den Spielerbänken
Aufgrund zahlreicher Verletzter agierten beide Teams zwangsläufig mit einer "kurzen Bank". Fünf Verteidiger bei Bietigheim, sechs bei Frankfurt und jeweils nur zehn Stürmer bedeuteten viel Platz hinter der Bande. Auf dem Eis war es im Gegensatz dazu umso enger.

Bis zur ersten Pause dominierten zunächst die Löwen, wobei sich dies bei 10-2 Schüssen weniger auf ein etwaiges Offensivfeuerwerk zurückzuführen war, als vielmehr dadurch, dass sie die Steelers überhaupt nicht ins Spiel kommen ließen. Bis sich Bietigheim zum ersten Mal im Angriffsdrittel festsetzen konnte, vergingen über sechs Minuten. Florian Proskes erster Save wurde gar erst nach 15:55 min verzeichnet. Der Back-Up der Löwen spielte für Brett Jaeger, der sich am letzten Sonntag gegen Rosenheim eine leichte Gehirnerschütterung zuzog.

Wie schon beim Heimsieg gegen Bietigheim standen die Löwen schon in der Offensivzone sehr gut und erstickten etliche Angriffe noch beim ersten Pass. Das Fehlen besonders von Offensivmotor David Wrigley und Freddy Cabana war durchaus ersichtlich. Im Gegensatz zu den letzten Spielen konnte Kevin Gaudet allerdings immerhin wieder auf Shawn Weller zurückgreifen. Zudem verpflichteten die Steelers unter der Woche Greg Gibson, der noch am letzten Wochenende mit Rosenheim in Frankfurt gastierte.

In diesem Spiel überblendete die 8-Tore-Offensiv-Eruption der Löwen den Verlust von Lukas Laub im Sturm ein wenig. Gegen die sehr mobilen und läuferisch starken Bietigheimer generierten die Löwen ihre Schüsse zunächst vor allem aus Puckgewinnen im Spielaufbau der Steelers. Ricco Ratajczyk, der heute im Wechsel mit Roman Pfennings an der Seite der Breitkreuz-Brothers auflief, hatte so seine erste Gelegenheit, indem er einen Pass abfing und sofort per Handgelenksschuss abzog, allerdings an Sinisa Martinovic im Tor der Steelers scheiterte.

Gelang Bietigheim der Weg aus der Defensive, blockierten die Löwen auch in der neutralen Zone die in sich Bewegung befindenden Anspielstationen meist sehr effektiv, so dass die Steelers im ersten Drittel praktisch nie mit Dampf über die Flügel die blaue Linie der Löwen passieren konnten. Entsprechend griff Bietigheim gegen Ende des Drittels schon immer mehr auf kurze Dumps zurück, wobei auch diese die Löwen Defense meist schnell klärte.

Rollentausch nach 20 Minuten
Nach dem ersten Seitenwechsel allerdings schien es, als hätten die Teams die taktischen Ausrichtungen getauscht. Bietigheim hatte sich bei der Spieleröffnung auf das Positionsspiel der Löwen eingestellt. Daraus resultierten einerseits weniger Chancen für die Löwen aus Fehlern der Bietigheimer, andererseits kamen die Hausherren selbst zu aussichtsreicheren Sequenzen im Angriff.  

Auch im Powerplay waren die Löwen nun weniger gefährlich, da Bietigheim die eigene blaue Linie dicht machte. Hierdurch resultierten zudem mehrfach gute Kontergelegenheiten, welche jedoch alle bei Florian Proske endeten.

Auf der Gegenseite entstanden auch die wenigen Gelegenheiten der Löwen im zweiten Drittel vorwiegend aus Unterzahlkontern, wobei sich erneut u.a. Ricco Ratajczyk hervortat, der für Lukas Laub auch in Unterzahl auflief.

Ein zweifelhaftes „Beinstellen“ von Eric Stephan an Steelers-Goalie Martinovic schenkte den Steelers allerdings noch eine dritte Überzahlgelegenheit vor der zweiten Pause. Einen satten Schlagschuss von Robin Just parierte Florian Proske mit der Stockhand, der nach vorne prallende Puck traf Adam Borzecki aber glücklich irgendwo oberhalb der Hüfte und trudelte von dort zum 1:0 ins Tor (38.).  

Im Schlussabschnitt ersetzte Andreas Mechel Sinisa Martinovic im Tor der Steelers. Folglich versuchten die Löwen nun aus allen Lagen den kalten Back-Up der Bietigheimer zu bezwingen um zum Ausgleich zu kommen.

Die Defense des SCB stand ihrem Back-Up allerdings zur Seite und war bis zur 49. Minute vor allem bei Rebounds zuverlässig zur Stelle. Dann allerdings fand Ricco Ratajczyk doch eine Lücke im Slot, wo sein Anspiel Brett Breitkreuz erreichte, der den Puck über die Linie drückte.

Nach Richie Muellers unabsichtlichem Foul im Backchecking und dem daraus resultierenden, fünfminütigen Powerplay ergab sich für die Steelers acht Minuten vor dem Ende dennoch die perfekte Gelegenheit zum Sieg. Bis zum 2:1 (54.) verlief das Spiel aus Bietigheimer Sicht auch wie gewünscht, dann allerdings bissen sich die Löwen zum vielumjubelten Sieg.

Ausblick
Am Sonntag (11.12.) empfangen die Löwen den ESV Kaufbeuren in der Eissporthalle. Am dritten Advent laden die Löwen dabei zum Family-Day mit familienfreundlichem Eröffnungsbully schon um 16.00 Uhr. Tickets erhaltet ihr im Löwen-Ticket-Shop. Und natürlich überträgt SpradeTV das Spiel live.

 

Bietigheim Steelers - Löwen Frankfurt 2:3 n.V. (0:0; 1:0, 1:2)

Statistik

 

Löwen Frankfurt:
Torhüter: Florian Proske, Fabian Heyde
Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni
Angreifer: Patrick Jarrett, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils Liesegang
Trainer: Paul Gardner