Roll over Freiburg

19. März 2017, 19:00 Uhr

Mit einem 4:2-Erfolg sichern sich die Löwen eine 3:0-Führung in der Playoff-Serie mit den Wölfen Freiburg. Clarke Breitkreuz trifft doppelt.

Frankfurt (MK) - In der bislang umkämpftesten Begegnung der Viertelfinalserie mit den Wölfen Freiburg erspielen sich die Löwen Frankfurt drei Matchpucks und stoßen die Tür zum Halbfinale weit auf.

Nach den beiden glatten 6:2-Erfolgen in den beiden ersten Spielen der Serie hielt am heutigen Tag vor allem der famos agierende Wölfe-Schlussmann Lukas Mensator seine Farben lange im Spiel. Trotz zahlreicher hochkarätiger Torchancen und langer Druckphasen der Löwen brachte erst ein Empty-Netter von Nils Liesegang in der Schlussminute die Entscheidung.

Löwen knüpfen nahtlos an Spiel 2 an

Sichtlich beflügelt von den starken Darbietungen in den ersten beiden Partien legten die Löwen einen rasanten Start hin. Bereits nach 50 Sekunden hatte Nils Liesegang die erste von vielen guten Einschussmöglichkeiten. Die Direktabnahme des trickreichen Linksaußen aus dem Slot wurde von Lukas Mensator, der für die Wölfe turnusmäßig in der Fremde wieder zwischen den Pfosten startete, reaktionsschnell pariert.

Auch Löwen-Goalie Brett Jaeger konnte sich kurz darauf erstmals auszeichnen. Jannik Herm kam aus zentraler Position frei zum Abschluss, doch der Deutsch-Kanadier war mit der Fanghand zur Stelle (2. Spielminute). Es sollte für einige Zeit die letzte Torannäherung der Gäste bleiben, die fortan im eigenen Drittel von den Löwen eingeschnürt wurden.

Matt Pistilli und Joel Keussen scheiterten noch in der 3. Spielminute am tschechischen Schlussmann der Breisgauer, ehe Clarke Breitkreuz auch heute das erste Ausrufezeichen setzte. Der Deutsch-Kanadier, der bereits am Freitag mit drei Treffern der Matchwinner für die Löwen war, zog vom rechten Bullykreis in den Slot und schob mit der Rückhand gegen den Lauf des verdutzten Mensators am rechten Pfosten ein (5.).

Die Freiburger hatten große Mühe die Scheibe überhaupt einmal geordnet in die Löwen-Hälfte zu tragen. Erst in Überzahl kam es wieder zur Torannäherung, doch gegen Radek Duda und Petr Haluza parierte Brett Jaeger sicher (8.).

Überzahlspiele als Hemmschuh

Mit Ablauf der Strafe gegen Patrick Jarrett kamen die Hausherren ihrerseits zur ersten Powerplay-Gelegenheit. Ein Konter des von der Strafbank kommende Löwen-Kapitäns war nur per Foulspiel zu unterbinden (10.).

Im sich anschließenden Überzahlspiel hatten die Gäste Glück, dass ein von Matt Pistilli wie eine Flipperkugel mehrfach abgefälschter Schuss (12.) letztlich an der Schonerinnenseite von Lukas Mensator statt im Netz landete.

Diese Sequenz an Überzahlspielen veränderte so zwar nichts am Spielstand, sorgte jedoch für Verschiebungen in der Statik des Spiels und nahm dem bis dahin furiosen Löwen-Angriff ein wenig den Wind aus den Segeln.

Mit zwei leichtsinnigen und vermeidbaren Strafzeiten bescherten die Gäste-Stürmer Tobias Kunz und Christian Billich den Löwen dann aber kurz vor der ersten Drittelpause nochmal eine knapp einminütige doppelte Powerplay-Möglichkeit (18.). Lukas Mensator stand nun wieder im Fadenkreuz der Löwen-Scharfschützen, deren Zielgenauigkeit zu diesem Zeitpunkt jedoch zu wünschen übrig ließ.

Ex-Löwen drehen die Partie

Umso präziser war kurz nach dem ersten Seitenwechsel Ex-Löwe Mark Wittfoth, der nach nur 29 Sekunden im Mitteldrittel die Hausherren mit einem präzisen Schlenzer von der blauen Linie überraschte.

Zwar hatte Nils Liesegang kurz darauf gleich die große Chance für die erneute Führung zu sorgen (21.), doch insgesamt verstanden die Wölfe es nun wesentlich besser das Tempo der Partie zu verschleppen und so dem Löwen-Spiel den Schwung zu nehmen.

Aus der nun sicherer agierenden Defensive kamen die Gäste ihrerseits zu Einschussmöglichkeiten. Sowohl bei einer Doppelchance von Julian Airich und Yannick Mund (25.) als auch bei einem von Maik Wittfoth abgefälschten Schuss war Brett Jaeger zur Stelle. Bei Marton Vas Schlenzer von der blauen Linie nach einem gewonnenen Anspiel im Löwen-Drittel fehlte dem wie gewohnt sicheren Löwen-Rückhalt aber die Sicht (37.).

Mensator läuft zur Hochform auf

Der Ungar hatte mit seinem Treffer zwar die Partie gedreht, Schlüsselspieler in dieser Phase war jedoch Freiburgs Goalie Lukas Mensator, der mit einer Reihe erstklassiger Reflexe die ab der 30. Spielminute wiedererwachte Löwen-Offensive fast zur Verzweiflung brachte.

Sowohl gegen Matt Pistilli (30., 31.), Lukas Laub (32.), Clarke Breitkreuz (37.) und seinen Bruder Brett Breitkreuz (39.) rettete der nur 1,75 m lange Schlussmann in höchster Bedrängnis, bei einem Schuss von Richard Mueller (34.) hatte er das Glück des Tüchtigen, das Lutz Kästle gegen den heraneilenden Patrick Jarrett rettete.

Auch bei einem weiteren Liesegang-Konter wenige Sekunden vor der zweiten Drittelsirene parierte Mensator zunächst glänzend, doch auch der tschechische Zerberus war machtlos als Clarke Breitkreuz heranrauschte und den Abpraller mit aller Wucht in den rechten Winkel drosch (40.).

Matt Pistilli sorgt für Führung...

Es war ein Treffer zum so oft zitierten psychologisch wichtigen Zeitpunkt, wie sich zu Beginn des Schlussabschnitts zeigen sollte. Denn die Löwen hatten nun den Elan der Anfangsphase wiedergefunden.

Nach einem starken Wechsel der dritten Formation um Lukas Laub, Clarke Breitkreuz und Nils Liesegang, die auch am heutigen Tag unter Beweis stellten, dass sie den ersten beiden Sturmreihen in offensiver Durchschlagskraft in nichts nachstehen, war es einmal mehr Goldhelm Matt Pistilli, der per Direktabnahme einer scharfen Hereingabe von C.J. Stretch (42.) für die umjubelte 3:2-Führung sorgte.

Die Löwen hatten aus dem Verlauf der ersten beiden Drittel gelernt und ließen sich vom eigenen Matchplan nicht mehr abbringen und suchten mit Vehemenz die Entscheidung, der Lukas Mensator allerdings ein ums andere Mal im Wege stand.

...und spannende Schlussphase

Obgleich den Wölfen lange Zeit kein gefährlicher Angriff gelang, blieb die Partie angesichts des knappen Vorsprungs bis in die Schlussphase spannend.

Dort war es dann ebenfalls Matt Pistilli, der diese mit einem harten Check gegen Lutz Kästle zusätzlich anheizte. Hauptschiedsrichter Thomas Fischer schickte den Kanadier zur Verwunderung des Löwen-Rudels und der weit über 5.000 Zuschauer für zwei Minuten in die Kühlbox.

Es war der Auftakt für eine extrem hektische Schlussphase, in der vor allem die Wölfe mit sechs Feldspielern nur noch wild dem Puck hinterherjagten und zu keinem geordneten Aufbau mehr fanden.

Stattdessen besiegelte Nils Liesegang mit einem Schuss ins leere Tor den dritten  Erfolg der Löwen (60.).

Besen, Besen! Seid’s gewesen?

Damit haben die Mannen von Löwen-Dompteur Paul Gardner bereits am Dienstag in Freiburg ab 19:30 Uhr die Chance den vorzeitigen Halbfinaleinzug mit einem „Sweep“ perfekt zu machen und die Wölfe in nur vier Spielen aus den Playoffs herauszukehren.

Löwen Frankfurt – EHC Freiburg 4:2 (1:0, 1:2, 2:0)

Statistik

Löwen Frankfurt
Torhüter:
Brett Jaeger, Florian Proske   
Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni
Stürmer: Patrick Jarrett, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Lukas Laub, Nils Liesegang
Trainer: Paul Gardner