"Top-3-Tief" erfasst auch die Löwen

8. Januar 2017, 19:40 Uhr

Mit 2:3 unterliegen die Löwen den Eispiraten Crimmitschau. Clarke Breitkreuz und CJ Stretch erzielen die Treffer.

Crimmitschau (MK) - Während in Deutschland an diesem Wochenende Sturmtief "Axel" und dessen Kältekapriolen die Schlagzeilen bestimmte, machte sich in der DEL2 zeitgleich ein ganz anderes Tief breit: das "Top-3-Tief".

Diesem konnten sich als aktueller Tabellenzweiter auch die Löwen Frankfurt nicht entziehen und verpassten so trotz Niederlagen der Bietigheim Steelers, Kassel Huskies und Dresdner Eislöwen die Chance, die großartige eigene Tabellensituation noch komfortabler zu gestalten.

Im Duell mit dem Tabellenschlusslicht aus Crimmitschau stand für die Löwen zwar erneut ein dickes Chancenplus zu Buche, doch wie schon am Freitag bei der Niederlage gegen die Heilbronner Falken vermochten die Südhessen es nicht, durch Rebounds oder abgefälschte und verdeckte Schüsse genügend Druck auf Eispiraten-Schlussmann Ryan Nie auszuüben.

Frühe Pause kommt Löwen gelegen

Dies gelang den Löwen dafür unfreiwilligerweise auf eigener Seite umso besser. Bei einem Rückhandschuss von Ivan Ciernik (8. Spielminute) nahm CJ Stretch seinem Schlussmann Brett Jaeger, der zum siebten Mal in Folge zwischen den Pfosten startete, nicht nur die Sicht, sondern fälschte die Scheibe zu allem Überfluss auch noch so unglücklich ab, dass diese unhaltbar unter der Latte einschlug.

Doch auch dieser Rückschlag wirkte in der Anfangsphase, welche die Gäste komplett verschliefen, nicht als Weckruf. Und so erhöhte Jason Pinizzotto nach vermeidbarem Puckverlust der Löwen in der eigenen Zone auf Zuspiel von Patrick Pohl auf 2:0 (12.).

Nach 16 gespielten Minuten lief dann hüben wie drüben gar nichts mehr zusammen. Aufgrund eines Schadens an der Bande schickte Hauptschiedsrichter Jens Steinecke beide Teams vorzeitig in die Kabinen.

Löwen kommen mit Elan aus der Kabine

In der vorgezogenen Pause schien Löwen-Dompteur Paul Gardner die richtigen Worte gefunden zu haben. Nur 20 Sekunden nach Wiederanpfiff verpasste CJ Stretch das Crimmitschauer Tor knapp (16.). Die Frankfurter erhöhten nun den Druck und kamen durch Matthew Pistilli (17.) und Richard Mueller (18.) zu weiteren guten Einschusschancen.

Es dauerte jedoch bis zur 34. Spielminute, ehe die Feldüberlegenheit der Löwen endlich Früchte trug. Kurz nachdem Nils Liesegang bei einem Alleingang an Ryan Nie (33.) gescheitert war, sorgte Clarke Breitkreuz mit beherztem Nachsetzen für den Anschlusstreffer.

Doch die Hausherren hatten die umgehende Antwort parat. In Überzahl traf Goldhelm Patrick Pohl (36.) von der blauen Linie, da erneut ein Löwen-Spieler - diesmal Kapitän Patrick Jarrett - die Scheibe unhaltbar für Brett Jaeger abfälschte.

Stretchs Shorthander ist zu wenig

So liefen die Löwen weiterhin einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher, der sich letztlich als zu große Hypothek erweisen sollte.

Nach einem Konter in Unterzahl (46.) der beiden Topscorer Matt Pistilli und CJ Stretch sorgte Letzterer zwar für Hoffnung auf ein neuerliches Comeback, doch trotz gefühlt 90 Prozent Scheibenbesitz der Frankfurter im Drittel der Westsachsen hielt die statistisch schwächste Defensive der Liga dem Ansturm der zweitbesten Offensive an diesem Abend Stand.

Nachbarschaftsduell am Freitag

Nach dem Schweinsgalopp der letzten beiden Wochen beginnt ab der kommenden Woche wieder der übliche Zwei-Spiele-Rhythmus. Weiter geht es für die Löwen also am kommenden Freitag, wenn die ehemals Roten Teufel als EC Bad Nauheim aus dem Frankfurter Vorland zum Nachbarschaftsduell in Hessens Metropole Nummer 1 anreisen. Spielbeginn ist in der Eissporthalle pünktlich um 19:30 Uhr. Tickets für diese und alle anderen Vorrundenbegegnungen können im Löwen-Ticket-Shop erworben werden.

Eispiraten Crimmitschau - Löwen Frankfurt 3:2 (2:0, 1:1, 0:1)

Statistik

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Brett Jaeger, Justin Schrörs

Verteidiger: Mike Card, Eric Stephan, Maximilian Gläßl, David Cespiva, Joel Keussen, Matt Tomassoni

Angreifer: Patrick Jarrett, Christoph Gawlik, CJ Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Eddy Rinke-Leitans, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner