Löwen on fire! Noch ein Sieg bis zum Titel!

19. April 2017, 23:17 Uhr

Mit seinem 400. Scorerpunkt für die Löwen besorgt Nils Liesegang den Game-Winner beim 4:2-Sieg in Bietigheim, durch den die Löwen in der Finalserie nun mit 3:0 Siegen in Front liegen.

Steelers-Coach Kevin Gaudet war nach der Partie bedient. Wieder begann sein Team gut, wieder gingen die Löwen in Front. Wieder im Powerplay. Und abermals agierten disziplinierte Löwen erst im dritten Drittel in Unterzahl, als es schon 3:1 für den ESC stand und Bietigheim erneut praktisch während den kompletten 60 Spielminuten nie das Momentum vergönnt war. Nicht zu vergessen: Ein abermals überragender Brett Jaeger, der nur durch einen  abgefälschten Schuss und einen Powerplaytreffer, als das Spiel bereits entschieden war, bezwungen werden konnte.

Da vermochten alle taktischen Kniffe und Umstellungen, die die Steelers heute versuchten nicht richtig zu greifen. Nachdem in Spiel 2 die Sturmreihen der Steelers offensiv so gut wie abgemeldet waren, rotierte Kevin Gaudet einige seiner Akteure und versuchte mit dem Heimvorteil des letzten Wechsels einige „Mismatches“ zu Gunsten seines Teams zu kreieren um die Löwen in die Knie zu zwingen. So sahen sich heute nicht allein die erste Formation der Löwen Bietigheims „neuer“ Topreihe um Justin Kelly, Shawn Weller und (zunächst) Robin Just (ab dem 3. Drittel wieder Matt McKnight) gegenüber, sondern auch die Reihen von Patrick Jarrett und Lukas Laub.

Erneut ohne Mike Card (dafür wieder mit Nico Oprée) im Team, verteidigten aber auch diese Einheiten der Löwen exzellent und nutzten ihre läuferische Klasse und Schnelligkeit, respektive den puren Kampfgeist, um Bietigheims Topstürmer in Schach zu halten.

Gleichzeitig gelang es dem Team von Paul Gardner, auch durch die verschiedenen Spielstile im Sturm, auf die sich die Steelers auch heute nur schwer einstellen konnten, in der Offensive immer wieder Druck aufzubauen und zu Toren zu kommen.

Schon nach 3 Minuten hatten die Löwen nach einer kleinen Unsicherheit von Sinisa Martinovic im Tor der Steelers die erste dicke Chance zur Führung, doch trotz intensiven „Net-Crashings“ gelang es keinem Löwen den Puck im Gewühl des Torraums über die Linie zu drücken.

Per Powerplay auf Siegeskurs
Dem Gruß des Murmeltiers entsprechend begannen aber auch die Steelers stark und so wogte das Spiel mit hohem Tempo auf und ab, wobei es im Gegensatz zum Montag weniger körperlich zur Sache ging. Die Löwen wollten erneut Bietigheims Powerplay nicht in Aktion treten lassen und die Steelers hatten scheinbar ihre Lehren aus den Strafzeiten der vorherigen Partie gezogen.

In der 10. Minute allerdings ahndete Schiedrichter Lasse Kopitz eine Behinderung von Bastian Steingroß gegen Richie Mueller vor dem Tor. Im folgenden Unterzahl verteidigten die Steelers eigentlich effektiv und limitierten die Löwen auf Distanzschüsse. Aber genau ein solcher war Ausgangspunkt zum 1:0, denn durch die körperliche Präsenz der Löwen vor dem Tor gelang es Silo Martinovic nicht den initialen Schuss festzuhalten, so dass Clarke Breitkreuz im zweiten Nachschuss zur Führung traf (12.).

Mit 5-gegen-5 Spielern auf dem Eis ging es sofort wieder von "Nord nach Süd" und zurück auf dem Eis. Brett Jaeger verhinderte dabei mit einem starken Reflex seines Schoner den postwendenden Ausgleich durch Robin Just (14.). Auf der Gegenseite überwanden die Löwen zwar Sinisa Martinovic gewissermaßen, Lukas Laubs Schuss strich allerdings haarscharf über die Latte (14.), Richie Mueller ließ den Pfosten singen (16.).

Kontrolle mit Schönheitsfehler
Trotz der stellenweise nicht von ihnen bevorzugten Matchups ließen sich die Löwen in ihrem Spiel davon wenig beeindrucken. Wenn es mit den gewünschten Kombinationen im Angriff nicht klappte, griffen sie auf das einfachste Mittel im Eishockey zurück. Getreu dem Motto „jeder Schuss ist ein guter Schuss“ scheute sich kein Löwe die Scheibe gen Martinovic zu befördern, sobald sich die Möglichkeit dazu gab.

Einen solchen, eigentlich eher harmlosen Schuss von Matt Tomassoni ließ Bietigheims Goalie in der 24. Minute dabei genau auf die Kelle von C.J. Stretch abtropfen, so dass der keine Mühe hatte für die Löwen auf 2:0 zu erhöhen.

Wie schon nach dem 1:0 suchten die Steelers nach dem Tor für die Löwen sofort wieder den Weg nach vorne, als ob sie versuchten den Treffer umgehend zu egalisieren, bevor der neue Spielstand in die Köpfe der Mannschaft einsickerte. Die Löwen konnten sich in dieser Sequenz wieder bei Brett Jaeger bedanken, dass die Führung in dieser Höhe auch noch länger Bestand hatte. Einen Puckgewinn nahe der eigenen blauen Linie nutzte Shawn Weller zu einem Konter, bei dem er allein auf Jaeger zulief. Jaeger blieb aber stets auf den Puck fokusiert, gab Weller keine Lücke zum Einschuss, so dass der Abschluss am Ende ein leichter Save für den Löwen-Goalie war (26.).

Im Nachhinein erschien es dabei fast so, als hätte Brett Jaeger mit diesem Save dem Bietigheimer „Attacke-Modus“ fast für das gesamte 2. Drittel die entscheidende Energie entzogen, denn die Löwen kontrollierten die Partie in der Folge und Bietigheim erspielte sich keine zwingenden Chancen.

Dies war dabei auch wieder der Tatsache zuzuschreiben, dass die Löwen ein weiteres Drittel ohne eigene Strafzeit agierten und das gefährliche Bietigheimer Powerplay somit nicht vor der 46. Minute in Aktion treten konnte.

Zum Anschluss vor dem Schlussabschnitt kamen die Hausherren dennoch. Nach einem Schuss von Matt McKnight blieben die Steelers in Puckbesitz und als Shawn Wellers Pfund von Bastian Steingroß noch abgefälscht wurde, war auch Brett Jaeger zum ersten Mal geschlagen (40.).

Eiskalte Löwen
Natürlich befeuerte dieser Treffer die Energie der Steelers für den Schlussabschnitt. Doch noch bevor diese Euphorie die Steelers auch nur ein einziges Mal ins Drittel der Löwen führte, stellten die dritte Formation der Löwen den alten Abstand wieder her. Über Clarke Breitkreuz und Lukas Laub fand der Puck Nils Liesegang der mit einem trockenen Schuss aus dem High-Slot nicht nur das 3:1 erzielte, sondern auch als erster Löwen-Spieler der 25-jährigen Geschichte 400 Punkte erzielte.

Als sich die Steelers wenige Minuten später doch einmal im Powerplay versuchen durften, war es neben dem guten Penalty-Killing der Löwen wieder einmal vor allem auf Brett Jaeger zurückzuführen, dass Bietigheim auch beste Gelegenheiten nicht in Tore ummünzen konnten. Vor dem Schuss von Matt McKnight hatte die Formation der Steelers die Box der Löwen durchaus gut auseinander gezogen, aber Jaeger antizipierte McKnights Schuss exakt so, wie er kam und hielt ihn sicher.

Eine weitere Glanzparade mit seinem Schoner, durch die Jaeger einen Schuss von René Schoofs, der als Trailer bedient wurde, parierte, verhinderte zu Beginn der 52. Minute, dass die Steelers vielleicht doch noch einmal Morgenluft schnuppern konnten.

Stattdessen entschieden die Löwen am Ende dieser Spielminute die Partie: Beinahe symptomatisch für den Verlauf der Serie bisher verpasste zunächst Matt McKnight den Puck aus aussichtsreicher Einschussposition für Bietigheim, den daraus folgenden Konter schlossen die Löwen in Person von Lukas Laub humorlos zum 4:1 ab (52.).

Auch wenn die Steelers durch Adam Borzecki im Powerplay noch einmal auf 2:4 verkürzten (57.) - der verhaltene Jubel bei Team und Fans der Steelers verdeutlichte, dass Bietigheim spürte, dass die Löwen auch heute nicht zu schlagen sein würden. Selbst mit sechs Feldspielern und freundlicher Hilfe der Löwen, die in den letzten zweieinhalb Minuten drei Empty-Net-Tore verschenken, kamen die Hausherren nicht mehr weiten heran.

Ausblick
Am Freitag, den 21.4., empfangen die Löwen die Steelers abermals in der Eissporthalle in Frankfurt. Spielbeginn ist wie immer um 19.30 Uhr. Ein mögliches Spiel 5 stiege wieder in der EgeTrans Arena Bietigheim - und zwar am Sonntag (23.4.) um 17.00 Uhr. Wobei wir nicht hoffen, dass es soweit kommt…

Tickets für die Heimspiele erhaltet Ihr wie immer im Löwen-Ticket-Shop. Außerdem überträgt SpradeTV die Final-Partien natürlich live. 

Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt 2:4 (0:1, 1:1, 1:2)

Statistik

Löwen Frankfurt:

Torhüter: Brett Jaeger, Florian Proske

Verteidiger: Eric Stephan, Max Gläßl, Pawel Dronia, David Cespiva, Joel Keussen, Nico Oprée, Matt Tomassoni

Angreifer: Patrick Jarrett, Christoph Gawlik, C.J. Stretch, Ricco Ratajczyk, Roman Pfennings, Brett Breitkreuz, Matthew Pistilli, Richard Mueller, Clarke Breitkreuz, Lukas Laub, Nils Liesegang

Trainer: Paul Gardner