Spielbericht

22. Heimsieg! Löwen gewinnen Showdown gegen Dresden

In einem zuweilen verrückten Spiel setzen sich die Löwen Frankfurt mit 6:5 nach Penaltyschießen gegen Dresden durch und bleiben Tabellenführer.

Frankfurt – Die Eissporthalle Frankfurt bleibt in der DEL2-Saison 2019/2020 eine beinahe uneinnehmbare Festung. Dies untermauerten die Löwen Frankfurt im letzten Heimspiel der regulären Saison einmal mehr. Gegen die Dresdner Eislöwen kamen sie dreimal von einem Rückstand zurück und gewannen am Ende mit 6:5 (1:1, 2:2, 2:2/1:0) im Penaltyschießen.

Durch den 22. Heimsieg der Saison festigten die Löwen den 1. Tabellenplatz. Mit drei Punkten Vorsprung auf Verfolger Freiburg und einer um 21 Treffer besseren Torbilanz gegenüber den Breisgauern ist der zweite Hauptrundengewinn in Folge einen Spieltag vor Ende der Hauptrunde wohl nur noch theoretisch in Gefahr. Stephen MacAulay (2), Roope Ranta (3) und Manuel Strodel trafen für die Löwen. Jimmy Hertel blieb im Penaltyschießen fehlerfrei.

Große Strafe bringt erstes Löwen-Tor

Die Löwen begannen wie zuletzt oft bei Heimspielen – mit viel Dampf und guten Möglichkeiten. Schon in der 3. Minute testete Max Eisenmenger Riku Helenius im Dresdner Tor. Zwei Minuten später rettete der Pfosten nach einem Schuss von MacAulay. Selbst ein erstes Überzahlspiel brachte die Gäste nicht wirklich ins Spiel. Erst in der 11. Minute musste Jimmy Hertel im Löwen-Tor erstmals nennenswert eingreifen.

Und dann passierte es doch – fast aus heiterem Himmel. Die Eislöwen fuhren einen 3-auf-2-Konter gegen nicht dicht genug am Mann spielende Löwen. Am Ende der Passkette hatte Mario Maoureux wenig Mühe, den Puck ins Tor zu befördern (11.).

Die Löwen übernahmen anschließend wieder weitestgehend das Zepter und prüften Helenius mehrere Male. Doch richtig gefährlich wollte es erstmal nicht werden – stattdessen wurde es ruppig. Kurz vor Ende des 1. Drittels schickten die Unparteiischen Arne Uplegger nach einem Check gegen den Kopf von Luis Schinko frühzeitig zum Duschen. Bevor der Dresdner dort aber ankam, zeigte ihm Magnus Eisenmenger, was er von der Aktion hielt…

Im folgenden fünfminütigen Powerplay gelang den Löwen der Ausgleich. MacAulay hatte im rechten Slot viel Platz und Zeit, schaute sich den Goalie der Gäste aus und schlenzte den Puck dann unhaltbar ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich wenige Sekunden vor der ersten Pause.

Wildes Mitteldrittel

Die Löwen begannen den Mittelabschnitt mit einem Mann mehr auf dem Eis. Mehr als drei Minuten waren von Upleggers Fünf-Minuten-Strafe noch zu spielen. Immer wieder lief der Puck gut, aber ein Tor sprang bis zum Ende der Überzahl nicht heraus. Der Treffer fiel dann aber kurz darauf auf äußerst kuriose Art und Weise. Nach einem Schuss von Ranta von der rechten Seite kullerte die Scheibe Richtung langer Pfosten. Dort stand Dresdens Niklas Jentsch allein auf weiter Flur. Doch statt den Puck einfach wegzuschlagen, drehte er sich und schob die Scheibe dabei ins eigene Netz. Der äußerst (un)glückliche Treffer wurde schließlich Ranta zugesprochen (24.).

Lange hielt die Löwen-Führung allerdings nicht. In der 28. Minute setzte sich Petr Pohl gegen zwei Gegenspieler durch und schloss zum 2:2 ab. In der 32. Minute gingen die Sachsen erneut in Führung. Bei einem Powerplay der Löwen entstand nach einem versprungenen Puck eine 2-auf-1-Situation für Dresden, die Nick Huard nach Zuspiel von Toni Ritter zum 3:2 für die Gäste nutzte.

Die Löwen zeigten sich davon unbeeindruckt. Noch im selben Powerplay gelang der erneute Ausgleich. MacAulay erhielt den Puck von Adam Mitchell und lief zentral vors Tor. Sein trockener Schuss erwischte Helenius auf dem falschen Fuß und brachte den 3:3-Ausgleich (32.).

Nach Strafen gegen Lukas Koziol und Daniel Wirt spielten die Eislöwen dann 55 Sekunden lang in doppelter Überzahl. Doch die Löwen stemmten sich aufopferungsvoll dagegen und verhinderten einen nennenswerten Abschluss. Dann wurde es erneut kurios. Nach einem abgefälschten Schuss der Sachsen in der 37. Minute prallte der Puck vom Plexiglas hinterm Tor aufs Tornetz. Von dort fiel er vors Tor, wo die Gäste gegen verdutzt schauende Löwen einnetzen. Doch der Jubel wurde im Keim erstickt. Die Schiedsrichter gaben den Treffer nicht. Offenbar hatte ein Dresdner Spieler den Puck per Hand vom Tor der Löwen gespielt.

Entscheidung im Penaltyschießen

Das 3. Drittel begann mit einem schnellen Treffer der Dresdner. Während die Löwen wechselten, versprang der Puck und eröffnete Ritter einen Konter. Im Alleingang lief er auf Hertel zu und ließ dem Löwen-Goalie keine Chance (44.). Dresden lang erneut vorn – 4:3.

Und erneut schlugen die Löwen zurück. Und sie taten es erneut in Überzahl. Von der blauen Linie aus zielte Ranta ganz genau. Sein Schuss ging an Freund und Feind vorbei und schlug hinter Helenius – dem die Sicht versperrt war – ein zum 4:4 (47.).

In der 52. Minute gingen dann mal wieder die Löwen in Führung. Die dritte Reihe eroberte den Puck durch gutes Forechecking im gegnerischen Drittel. Ein Schuss von Mike Mieszkowski aus dem Slot blieb zwar hängen. Doch der Puck prallte zu Strodel, der nicht lange fackelte und die Scheibe zum 5:4 für die Löwen in die Maschen drosch.

Fortan kontrollierten die Löwen die Partie weitestgehend. MacAulay und Mitchell hatten sogar noch gute Chancen. Dann verfehlte Eddie Lewandowskis Schussversuch ins leere Dresdner Tor sein Ziel. Doch kurz darauf gab eine umstrittene Strafe gegen die Löwen den Gästen eine letzte Chance – und sie nutzten diese. Helenius wurde durch einen sechsten Feldspieler ersetzt und bei 6-gegen-4-Überzahl traf Pohl zum 5:5-Ausgleich. Da waren nur noch 27 Sekunden zu spielen.

In der Verlängerung waren die Löwen die klar tonangebende Mannschaft, die sich gleich mehrere gute Möglichkeiten erspielte, aber an Helenius oder den eigenen Nerven scheiterte. So musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Nach einem Fehlschuss auf beiden Seiten blieb Ranta gegen seinen Landsmann eiskalt. Hertel parierte die beiden anschließenden Schüsse der Eislöwen und sicherte so den Frankfurtern den 22. Heimsieg.

Ausblick: Letztes reguläres Saisonspiel in Heilbronn

Am Sonntag, den 1. März treten die Löwen Frankfurt am letzten Spieltag der regulären Saison bei den Heilbronner Falken an. Spielbeginn in der Kolbenschmid Arena ist um 18:30 Uhr. Am Freitag, den 13. März geht es dann mit dem Playoff-Viertelfinale los. Auf wen die Löwen im ersten Spiel der Best-of-Seven-Serie treffen, steht noch nicht fest. Tickets für die Playoffs gibt’s im Löwen-Ticket-Shop.

Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 6:5 n.P. (1:1, 2:2, 2:2/1:0)

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