Spielbericht

2:3 - Vom Pech des Tüchtigen

Trotz einer optisch und statistisch überlegen geführten Partie ziehen die Löwen gegen Bad Nauheim den Kürzeren.

Frankfurt (DJ) – „Erst kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu“. Treffender als mit den Worten des „Philosophen“ Jürgen Wegmann ist die Partie des 9. Spieltages der laufenden DEL2-Saison aus Sicht der Löwen wohl kaum zu beschreiben. Denn (gute) Chancen hatten die Löwen viele; in jedem Fall genug um mehr Tore als die beiden Treffer von Max Faber und Pierre Preto zu erzielen. Doch Bad Nauheims Goalie Felix Bick und das Torgestänge verhinderten insgesamt 39-mal einen weiteren Grund zum Jubeln für die Löwen-Fans unter den insgesamt 6002 geimpften oder genesenen Zuschauern in der Eissporthalle Frankfurt.

In Teufels Küche

Dabei begann alles nach Plan: Als Max Faber nach nur 94 Sekunden zur Führung für die Löwen traf, kochte die schon vor Beginn der Partie nahe dem Siedepunkt brodelnde Stimmung in der Löwen-Kurve erstmals über. Von Dylan Wruck bedient, zwirbelte Faber einen platzierten Handgelenksschuss auf das Nauheimer Tor, das ein ungläubiger Goalie Felix Bick glaubte vollkommen abgedeckt zu haben- der Puck allerdings fand eine kleine Lücke über die Fanghand ins Netz (2.).

Wäre 58 Minuten später Fabers Schlagschuss aus etwas zentralerer Position nochmals eingeschlagen, hätte sich wohl der Deckel von der Eissporthalle gehoben. Doch -um in der Philosophie zu bleiben- "Sport ist nunmal kein Konjuktiv" und so klingelte der letzte Schuss der Partie nur am Pfosten und die Löwen verpassten den Last-Minute-Ausgleich um Zentimeter.

„Nach der Führung haben wir plötzlich aufgehört Eishockey zu spielen“ monierte Head-Coach Bo Subr nach der Partie und beschrieb damit die folgenden Minuten, in denen die Löwen ihren Gegner nach dem perfekten Auftakt wieder ins Spiel zurück einluden.

Erst kühlte eine Strafe kurz nach der Führung das Momentum der Löwen, nur drei Minuten später brachte Jordan Hickmott die EishockeyCracks aus der Wetterau auf die Anzeigentafel. Einen initialen Schuss von Tomas Schmidt parierte Löwen-Goalie Jake Hildebrand gut aus der Gefahrenzone, aber genau auf die Kelle von Hickmott, der wenig Mühe hatte, den Rebound zum 1:1 zu versenken.

Auch zum späteren zweiten Bad Nauheimer Tor gab Hildebrand unfreiwillig den „Assist“. Einen Pass ins Zentrum an den Torraum klärte er per Poke-Check, servierte die Scheibe damit aber dem herantreibenden Fabian Herrmann, der sich mit dem 1:2 bedankte (22.).

Jake in the Box

Die beiden unglücklichen Szenen dürfen dabei keinesfalls über Hildebrands abermals starkes Spiel hinwegtäuschen. 27 Saves standen für den Goalie mit der besten Fangquote der Liga am Ende zu Buche. Allein im zweiten Drittel entschärfte er drei Alleingänge gegen Hickmott (26.), Vause (30.) und Keck (33.). Dazu blieb er in vier Unterzahlsituationen ohne Gegentor.

Wirklich gefährlich wurden die EishockeyCracks aus Bad Nauheim nur, wenn die Löwen sie ließen. Oder wie Bo Subr es ausdrückte: "Wir waren über sechzig Minuten nicht konstant genug". Oft orchestrierten die Löwen das Geschehen auf dem Eis, auch wenn der ECN durchgehend gewohnt hochmotiviert und vor allem läuferisch engagiert versuchte die Maschinerie der Löwen zu bremsen. Verlorene Zweikämpfe an den Banden und mitunter etwas zu unsaubere Pässe ließen die Löwen aber nicht ihre Dominanz aus den ersten sieben Saisonspielen entfalten.

Das Pech des Tüchtigen

Und manchmal stand auch einfach „nur“ simples Pech zwischen den Hausherren und einem weiteren Treffer. Alexej Dmitriev hatte in der 12. Minute Felix Bick per Bauerntrick schon genarrt, bekam den Puck dann aber knapp nicht über die Linie justiert.  

Ein provozierter Puckverlust im Mitteldrittel ermöglichte Dylan Wruck einen Alleingang, auch er hatte Bick mit seinem Move aus der Position gebracht, bekam den Puck allerdings nicht über dessen Schoner gehoben (22.). 

Das Spiel, wie es sich Bo Subr wünschte, gelang den Löwen so wirklich nur in der 29. Minute. Da setzten sich die Löwen im Angriffsdrittel fest, hinderten Bad Nauheim mehrfach am Klären der Zone und gewannen die Zweikämpfe an der Bande. Max Faber bediente den im Zentrum lauernden Pierre Preto perfekt auf dessen Schaufelrad und sein One-Timer besorgte das 2:2 (29.).

Außer Betrieb

Zum Leidwesen der Löwen machte ausgerechnet heute das Powerplay keine Beute. In der ersten Überzahl ab der 32. Minute gelang ihnen zwar über 70 Sekunden ein ordentliches Feuerwerk mit etlichen Abschlüssen (allein Matt Carey mit vier Schüssen), aber keinem Treffer.

Im zweiten Löwen-Powerplay (ab. 44.) fiel zwar ein Treffer- allerdings auf der falschen Seite. Ein Puckverlust an der blauen Linie ermöglichte Tyler Vause und Mick Köhler einen 2-gegen-1-Konter, den Vause mit einem perfekt platzierten Schuss zum 3:2 abschloss (46.).

Auf der Gegenseite fehlte den Löwen in eigener Unterzahl abermals das Glück. Carson McMillan eroberte im Forechecking den Puck, scheiterte mit seinem spontanen Abschluss aber an Felix Bick.

Zweimal gelang es den Löwen Bad Nauheims Goalie im Schlussdrittel zu überwinden, beide Male allerdings klingelte der Puck nur artig am Gestänge, anstatt ins Tor einzutreten. Nach Kevin Maginots Schlagschuss (53.) hatten die Löwen noch einige Gelegenheiten, Max Fabers Pfostentreffer in den Schlusssekunden war nicht nur der akustische Schlusspunkt der Partie.  

Ausblick

Am Sonntag wartet auf die Löwen schon das nächste Spitzenspiel. Ab 17.00 Uhr gastieren sie in Crimmitschau zum ersten Aufeinandertreffen mit dem aktuell Tabellenzweiten. Spielbeginn im Sahnpark des ETC ist bereits um 17.00 Uhr. Natürlich überträgt SpradeTV die Partie live.

Danach reisen die Löwen nach Ravensburg, wo sie am Dienstag, 2.11. auf die Towerstars treffen.

 

Löwen Frankfurt – EishockeyCracks Bad Nauheim Since 1946 2:3 (1:1, 1:1, 0:1)

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