Spielbericht

4:3-Sieg gegen Kaufbeuren: Ein Duell in Schwartz-Vajs

In Kaufbeuren gewinnen die Löwen gegen Stafan Vajs & Co. dank eines Hattricks von Rylan Schwartz und unglaublichen 61 Saves von Bastian Kucis.

Kaufbeuren (DJ) – Advent, Advent, das Torlicht brennt. Am 4. Advent und dem 25. Spieltag der laufenden DEL2-Saison gewinnen die Löwen Frankfurt in Kaufbeuren mit 4:3. Trotz zweier Rückstände und einer nahezu unglaublichen offensiven Feuerkraft der „Joker“, für die offiziell 64 Schüsse auf das Tor von Bastian Kucis gezählt wurden, siegen am Ende die Löwen und feiern somit ein „6-Punkte-Wochenende“. Matchwinner für die Löwen war Rylan Schwartz mit einem Hattrick, den Game-Winner erzielte Carson McMillan.

The Force? No, the Schwartz!

Schwartz eröffnete das Scoring in der 14. Minute mit dem 1:0. Eine tief gespielte Scheibe von Kyle Sonnenburg hielt Dylan Wruck in der Offensivzone, den initialen Schuss von Ryon Moser parierte Stefan Vajs noch reaktionsschnell. Bei Schwartz‘ Homerun-Nachschuss aus der Luft war der Goalie des ESVK allerdings machtlos.

Die abermalige Co-Produktion der „Triple-Y-Line“ entstand praktisch „außerplanmäßig“, denn wie schon beim Spiel gegen Heilbronn agierten die Löwen mit neu formierten Sturmreihen. Zu Wruck und Moser rückte Yannick Wenzel, Rylan Schwartz agierte dafür an der Seite von Carson McMillan und Tomas Sykora.

Und im zweiten Drittel zahlten sich diese Umstellungen aus. Der zuvor drei Spiele ohne Punkt gebliebene Schwartz komplettierte mit zwei weiteren Treffern seinen Hattrick. In der 23. Minute blockte Schwartz zunächst unfreiwillig einen Schuss von Markus Freis, reagierte im Fallen dann aber schneller als sein Gegenspieler und hobelte den Rebound in Gehäuse. Später querte Schwartz zielgerichtet die Schussbahn eines Strahls von Max Faber und winkelte die Scheibe unhaltbar ins Kreuzeck (34.).

Joker mit dem Ass im Ärmel

Brachte Schwartz die Löwen im ersten Drittel noch in Front, hielten seine Treffer im zweiten Abschnitt die Löwen am Leben. Denn Kaufbeuren ging noch vor der ersten Pause in Front.

Das Kaufbeurer Pendant zu Schwartz‘ Formation war am heutigen Abend das Trio Sami Blomqvist, Braden Gracel und Markus Lillich. Nur 58 Sekunden nach dem 1:0 der Löwen gelang zunächst Blomqvist der Ausgleich. Aus einem „lucky bounce“ im Drittel der Löwen gewann er den Puck, der eigentlich dem Spielgeschehen „hinterherlaufende“ Gracel war plötzlich völlig frei, bediente seinen Nebenmann per Doppelpass erneut, so dass dieser den Puck nur noch ins offene Tor einschieben musste (15).

Nicht minder glücklich entstand Kaufbeurens erste Führung drei Minuten später. Nach einem versuchten Bauerntrick von Blomqvist prallte die Scheibe vom Schlittschuh Dylan Wrucks auf die Kelle von Markus Lillich. Der traf die Scheibe zwar nicht richtig, doch der Impuls genügte um das 2:1 zu markieren (18.). Nach Schwartz 2:2-Ausgleich bewahrte Bastian Kucis die Löwen in der 27. Minute vor einem weiteren Treffer durch das „Blomqvist-Trio“ als er mit einem starken Split-Save am langen Pfosten gegen Lillich rettete.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Löwen aber bereits wieder zurück, da Sören Sturm in Überzahl zum 3:2 getroffen hatte (25.). Strafen gegen Markus Freis (24.) und Max Faber (25.) bescherten den Jokern 38 Sekunden gegen nur drei Löwen. Trotz einer wenig festlichen PP-Quote von nur 15,6 % (Rang 13 in der Liga)- dank der doppelten Überzahl klingelte Sturms One-Timer aus dem halblinken Zentrum im Netz, ehe die Löwen-Defensive dem initialen Querpass folgen konnten.

Powerplay ist Trumpf

Aber Powerplay können auch die Löwen. Mit 29,3 % Erfolgsquote stellen sie das beste Überzahlspiel der Liga und auch gegen die Joker führte es die Löwen wieder zum Erfolg. Ein perfekter Diagonalpass von Dylan Wruck findet durch den Slot die Kelle von Carson McMillan, der mit einem platzierten Snap-Shot zum 4:3 vollendet (34.).

Dass dieser Treffer kurz nach „Halbzeit“ der Partie schon der Game-Winner sein würde, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. Erst Recht nicht in Betracht der schier unglaublichen Offensiv-Power der Hausherren die von der Statistik satte 25 Torschüsse allein im zweiten Drittel verzeichnet bekamen.

Im Schlussabschnitt rejustierten sich die Löwen in der Defensive allerdings, erlaubte „nur noch“ 22 „Torschüsse“ (abgegeben) und hielten die Joker häufiger als in den Dritteln zuvor aus dem Zentrum fern. Entsprechend hatte Bastian Kucis weniger Mühe seine Hausaufgaben zu machen. Echte Prüfungen ergaben sich v.a. in zwei Powerplays (ab 49. und ab 57. Min), doch auch hier reüssierte der Goalie der Löwen, oft allein dank seines starken Positionsspiels. So parierte er in der 58. Minute einen gefährlichen Tip von Tyler Spurgeon aus dem Slot und sicherte seinem Team letztlich dank - offiziell gezählter - 61 Saves den 4:3-Sieg.

Ausblick

Am Donnerstag, den 23.12., gastieren die Löwen zum vorweihnachtlichen Löwen-Duell in Bad Tölz. Spielbeginn bei den „Buam“ in Oberbayern ist um 19.30 Uhr.
Zum traditionellen Weihnachtsspiel am 2. Feiertag, Sonntag den 26.12., gibt es ein Wiedersehen mit dem ESV Kaufbeuren. Die Partie in der Eissporthalle beginnt, wie gewohnt, um 18.30 Uhr. Tickets gibt es im Löwen-Ticket-Shop. Für alle, die den Weihnachtsbraten lieber daheim verdauen, überträgt SpradeTV natürlich alle Partien live.

ESV Kaufbeuren – Löwen Frankfurt 3:4 (2:1, 1:3, 0:0)

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