Spielbericht

Arbeitssieg! Löwen gewinnen im Overtime-Thriller vor Weihnachten

In der vorletzten Minute der Verlängerung beschert Sebastian Collberg den Löwen einen 2:1-Sieg über den EV Landshut im letzten Spiel vor Weihnachten.

Frankfurt (DJ) – „Outeverythinged“: in allen Belangen überlegen präsentierten sich die Löwen Frankfurt zum vorweihnachtlichen Duell gegen den EV Landshut am 15. Spieltag der laufenden DEL2-Saison.

26:8 Torschüsse standen nach 40 Minuten in der Statistik, auf der Anzeigentafel leuchtete aber nur ein 1:0 durch David Suvantos Treffer aus der 2. Minute. Und „natürlich“ kam es dann wie es kommen musste: Phillip Messing gelang in der 55. Minute der 1:1-Ausgleich, der die Partie schlussendlich in die Verlängerung schickte. Mit dem neunten (!) Torschuss der Löwen in der Overtime erlöste Sebastian Collberg schießlich die tapfer kämpfenden Löwen 82 Sekunden vor dem Ende und bescherte seinem Team zwei wichtige Punkte vor Weihnachten und den sechsten Heimsieg in Serie.

Outshot, outskated….

Vom ersten Shift an dominierten die Löwen das Spielgeschehen in allen Belangen. 10:3 Torschüsse standen nach 20 Minuten zu Buche, und das, obwohl Landshut zweimal in Überzahl spielte. Aber die Löwen agierten in jedem Wechsel mit einer immens hohen Laufbereitschaft und pinnten Landshut ein ums andere Mal in deren Drittel; stellenweise sogar in Unterzahl.

Schon im ersten Wechsel hätten die Löwen in Führung gehen können. Adam Mitchell gewann den Puck in der rechten Ecke, bediente den völlig freien Collberg im Slot, doch der traf den One-Timer nicht richtig.

Outscored…

Neben der Top-Formation sorgte vor allem die neu formierte dritte Reihe (Eddie Lewandowski, Carter Proft, Manuel Strodel) immer wieder für Alarm in der Offensive. Allein Proft, den die Beförderung in diese Reihe praktisch „wiederbelebt“ hat, kam dreimal zum Abschluss.

Und auch das 1:0 ging auf das Konto der dritten Formation. Suvanto erzielte den Treffer mit einem satten und perfekt platzierten Schlagschuss an den Innenpfosten, nachdem Proft und Lewandowski den Puck im Drittel hielten und schließlich Strodel den offenen Verteidiger an der blauen Linie bediente (2.). Dimitri Pätzold im Tor der Gäste hatte keine Chance.

Outhustled…

Auf der anderen Seite erlebte Bastian Kucis ein sehr arbeitsarmes Eröffnungsdrittel. In Anbetracht von Landshuts Offensivstatistiken (47 Tore sind aktuell die drittmeisten Treffer der Liga) war dieser Auftakt für Kucis nicht zu erwarten.

Überhaupt hat Landshut in dieser Saison wenig mit dem Aufsteiger aus dem letzten Jahr gemeinsam, der die Hauptrunde als Tabellenletzter abschloss. Die lange Off-Season nutzen die einstigen „Cannibals“ zu einigen guten Transfers, allen voran das von den Newfoundland Growlers losgeeiste Duo Marcus Power und Zach O’Brian, der aktuell Top-Scorer der Liga ist (10 Tore, 15 Assists in 11 Spielen). Zusammen mit Felix Schütz schossen sie den EVL in die Top-5 der Tabelle. Zuletzt kassierte Landshut allerdings drei Niederlagen in Serie und Schütz ging zurück in die DEL (Mannheim). Um dessen Verlust und die Absage von Colton Beck (Vertragsauflösung) zu kompensieren, verpflichtete EVL-Geschäftsführer und Ex-Lion Ralf Hantschke in den letzten Tagen kurzerhand Alexander Dersch (aus Düsseldorf) und Arturs Kruminsch (Krefeld) sowie Drew Melanson (letztes Jahr Bayreuth Tigers).

Outworked…

Kruminsch rückte heute direkt neben das Duo Power/O‘Brian in die Top-Formation. Doch in den ersten beiden Dritteln war die Reihe komplett abgemeldet. Zumeist gegen Kyle Sonnenburg und Leon Hüttl, dem neuen Top-Pairing der Löwen, aber auch den anderen Defensiv-Formationen sahen die Landshuter kein Land. Auffälligste Szene bis zum Schlussdrittel war ein Laufduell, das O’Brien gegen Hüttl für sich entschied und dabei eine Strafe zog.

Den einzigen Vorwurf, den man dem Spiel der Löwen bis zum Schlussdrittel machen konnte, war, dass sie aus ihrer Dominanz nicht mehr Tore erzielten. Trotz 16:5 Torschüssen im 2. Drittel stand es auch nach 40 Minuten nur 1:0.

Outchanced…

Zweimal scheiterten die Löwen dabei am Pfosten. Bei einer dreifachen Chance in der 29. Minute klingelte zunächst Collberg mit einem Snap Shot aus der Nahdistanz am Gestänge, im Nachschuss scheiterten Mitchell und schließlich auch Hüttl aus der Distanz. Einen schnellen Gegenzug der Mieszkowski-Brüder schloss „Big Mike“ nach einem schönen Doppelpass mit seinem Bruder ab, scheiterte jedoch an der Latte.

Aber die Geschichte eines Spieles schreibt sich erst nach 60 Minuten und trotz aller Dominanz der Löwen war Landshut zu Beginn des Schlussdrittels noch voll im Spiel. Proft, der im 3. Drittel zwischen Mitchell und Collberg in die erste Reihe bei den Löwen rückte, hatte in der 44. Minute den „Versicherungs-Treffer“ auf der Kelle, traf den One-Timer nach perfekter Vorlage von Collberg aber nicht richtig.

Autsch

Natürlich kurbelte Landshut in der Folge die Offensive an und setzte die Löwen verstärkt unter Druck. Bis zur 53. Minute sprang allerdings dennoch nicht mehr als ein glückliches Break für Zach O’Brien heraus, der plötzlich allein auf Kucis zulief und diesen tunneln wollte, doch an Kucis glänzender Reaktion scheiterte.

Ein umstrittenes Powerplay aufgrund einer (angeblichen) Spielverzögerung brachte Landshut ab der 53. zum fünften Mal in Überzahl. Zwar hielten Kucis und die Löwen-Defensive auch in dieser Phase dem zunehmenden Druck des EVL stand, Sekunden nach Ablauf der Strafe fiel allerdings das 1:1. Messing hielt die Kelle in einen Schuss von Maximilian Brandl und fälschte die Scheibe unhaltbar für Kucis unter das Tordach ab.

Outlasted

Ein Puckverlust der Landshuter Defensive schenkte Martin Buchwieser nochmal die Gelegenheit Strodel in Szene zu setzen, doch seinen Abschluss parierte Pätzold.

So ging das Spiel nach 60 Minuten mit 1:1 in die Verlängerung. Proft, Strodel, Collberg, Mitchell und Wood hatten den Sieg für die Löwen schon auf der Kelle, ehe Collberg gefühlt „in letzter Minute“ mit einem eingesprungenen Becker-Hecht den erlösenten 2:1 Game-Winner besorgte.

Ausblick

Am Samstag, den 26. Dezember gastieren die Löwen zum Weihnachtsspiel in Heilbronn. Spielbeginn im Nest der Falken ist um 18:30 Uhr. Zwei Tage später, am Montag, den 28. Dezember empfangen die Löwen dann ihre eisigen Artgenossen aus Dresden zum nächsten Heimspiel (Spielbeginn 19:30 Uhr). Alle Spiele überträgt SpradeTV live.

Löwen Frankfurt – EV Landshut 2:1 (1:0, 0:0, 0:1, 1:0)

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