Spielbericht

Auftaktsieg im Hessen-Derby

Zum Auftakt der Spielzeit 2020/2021 gewinnen die Löwen Frankfurt gegen Kassel mit 4:3 nach Penaltyschießen.

Frankfurt (DJ) – Ohne Zuschauer, aber mit einem Kracher begann die neue DEL2-Spielzeit am Freitagabend in Frankfurt: Löwen Frankfurt gegen Kassel Huskies, das große Hessen-Derby in der Eissporthalle. Und der Spielverlauf wäre auch ein Garant für eine ordentliche Stimmung gewesen. Mit 3:0 gingen die Löwen durch Treffer von Martin Buchwieser, Kyle Wood und Carter Proft bis zur 22. Minute in Führung, ehe die Huskies noch im 2. Drittel durch Ryan Olsen, Nathan Burns und Dominik Tiffels zum Ausgleich kamen. Danach fand die Partie bis zum Ende der Verlängerung keinen Sieger, erst Eddie Lewandowskis Treffer im Penaltyschießen ließ die Löwen triumphieren.

Es waren schon sehr ungewohnte Eindrücke zu Beginn des Spiels, als die Huskies ohne Pfiffe das Eis betreten konnten und man die Vorstellung der Spieler ordentlich artikuliert verstand. Und als wären die Verhältnisse ohne Zuschauer in der Eissporthalle nicht schon seltsam genug, zogen die Löwen zum Saisonauftakt auch noch auf die andere Spielerbank (vor der einstigen Pistenbar) um. Doch auf dem Eis zeigten sich die Spieler scheinbar wenig beeindruckt von den Umständen.

Gelungene Eröffnung

Die Löwen eröffneten das Scoring in der 5. Minute als Buchwieser einen Gegenzug nach vorangegangenem Puckgewinn in der Verteidigung zur Führung vollendete. Über links durch eine Vorlage von Lewandowski in Szene gesetzt, kam Alexej Dmitriev zum Schuss, den Jerry Kuhn zwar noch parierte, gegen den Rebound von Buchwieser aber machtlos war. Die First-Line blieb während des 1. Drittels Frankfurts gefährlichste Reihe, die Kassel immer wieder im eigenen Drittel einschnürte und zu mehreren Abschlüssen kam.

Das 2:0 besorgte Neu-Verteidiger Wood, der im Powerplay offen auf links wartend von Sebastian Collberg gefüttert wurde und den One-Timer unhaltbar für Huskies Goalie Kuhn im Tor versenkte.

Die Zwei-Tore-Führung nach 20 Minuten spiegelte in etwa auch die Kräfteverhältnisse im 1. Drittel wider, dass die Löwen klar bestimmten. Kassels neun Schüsse waren allesamt kaum eine Herausforderung für Patrick Klein im Tor der Löwen. Vor Kuhn hingegen war deutlich mehr los, nicht nur weil die Löwen sich mehrfach im Drittel festsetzten, sondern auch zu insgesamt 15 Schüssen kamen. Nicht eingerechnet der Latten-Treffer von Collberg aus der 1. Minute, dem nur wenige Zentimeter für eine noch frühere Führung der Löwen fehlten.

Auch mit seinem zweiten Abschluss in der 25. Minute scheiterte Collberg, der bedingt durch die Ausfälle von Adam Mitchell und Stephen MacAulay an der Seite von Christian Kretschmann und Luis Schinko stürmte, nur äußert knapp an Kuhn.

Dreimal Löwen, dreimal Kassel

Zuvor hatten die Löwen schon auf 3:0 erhöht gehabt. Proft hatte für die Löwen zu Beginn des 2. Drittels (22.) getroffen, doch drei kleine Unachtsamkeiten kosteten die Frankfurter die Kontrolle über die Partie.

Olsen nutzte bei angezeigter Strafe gegen die Löwen den Platz auf der rechten Seite und drückte den Puck zum Kasseler Treffer über die Linie. Und promt erwachte Kassel aus der Sommerpause. Burns (29.) bei einem zügigen Gegenstoß und  Tiffels (32.) im Rückraum wurden von der Löwen-Defense zweimal etwas zu viel Platz vergönnt und beide Male nutzten dies die Huskies zum Ausgleich.

Und fast wäre es noch dicker gekommen für die Hausherren. Eine ungünstige Wechselsequenz während eines Offensiv-Pinches von Wood ermöglichte den Huskies einen 2-gegen-0-Konter, doch Marcel Müller, die Leihgabe der Kölner Haie, scheiterte mit seinem Abschluss nach Querpass von Brett Cameron an Kleins Schoner.

Im Überhang eines Kasseler Powerplay zu Beginn des Schlussdrittels verhinderte dann nur der Pfosten ein Tor Müllers (41.).

Neutralisierung im Schlussdrittel

Nach überstandener Unterzahl zeigten sich die Löwen dann wieder zunehmend in der Form des ersten Drittels. So bekamen die Löwen in der Defensive wieder deutlich besser Zugriff auf die Huskies und erlaubten weniger Abschlüsse als ihnen das im Mitteldrittel gelang.

Offensiv hatten Leon Hüttl (48.), Buchwieser (49.) und Luis Schinko (50.) gute Möglichkeiten zur erneuten Führung für die Löwen, scheiterten aber am Pfosten oder Kuhn, der seinen Huskies in dieser Phase das 3:3 festhielt. Eine kleinliche Strafe gegen Marius Erk (51.) beendete die Drangphase der Löwen dann allerdings abrupt.  

Nachdem die Löwen auch die vierte Strafe gegen sich mit starkem Penalty-Killing schadlos überstanden, neutralisierten sich beide Teams bis in die Schlussminute offensiv weitestgehend. Eine Strafe gegen Olsen, der Schinko mit einem überharten Check in Richtung Kopf auf Eis schickte, brachte die Hausherren allerdings noch einmal in Überzahl. Zwar setzten sich die Löwen direkt in der Zone fest und kamen durch Wood und David Suvanto auch mehrfach zum Abschluss - der Siegtreffer gelang ihnen bis zur Sirene nach 60 Minuten allerdings nicht mehr.

Sieg mit Extraschicht

Da es auch in der fünfminütigen Verlängerung beim 3:3 blieb, musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Gleich im ersten Anlauf für die Löwen verwandelte Lewandowski durch die Beine von Kuhn. Auf der anderen Seite vereitelte Löwen-Goalie alle Versuche der Huskies, so dass die Löwen am Ende mit 4:3 die Oberhand behielten.

Ausblick

Am Sonntag reisen die Löwen nach Landshut. Spielbeginn im ehrwürdigen Eisstadion ist um 17:00 Uhr. Natürlich sind auch hier leider keine Zuschuer erlaubt, SpradeTV zeigt die Partie aber selbstverständlich live.

Löwen Frankfurt - Kassel Huskies 4:3 n.P. (2:0, 1:3, 0:0/1:0)

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