Spielbericht

Ausrufezeichen gegen den Vizemeister

Trotz zweier Rückstände bezwingen die Löwen den EHC Red Bull München mit 4:3 n.P.

Frankfurt (MK) – Zwar konnten die Löwen Frankfurt von ihrem „Roadtrip“ nach Berlin und Nürnberg lediglich einen Zähler mit in die Mainmetropole bringen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Moral stellte der Aufsteiger beim amtierenden Meister wie auch in Franken jedoch eindrucksvoll unter Beweis.

Und so ging das Rudel von Löwen-Dompteur Gerry Fleming auch gegen den Vizemeister und Titelkandidaten Nummer 1 aus München selbstbewusst und forsch zu Werke. Die Löwen sicherten sich mit beherzter Offensive und einem überragenden Jake Hildebrand trotz zweier Rückstände vor 5.351 Zuschauern einen 4:3-Sieg nach Penaltyschießen. Die Treffer für die Löwen erzielten Ryon Moser, Dominik Bokk und Brett Breitkreuz, den Zusatzpunkt sicherte Brendan Ranford mit seinem Tor.

Coast-to-Coast nach kalter Dusche

Gerade einmal 76 Sekunden waren gespielt, da sorgte Ben Street (2. Spielminute) für die frühe Führung der Gäste. Der Kanadier profitierte von einem Puckverlust im Spielaufbau der Löwen. Freistehend vor Jake Hildebrand, der nach seiner Pause am Dienstag wieder für die Hausherren zwischen den Pfosten begann, netzte der Kanadier eiskalt ein.

Die Löwen brauchten einen Moment, sich von diesem frühen Schock zu befreien, fanden dank einer Strafe gegen Münchens Frederik Tiffels dann jedoch auch in die Partie - und läuteten eine wilde „Coast-to-Coast“-Phase ein. Während Simon Sezemsky (5.) und Ryon Moser (6.) aus guten Positionen den unmittelbaren Ausgleich in Überzahl verpassten, hatte Ben Street den frühen Doppelpack auf der Kelle.

Eine famose Rettungstat von Reid McNeill im Backchecking, gegen den allein auf das Löwen-Gehäuse zustürmenden Patrick Hager, werteten die Unparteiischen als Halten und verhängten einen Penalty (6.). Jake Hildebrand zeigte sich gegen den aufreizend lässig anlegenden Ben Street jedoch gewohnt nervenstark.

Beide Teams hatten nun Freude gefunden am offensiven Schlagabtausch, konnten aus Lücken in der Defensive jedoch keinen Profit schlagen. Die Löwen bedankten sich bei Goalie Jake Hildebrand, der gegen Andreas Eder (10. und 17.) im 1-gegen-1 zweimal die Oberhand behielt.

Schlagabtausch zu Gunsten der Löwen

Wer nach dem ersten Pausentee eine defensivere Ausrichtung beider Teams erwartet hatte, sah sich getäuscht. Zwar unterbanden beide Abwehrverbünde nun besser Alleingänge auf ihre Keeper, die dennoch weiterhin Schwerstarbeit verrichten mussten. Dass ein solch offener Schlagabtausch den Aufsteiger und nicht das starbesetzte Ensemble aus München bevorzugte, sorgte für Begeisterung auf den wieder gut gefüllten Rängen der Frankfurter Eissporthalle.

Ryon Moser belohnte die Offensivbemühungen der Hausherren und spielte Münchens Schlussmann Danny Aus den Birken nach starkem Forecheck gekonnt aus (26.). Der Vizemeister zeigte sich beeindruckt vom forschen und offensiven Auftritt der Südhessen, konterte jedoch in Person von Andreas Eder, dem per One-Timer (29.) aus halbrechter Position mehr Glück beschieden war als bei seinen Breakaways im ersten Abschnitt.

Ruhe in die bayrische Hintermannschaft brachte jedoch weder diese erneute Führung noch das sich anschließende Powerbreak. Nach erneut giftigem Forecheck glich Dominik Bokk auf Zuspiel von Brendan Ranford mit einem Schuss über die Fanghand Aus den Birkens (32.) aus.

Nun waren wieder die Gäste am Zug, doch Zachary Redmond scheiterte nach sehenswerter Kombination mit seinem One-Timer an Jake Hildebrand (37.). Als die Münchner mit den Gedanken schon in der Kabine schienen, schlugen die Löwen kurz vor der Pause nochmals zu.

Nach einem langen, aber unpräzisen Stretch-Pass von Davis Vandane setzte Nathan Burns geistesgegenwärtig nach und fand nach aufgelöstem Icing im Slot Brett Breitkreuz, der ins kurze Eck vollendete (40.).

Löwen verlagern sich auf die Defensive

Mit dieser Führung im Rücken konzentrierte sich das Löwen-Rudel fortan stärker auf die Defensive, um den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Doch die Münchner taten sich schwer, gegen die nun massiv stehende Deckung der Südhessen Lücken zu finden.

Ben Street (48.) und PENNY-DEL-Topscorer Austin Ortega (54.) hatten die besten Gelegenheiten zum Ausgleich, scheiterten jedoch im Alleingang bzw. per abgefälschtem Schuss aus dem Slot an Jake Hildebrand. Da die Löwen ihrerseits jedoch in der Offensive die Entschlossenheit des Mittelabschnitts vermissen ließen und auch die eigenen Powerplay-Gelegenheiten nicht konsequent ausspielten, reichte letztlich ein platzierter Distanzschuss von Konrad Abeltshauser (57.), um die Partie kurz vor Schluss erneut auf Anfang und in die Overtime zu schicken.

Hildebrand wird zum Matchwinner

In dieser wuchs Löwen-Schlussmann Jake Hildebrand dann über sich hinaus und erwies sich als unüberwindbarer Fels in der Brandung. Zahlreiche Hochkaräter der Münchner Topstars wurden vom US-Boy entschärft, der mit seinen Paraden Austin Ortega, Christopher DeSousa, Patrick Hager, Ben Street und Ben Smith der Reihe nach zur Verzweiflung brachte.

So musste schließlich das Penaltyschießen entscheiden, in dem sich die Löwen eiskalt zeigten: Da mit Dominik Bokk, Brendan Ranford und Rylan Schwartz alle drei Frankfurter Schützen sehenswert einnetzten, reichte eine Parade Jake Hildebrands gegen Christopher DeSousa für den Zusatzpunkt.

Ausblick: Abschluss der bayrischen Woche in Straubing

Ihren Abschluss findet die bayrische Woche der Löwen am Sonntagabend in Straubing. Eröffnungsbully bei den heimischen Tigers ist um 19:00 Uhr. Natürlich sind neben Magenta-TV auch die gewohnten Social-Media-Angebote der Löwen sowie der Löwen-Live-Ticker wieder live für euch vor Ort.

Löwen Frankfurt – EHC Red Bull München 4:3 n.P. (0:1; 3:1; 0:1)
Statistik