Spielbericht

Auswärtssieg! Eiskalte Löwen siegen bei den Eislöwen

Die Löwen Frankfurt feiern einen 5:1-Auswärtssieg in Dresden und führen die Serie im Playoff-Halbfinale mit 2:0 an.

Dresden (DJ) – „King of the Lions“ proklamierte die Choreographie der Dresdner Eislöwen-Fans vor Spiel 2 der Halbfinalserie zwischen den Sachsen und den Löwen Frankfurt Spiel. Zu den Königen der Partie krönten sich allerdings die Löwen Frankfurt, die den Dresdnern von 3.611 Zuschauern in der Energieverbund Arena mit 5:1 (0:0, 3:0, 2:1) den Zahn zogen und in der Best-of-Seven-Halbfinal-Serie nun mit 2:0 in Front liegen.

Nach einem ausgeglichenen, intensiven und schnellen 1. Drittel schossen Matt Pistilli, Brett Breitkreuz und Eddie Lewandowski die Löwen im zweiten Spielabschnitt binnen fünf Minuten mit 3:0 in Führung. Mathieu Tousignant und Carter Proft besiegelten im Schlussabschnitt den Sieg für Frankfurt. Im Tor wusste Ilya Andryukhov einmal mehr zu überzeugen.

In Unterzahl zum Sieg

Eigentlich hatte Tousignant die Entscheidung in der 54. Minute schon verpasst. Bei einem 2-gegen-1-Konter in Unterzahl scheiterte der Stürmer der Löwen nach feinem Pass von Adam Mitchell freistehend an Dresdens Goalie Marco Eisenhut. Statt das 4:1 zu kassieren, hielt Eisenhut seine Eislöwen im Spiel - allerdings nur für wenige Sekunden. Mitchell angelte sich den Rebound des Schusses, bediente Tousignant erneut und im zweiten Versuch versenkte Frankfurts Nummer 7 die Scheibe im Netz zum „Neckbreaker“ für die Eislöwen.

Der Shorthander von Tousignant krönte eine weitere sehr starke Defensivleistung der Löwen, die fünf Powerplays der Dresdner ohne Gegentreffer überstanden und den Hausherren so vor allem im Schlussabschnitt jegliche Chance auf ein mögliches Comeback zunichtemachten. Auch Löwen-Head Coach Matti Tiilikainen lobte sein Team nach dem Spiel: „Ilya und unsere Defensive waren sehr stark heute. Und vor allem im 3. Drittel haben wir fast keine Fehler gemacht, was enorm wichtig war für den Sieg.“

Sieg der Verteidigung

Bei einem Spielstand von 3:0 zu Beginn des Schlussabschnitts war klar, dass Dresden offensiv Druck machen würde, aber die Löwen kochten ihre „eisigen Artgenossen“ förmlich ab. Auch eine frühe Strafe gegen Proft brachte die Löwen nicht aus dem Konzept und Dresden nicht zum Anschlusstreffer.

Der fiel erst in der 46. Minute und hatte sich nicht gerade angekündigt. Sebastian Zauner traf aus der Mitteldistanz mit einem perfekt platzierten Handgelenkschuss an den langen Innenpfosten - unhaltbar selbst für den an diesem Abend bärenstarken Andryukhov. Doch auch wenn der Treffer Dresdens Fans und ihre Eislöwen noch einmal ermunterte, gegen die Löwen war nichts zu holen. Vor allem nicht, wenn man nur zweimal zwanzig Minuten gut spielt, wie Eislöwen-Head Coach Bradley Gratton auf der Pressekonferenz bemängelte.

Ausgeglichener Auftakt

Neben dem Schlussabschnitt gefiel Gratton vor allem das 1. Drittel, in dem beide Teams eine ausgeglichene Partie boten. Nach der Niederlage in Spiel 1 hatte Gratton einige Änderungen in seinem Team vorgenommen. Die Verletzung von Verteidiger Georgijs Pujacs kompensierte die Rückkehr von Thomas Schmidt, im Angriff rückte Harrison Reed wieder ins Team. Reeds Rolle in Reihe 3 sollte die „Bottom-6“ der Eislöwen stärken und Frankfurt mehr in die Defensive zwängen. Doch zu kaum einer Phase ging diese Rechnung Grattons auf. Mit dem Vorteil des letzten Wechsels gingen die Eislöwen und ihre Topline um Jordan Knackstedt und Nick Huard zwar einer erneuten Abmeldung durch Frankfurts vierten Reihe aus dem Weg, zum durchschlagenden Erfolg führte aber auch die veränderten Match-Ups nicht.  

Neun zu sieben Torschüsse (für Dresden) und 0:0 Tore standen nach zwanzig Minuten in den Statistiken, trotz eines stellenweise etwas „wilden“ Spiels. In den ersten acht Minuten sorgten insgesamt drei Strafen, verteilt auf beide Teams, für einen munteren Auftakt, erst danach verlief das Spiel ruhiger. Im Gegensatz zu Gratton gefiel Tiilikainen das Spiel im 1. Drittel wenig und auch Tim Schüle empfand, dass die Löwen „nicht ganz da waren“.

Zum 3:0 in fünf Minuten

Umso mehr allerdings im zweiten Abschnitt. In der Pause hatten sich die Löwen auf die Veränderungen im Dresdner Spiel eingestellt und es dauerte keine Minute, ehe die Anpassungen der Löwen-Coaches auf der Anzeigentafel sichtbar wurden.

Schon in den ersten Wechseln generierten die Löwen viel Verkehr vor dem Dresdner Gehäuse. Als Eisenhut den Puck im Durcheinander vor dem Tor nicht zu fassen bekam, nutzte dies Pistilli, der die freie Scheibe ohne viel Mühe zum 1:0 für die Löwen ins Netz chippte (21.).

Nur eine Minute später brachte eine Strafe gegen Tom Knobloch Frankfurt ins Powerplay. Eineinhalb Minuten pinnten die Löwen ihren Gegner in dessen Zone und als die müden Sachsen dem Frankfurter Passspiel nicht mehr in letzter Konsequenz folgen konnten, erhöhte Breitkreuz mit einer Direktabnahme aus kurzer Distanz auf 2:0 (25.).

Und als Altmeister Lewandowski mit einer starken Einzelleistung, ebenfalls nur rund eine Minute später, gar auf 3:0 erhöhte (26.) war die ausgeglichene Partie aus dem ersten Abschnitt Makulatur. Vor allem, da Proft (27.) und Marius Erk (29.) nur knapp den vierten Frankfurter Treffer verpassten.

Ein "Full Team Effort"

Erst eine Strafe gegen die Löwen (34.) brachte Dresden wieder zurück ins Spiel, doch in letzter Instanz hielt Andryukhov die Frankfurter Führung fest. Mit beinahe schon exzessiven Wechseln ihrer Paradereihe versuchten die Sachsen bis zur spielentscheidenden Szene in der 53. Minute alles, um den Anschluss herzustellen. Doch die Löwen, durchgehend mit allen vier Reihen agierend, blieben jederzeit Herren der Lage.

Auch als Dresden nach Tousignants Unterzahltor den Goalie vom Eis nahm, um im eigenen Powerplay mit sechs Mann gegen vier Löwen den zweiten Treffer zu erzwingen, hielt die Verteidigung der Löwen. Ein Puckgewinn im eigenen Drittel führte schließlich zu einem weiteren Konter, diesmal durch Proft, der  Knackstedt enteilte und zum 5:1-Endstand ins leere Tor einschob.  

Ausblick

Am Sonntag, den 7. April kehrt die Serie zu Spiel 3 wieder zurück nach Frankfurt. Spielbeginn in der Eissporthalle ist, anders als in der regulären Saison, bereits um 17:00 Uhr. Tickets gibt es, wie immer, im Löwen-Ticket-Shop.

 

Dresdner Eislöwen – Löwen Frankfurt 1:5 (0:0, 0:3, 1:2)

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