Spielbericht

Comeback in Kloten: Löwen mit toller Aufholjagd

Beim Schweizer Traditionsclub EHC Kloten gewinnen die Löwen Frankfurt nach 1:3-Rückstand mit 6:4.

„Reisende soll man nicht aufhalten“ – wobei es im Falle der Löwen Frankfurt heißen müsste „Reisende kann man nicht aufhalten.“ Selbst eine lange Anfahrt und ein weniger gutes Auftaktdrittel konnten die Löwen nicht aufhalten auf ihrem Weg zu einem 6:4 (1:3, 4:0, 1:1)-Sieg beim EHC Kloten.

Vor etwas mehr als 1.200 Zuschauern in der SWISS Arena machten Stephen MacAulay (2), Steven Delisle, David Suvanto (2) und Lukas Koziol die Tore für die Löwen. Für die Schweizer war es im siebten und letzten Testspiel die erste Niederlage des Sommers.

Die Löwen spielten erneut nicht mit ihrem gesamten Kader. Leon Hüttl fehlte angeschlagen. Dominik Meisinger fällt bekanntlich noch mehrere Wochen aus. Dafür durfte sich Löwen Head Coach Matti Tiilikainen über die Rückkehr von Carter Proft, Mike Fischer und Thomas Gauch ins Lineup freuen. Im Tor stand Jimmy Hertel.

Auftakt mit angezogener Handbremse

Die Anfangsminuten gehörten den Gastgebern, was aber angesichts der langen Anreise der Hessen wenig überraschte. Mit hohem Tempo drängten sie ins Löwen-Drittel und kamen zu zwei ersten Warnschüssen, ehe es in der 3. Minute eine Strafe gegen Daniel Wirt gab. Die erste Möglichkeit gehörte trotz Unterzahl aber den Löwen: Koziol setzte sich bei einem Konter durch und prüfte Goalie Dominic Nyffeler (3.). In der Folge ließen die Löwen in Unterzahl nichts anbrennen.

Das änderte sich aber kurz darauf. Kloten arbeitete sich ins gegnerische Drittel vor und Romano Lemm zog einfach mal ab. Sein satter Schuss überraschte Hertel, dem die Sicht verdeckt war (6.). Das 0:1 schockte die Löwen aber keineswegs. Nur wenige Sekunden später hatte Eddie Lewandowski den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterte aber an Nyffeler (6.).

Es folgte eine 4-gegen-4-Situation, in der David Suvanto mit einem Strahl von der blauen Linie nur knapp das Schweizer Tor verpasste. Daraufhin übernahmen aber die Gastgeber das Heft und erspielten sich dank des zusätzlichen Platzes auf dem Eis einige gute Möglichkeiten. Hertel hielt einige Male stark, war dann aber beim Abschluss von Marco Lehmann machtlos (11.).

Die Löwen suchten auch in der Folge Wege, die Schweizer Hintermannschaft zu überwinden. So kam Martin Buchwieser in der 15. Minute aus spitzem Winkel zu einem guten Schuss. Doch das Tor fällt erneut auf der anderen Seite. Nach einem Pass aus dem eigenen Drittel prallt der Puck unglücklich von einem Löwen-Schlittschuh hoch in die Luft. Adrian Wetli erkennt die Scheibe als erster und ist plötzlich allein vor Hertel, dem er keine Abwehrchance lässt und auf 3:0 erhöht (17.).

MacAulay machte den Anfang

Frankfurt kämpfte – und erzielte kurz vor Drittel-Ende das erste Tor. Nachdem eine Strafe gegen die Gastgeber verhängt wurde, dauerte es vom Bully weg nur fünf Sekunden, bis die Löwen jubelten. Roope Ranta mit dem Schuss aus spitzem Winkel und MacAulay stand goldrichtig, um den Puck aus kurzer Distanz unter die Latte zu heben (20.).

Das 2. Drittel begann mit gleich mehreren großen Möglichkeiten zum Anschlusstreffer für die Löwen. Nach einem Abwehrfehler passte Ranta aus kurzer Distanz auf Adam Mitchell. Der traf den Puck nicht richtig. Doch in der Folge kamen sowohl Ranta als auch MacAulay zu Abschlüssen, konnten den am Boden liegenden Nyffeler aber nicht überwinden (21.). Die Szene endete zwar mit einem Powerplay für die Löwen, doch in der nun folgenden Überzahl gab es bis auf einen Distanzschuss von Suvanto keine nennenswerten Chancen.

In der 25. Minute hatten die Löwen erneut zwei große Möglichkeiten. Erst fälschte Koziol einen Schuss von Buchwieser gefährlich ab. Nyffeler parierte. Und auch den Nachschuss von Buchwieser konnte er abwehren. In der 26. Minute war es dann endlich soweit. Ranta und Proft mit schnellen und schnörkellosen Pässen. Plötzlich stand Delisle frei vorm Tor und netzte zum 2:3 ein.

Wiederum nur eine Minute später gelang den Löwen der Ausgleich. Gleich zwei Schweizer Spieler wurden auf die Strafbank geschickt. Die doppelte Überzahl spielten die Frankfurter souverän aus. MacAulay und Mitchell spielten sich den Puck hin und her, bis Suvanto sich herangeschlichen hatte und nach Pass von Mitchell mit einem satten Schuss ins lange Eck traf (27.).

Souverän nach Hause gebracht

Die Löwen auch in der Folge mit gutem Zug zum Tor und guten Chancen. So kamen Koziol, Buchwieser und Magnus Eisenmenger in der 35. und 36. Minute nacheinander zum Abschuss. Auf der Gegenseite musste Hertel anschließend aber auch zweimal eingreifen. Dann brannte es wieder auf der gegenüberliegenden Seite. Und wie: Im Aufbau vertändelten die Gastgeber die Scheibe. MacAulay stand goldrichtig und fackelte nicht lange. Er schob Nyffeler den Puck durch die Schoner zur 4:3-Führung (37.).

Der Schlussabschnitt begann mit einer Schrecksekunde für die Löwen. Thomas Gauch blieb nach einem Zweikampf liegen und musste vom Eis geführt werden. Schon im Mitteldrittel konnte Darren Mieszkowski nach einem harten Hit nicht weitermachen.

Kurz darauf spielten die Löwen nach einem Foul von Carter Proft in Unterzahl (43.). Doch bis auf eine Chance, die Hertel großartig vereitelte, hielten sich die Löwen schadlos. In den Folgeminuten setzten die Löwen vor allem auf eine sichere Defensive, was in Anbetracht der Führung und der fehlenden Mitspieler nachvollziehbar war. Ab und zu setzten sie Nadelstiche. Einer davon brachte das 6:3. Nach einer Puckeroberung im gegnerischen Drittel spielten Ranta und MacAulay den Puck schnell ehe die Scheibe bei Suvanto landete, der Maß nahm und in den kurzen Winkel traf (50.).

In der 54. Minute kamen die Schweizer, von denen man lange nichts gesehen hatte, zu ihrem vierten Treffer. In Überzahl konnten sie sich gut ins Szene setzen und Robin Figren hatte schließlich aus kurzer Distanz keine Mühe. Die letzten Minuten der Partie boten den Fans dann noch einige attraktive Szenen auf beiden Seiten, Tore fielen aber keine mehr.

Ausblick:

Am Sonntag, den 8. September spielen die Löwen Frankfurt ihr letztes Vorbereitungsspiel bei den Ravensburg Towerstars. Spielbeginn in der CHG Arena ist um 17:30 Uhr.

Statistik:

EHC Kloten – Löwen Frankfurt 4:6 (3:1, 0:4, 1:1)