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Die heißeste Zeit: Finalstart in Frankfurt gegen die Ravensburg Towerstars

Finale 1 - Löwen Frankfurt vs. Ravensburg Towerstars - Sa., 16.04.2022 um 19:30 Uhr - DEL2- Playoffs 2021/2022

Auf den Tag genau 18 Jahre nach dem größten Erfolg der Frankfurter Eishockeygeschichte starten die Löwen Frankfurt in die wohl wichtigste Playoff-Serie seit ihrer Neugründung im Jahr 2010.

Denn neben der Gelegenheit nach 2017 den zweiten DEL2-Meistertitel ihrer Geschichte einzuheimsen, würde mit einem Triumph über die Ravensburg Towerstars die sportliche Qualifikation für die Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse einhergehen.

Voller Vorfreude fiebert das Löwen-Rudel daher bereits dem Samstagabend entgegen und hofft an dem historischen Datum vor dann hoffentlich ausverkaufter Eissporthalle ab 19:30 Uhr den ersten Schritt in Richtung Meisterschaft – und DEL-Qualifikation – machen zu können. Stehplatz- und vereinzelte Sitzplatzkarten (Block D & F, es gab einige Stornierungen) können nach wie vor online gebucht werden. Falls es noch Restkarten gibt, wird die Abendkasse ebenfalls geöffnet.

Aufgrund der wegen der Sperrung der Ratswegbrücke veränderten Verkehrsführung und der aufgrund der Frühjahrsdippemess fehlenden öffentlichen Parkplätze wird allen Fans die frühzeitige Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angeraten. Alle Infos gibt's hier.

Wie gewohnt berichten neben SpradeTV natürlich auch die Löwen wieder live und vor Ort für Euch via der bekannten Social-Media-Kanäle und des Löwen-Live-Tickers.

Duell der Giganten

Dass es im Finale zum Aufeinandertreffen der Löwen und Towerstars dürfte, nur wenige Kenner der DEL2 wirklich überrascht haben. Zu konstant und dominant agierten beide Teams über weite Strecken der Spielzeit und drückten der DEL2 ihre Stempel auf. Vor der Finalserie wollen wir beide Teams dennoch einmal näher unter die Lupe nehmen.

Torhüter: Drei Könner ihres Fachs

Mit Jake Hildebrand besetzte Ober-Löwe Franz-David Fritzmeier erstmals seit Antti Ore die Torhüter-Position wieder mit einem Kontingentspieler. Und der US-Boy zeigte in seiner Premierensaison auf europäischem Eis gleich, warum er in der ECHL mit dem Titel des besten Torhüters der Liga ausgezeichnet wurde. Mit einem Gegentorschnitt von 2.01 und einer Fangquote von 93.0% stehen beim 28-jährigen Ligabestwerte zu Buche, doch auch sein Backup Bastian Kucis wusste mit übersdurchschnittlichen Werten stets zu überzeigen.

Auf Ravensburger Seite hütet in dieser Spielzeit wieder Jonas Langmann das Gehäuse. Auch der Meisterkeeper des Jahres 2019 kann auf fantastische Werte verweisen (GAA: 2.32, S%: 92.5%) und zeigte in den Playoffs mit zwei Shut-Outs zum Start gleich, dass er zur Crunchtime nochmals die eigene Leistung steigern kann.

Verteidiger: Späte Glücksgriffe werden zum Trumpf

Die beiden besten Defensivreihen der regulären Saison zeigten auch in den Playoffs ihre Abwehrstärke: nur einmal ließen Löwen wie Towerstars in den bisherigen Partien mehr als drei Gegentreffer zu, setzten ihrerseits jedoch offensive Impulse.

Während sich bei den Löwen die späten Nachverpflichtungen Reid McNeil mit einem Plus-/Minus-Wert von +14 sowie Davis Vandane mit einem Wert von +13 sowie zwei Treffern und sechs Vorlagen sich als absolute Glücksgriffe und Eckpfeiler der Defensive entpuppten, führt Julian Eichinger mit 12 Vorlagen sogar die teaminterne Playoff-Scorerwertung der Towerstars gemeinsam mit Sam Herr an.

Sturm: Gefahr in der Tiefe und in der Spitze

Nicht nur defensiv, auch offensiv glänzten beide Teams in den bisherigen Playoffs. Mit 5.5 Treffern ließen die Südhessen es richtig knallen und stellen mit Dylan Wruck (14 Punkte), Brett Breitkreuz (12), Adam Mitchell (10) sowie Rylan Schwartz (10) gleich vier Spieler mit einer zweistelligen Anzahl an Scorerpunkten. Das große Plus der Mannen von Löwen-Dompteur Bo Subr ist jedoch die Tiefe des Kaders. Gerade einmal drei Spieler sind in den bisherigen acht Partien punktlos geblieben, die regelmäßig spielenden Stürmer konnten gar alle mindestens einmal einnetzen!

Auf Towerstars-Seite ist Sam Herr mit neun Treffern die Gallionsfigur der Offensive, erfährt durch Charlie Sarault (10 Punkte), Josh MacDonald (10) und Robbie Czarnik (9) jedoch ebenfalls reichlich Unterstützung. Nach den vier Kontingentspielern klafft in der Towerstars-Offensive dann jedoch eine kleine Lücke.

Special-Teams: Löwen gewohnt bissig

Wie schon in der Vorrunde ist bei den Löwen auf die Special Teams Verlass. Mit 28.6% Erfolgsquote sorgten die Frankfurter im Viertelfinale mit sechs Treffern für jede Menge Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse, ließen ihreseits jedoch nur vier Gegentreffer in Unterzahl zu und kamen auf eine starke PK-Quote von über 87%.

Mit 20.7% Powerplay-Effizienz und 80.8% überstandener Unterzahlsituationen weisen auch die Schwaben ordentliche Werte auf. Ihr größter Fokus dürfte jedoch wieder auf der Vermeidung ebensolcher Situationen liegen. Kein Team musste in der Hauptrunde weniger Zeit auf der Strafbank verbringen als die Mannen von Peter Russell.

Form: Durchmarsch ins Finale

Nach zwei Sweeps gegen die Wölfe Freiburg und Heilbronner Falken gehen die Löwen Frankfurt ausgeruht in die Finalpaarung mit den Ravensburg Towerstars, die ihrerseits ebenfalls nur neun Spiele benötigten, um sich der Eispiraten Crimmitschau und des EC Bad Nauheims zu entledigen.

An der Kraft sollte es bei beiden Teams also nicht scheitern.

Historie: Was interessiert das Gespiel von gestern?

Playoffs haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze, dennoch ein kurzer Blick auf die jüngere Historie. In der regulären Saison zogen die Südhessen viermal den Kürzeren, drei Spiele endeten jedoch denkbar knapp mit nur einem Treffer Differenz.

Auch das letzte Playoff-Aufeinandertreffen konnten die Towerstars für sich entscheiden und errangen nach einer dramatischen Playoff-Serie inklusive unfassbarer Aufholjagd in Spiel 3 im Jahr 2019 den Meistertitel der DEL2.

Für die nun startende Serie dürfte das jedoch bestenfalls als zusätzliche Motivation denn als Fingerzeig herhalten.