Spielbericht

Ein „perfektes Auswärtsspiel“ der Löwen zum Serienausgleich

Starke Defensivarbeit und Tore zum richtigen Zeitpunkt sichern den Löwen in Ravensburg einen 3:1-Sieg zum 1:1-Ausgleich im DEL2-Finale.

Ravensburg (DJ) – „Wir waren bereit“, resümierte Matti Tiilikainen nach dem Spiel gewohnt nüchtern. Bereit, für heimstarke Ravensburger, bereit die Herausforderung anzunehmen und bereit, auch mal Checks einzustecken, um ein Spielzug zu vollenden. Bereit, um ein quasi „perfektes Auswärtsspiel“ abzuliefern und am Ende mit 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) zu gewinnen.

Angeführt von einem starken David Skokan, der mit einem Tor und zwei Assists der beste Löwe auf dem Eis war, sowie weiteren Treffern von Tim Schüle und Matt Pistilli gelang den Löwen vor 3.418 Zuschauern in der Ravensburger CHG Arena der Ausgleich in der Final-Serie. 

Rejustierung

Trotz der Niederlage in Spiel 1 wirkte Löwen Head Coach Tiilikainen auf der Pressekonferenz am Mittwochabend recht entspannt. Er wusste ganz genau, was seine Löwen besser machen mussten, um gegen Ravensburg zum Erfolg zu kommen. Und schon zu Spiel 2 setzte sein Team dies um.

Hauptaugenmerk lag dabei auf der Fehlervermeidung, um Ravensburg weder Spielanteile zu schenken, noch um ihre Stärke im Transition-Game zu begünstigen. Und auch wenn die ersten Ravensburger Chancen genau aus solchen Szenen des schnellen Umschaltens entstanden - insgesamt gelang es den Löwen gut, Ravensburger Gegenzüge zu nullifizieren.

Eine Ausnahme war der Ravensburger Ehrentreffer zum 1:3, dem ein Puckgewinn und schnelle Pässe vorausgingen und den Kilian Keller mit einem platzierten Schuss an Ilya Andryukhov vorbei erzielte (54.). Hätte aber Dan Spang in der 6. Minute Robbie Czarnik nicht bei einem 2-gegen-1-Konter in Ravensburger Unterzahl entscheidend behakt, wären die Löwen womöglich früh in Rückstand geraten. Drei Minuten später zog Olivier Hinse nach einem Puckgewinn an der eigenen blauen Linie auf und davon, seinen Abschluss partierte Andryukhov dank aggressivem Goaltending und einem starken Save mit dem Blocker (9.).

Erst lauern, dann zuschlagen

Eigene Puckverluste kompensierten die Ravensburger oft durch riskantes Forechecking, womit sie aber schnelle Gegenzüge der Löwen unterbanden und diese zwangen, sich durch Kombinationen ins Drittel zu arbeiten.

Dort generierten die Löwen, wie schon am Mittwoch, viel Verkehr vor dem Tor von Jonas Langmann, um Ravensburgs Goalie die Arbeit zu erschweren und nach Möglichkeit Rebounds zu verwerten. Abschlüsse kamen durch Max Faber, Spang und Schüle vor allem aus der Distan z- allein die Rechnung mit den Rebounds ging nicht auf.

Zur Führung kamen die Löwen dennoch. Maximilian Kolb hatte nach seine Hinausstellung in der 19. Minute kaum auf der Strafbank Platz genommen, da durfte er schon wieder mitspielen, da Schüle nach neun Sekunden im Powerplay zum 1:0 für die Löwen traf. Nach Bullygewinn von Skokan kam der Puck über Pistilli zu Schüle, der von der blauen Linie abzog. Dank des Trubels in seinem Torraum war Langmann die Sicht genommen, so dass dieser den Puck erst sah, als er hinter ihm im Netz zappelte.

Wieder alles im Griff

Den Treffer zum sagenumwobenen „psychologisch wichtigen Zeitpunkt“ kurz vor der Pause hätten die Towerstars kurz nach Wiederbeginn in einem eigenen Powerplay beinahe egalisiert, doch Andryukhov vereitelte einen Abschluss von David Zucker aus dem Zentrum (21.), seine Vorderleute blockten zwei weitere Abschlüsse, ehe sie in Andryukhovs Fangweite kamen.

Kaum wieder vollzählig, hatten Skokan (23.) und Pistilli (24.) das 2:0 für die Löwen auf der Kelle, doch beide scheiterten mit ihren Alleingängen trotz feiner Moves an Langmann.

Spiel 1 am Mittwoch kippte „zur Halbzeit“ langsam aber sicher zu Gunsten der Towerstars; in Spiel 2 übernahmen die Löwen ab der 30. Minute zunehmend das Kommando in der zuvor ausgeglichenen Partie. Magnus Eisenmenger (34.) und Mike Fischer (35.) scheiterten mit ihren Abschlüssen aber noch an  Langmann.

Aber keine zwei Minuten später war der Goalie der Towerstars machtlos. Sozusagen in „bester Ravensburger Transition-Manier“ fand Spang den genau in der Schnittstelle zwischen den beiden zu weit nach außen gerückten Verteidigern lauernden Skokan, der mit einem schnellen Antritt alleine aufs Tor zog und Langmann mit seinem ansatzlosen Schuss keine Chance ließ.

Skokan entscheidet Partie

Natürlich intensivierten die Ravensburger nach diesem Rückstand - und erst Recht mit Beginn des Schlussabschnitts - noch einmal ihre Offensivbemühungen. Doch Frankfurts Verteidigung war längst warmgespielt und räumte alles ab, was die Towerstars in der Zone der Löwen produzierten.

Ehe die Hausherren echten dauerhaften Druck etablieren konnten, dämpfte erneut Skokan die Ambitionen ganz Ravensburgs mit einem Highlight-Spielzug: Unaufhaltsam über rechts ziehend, überlief Skokan zwei Ravensburger, in dem er sich den Puck über die Bande selbst vorlegte, ehe er im Ravensburger Drittel von der Seite und aus der Drehung heraus einen perfekten Querpass vor das Tor zu Pistilli zauberte, der die Vorarbeit zum vorentscheidenden 3:0 vollendete.  

Der dritte Gegentreffer, trotz aller Offensivbemühungen, zeigte bei Ravensburg sichtbar Wirkung, der noch folgende Treffer durch Keller brachte die Towerstars auf der Anzeigentafel noch einmal heran, mehr jedoch auch nicht. Mit dem Goalie vom Eis verpassten Eddie Lewandowski mit einem Schuss von der blauen Linie (58.) und Andryukhov mit seinem langen Heber aus dem eigenen Torraum (58.) weitere Treffer für die Löwen, so dass es bis zur Schlussirene beim 3:1 blieb.

Ausblick

Weiter geht die Serie mit Spiel 3 am Ostermontag, den 22. April - dann wieder in Frankfurt. Spielbeginn in der Eissporthalle ist schon um 18:30 Uhr. Karten für die Partie gibt es natürlich im Löwen-Ticket-Shop und selbstverständlich überträgt auch SpradeTV die Partie live.

Aufgrund des Sieges wird es zudem auf jeden Fall noch ein drittes Heimspiel für die Löwen im Finale geben. Dieses findet am Freitag, den 26. April um 19:30 Uhr statt.

 

Ravensburg Towerstars – Löwen Frankfurt 1:3 (0:1, 0.1, 1:1)

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