Spielbericht

Einstand nach Maß: Shutout statt Shutdown

Vor (endlich wieder) 1.650 Zuschauern im Stadion gewinnen die Löwen Frankfurt zum Saisonauftakt beim EHC Freiburg mit 3:0

Freiburg (DJ) – Shutdown war gestern. Heute ist Shutout! Es hätte wohl kaum einen besseren Auftakt in die neue DEL2-Saison 2021/22 für die Löwen Frankfurt geben können. Begleitet von rund 50 eigenen Fans und rund 1600 weiteren Anhägern in der Freiburger „Echte Helden Arena“ feiern die Löwen einen verdienten 3:0-Sieg. Nach einem torlosen ersten Drittel schießen Carson McMillan, Yannik Wenzel und Rylan Schwartz die Löwen zum Erfolg. Jake Hildebrand pariert dabei alle 29 Schüsse der Wölfe und verbucht in seinem ersten Spiel für die Löwen direkt einen Shutout und avanciert zum Spieler des Tages.

New Kids on the block

Hildebrand, der letztjährige Goalie of the year der ECHL erlebte gegen den EHC zunächst einen nur mäßig arbeitsreichen Einstand. Nur wenige der 10 Schüsse im ersten Drittel sorgten wirklich für Gefahr, auch im zweiten Drittel ließ Hildebrand nichts anbrennen. Nach der Frankfurter Führung erhöhten die Wölfe allerdings den Druck merklich, doch auch in der heißen Phase find Hildebrand die Schüsse souverän und erstickte jeden Brand in seinem Torraum.

Hildebrand ist dabei nur einer von zahlreichen neuen Spielern, die heute ihr Debut feierten. Die „neuen Löwen“ sind nun deutlich nordamerikanischer, erfahrener und physischer als noch in der vergangenen Saison. Attribute, die alteingesessene Fans fast schon ein wenig an einstige Lions-Zeiten erinnern lässt.

The good ol‘ hockey game

Und was das für das Spiel auf dem Eis heißen könnte demonstrierten die Löwen schon früh: Darren Mieszkowski, Matt Carey und Pierre Preto griffen die Wölfe druckvoll an und es rumpelte gleich mehrmals ordentlich. Dass Mieszkowski promt auf die Strafbank wanderte, bremste die Löwen wenig; nach Fabers Strafe in der 4. Minute forderte Head-Coach Bo Subr allerdings etwas mehr Disziplin.

Den Druck auf ihren Gegner allerdings behielten die Löwen selbst in Unterzahl, als sie Freiburgs Spielaufbau auch mit vier Mann nachhaltig störten und den Wölfen kaum einen geordneten Eintritt in die Offensivzone ermöglichten. Lediglich einmal bekamen die Löwen keinen Zugriff auf den Freiburger Aufbau und Scott Allen zog alleine auf das Tor der Löwen zu, scheiterte aber Hildebrand (5.).

Nach den beiden frühen Strafen gegen die Löwen zog Freiburg zum Ende des ersten Drittels nach. Doch auch die Löwen konnten aus keinem ihrer ersten beiden Powerplays zählbares ziehen. In der 14. Minute vergab der neue Kapitän Max Faber zudem einen Penalty, nachdem zuvor Scott Allem den enteilten Yannick Wenzel mit einem Stockschlag zu Fall brachte.

Copy & Paste?

Obwohl es „alles hatte“ endete das erste Drittel somit torlos. Und fast 18 Minuten lag lieferte das zweite Drittel eine Kopie des vorangegangenen Abschnitts: Viel Physis, engagiertes Forechecking, ausgeglichene Schusszahlen. Dazu zuerst zwei Strafen gegen die Löwen, dann zweimal zwei Minuten gegen die Wölfe - alles ohne dass ein Tor fallen wollte. Fast!

20 Sekunden vor Ablauf des insgesamt vierten Powerplays beendete Carson McMillan die Wiederholung des Auftaktdrittels und traf für die Löwen zum 1:0 (38.). Von Matt Carey, der im Slot die Aufmerkamkeit auf sich zog, mit einem Querpass in Szene gesetzt, verzögerte McMillan den Abschluss kurz, um den Puck schließlich perfekt platziert an Wölfe-Goalie Patrik Cerveny vorbei in den Maschen zu versenken. Gegen Rylan Schwartz, Dylan Wruck und Pierre Preto parierte Cerveny zuvor aus kurzer Distanz alles; gegen den Abschluss von McMillan aber war er machtlos.

Das Rudel rollt

Cervenys starke Vorstellung lies die Anhänger der Wölfe unter den 1650 Fans in der Freiburger „Echte Helden Arena“ den Verlust ihres letztjährigen Topgoalies Ben Meisner in den Hintergrund treten. Durch den Rückstand allerdings war im Schlussdrittel natürlich vor allem die Offensive gefordert, der über den Sommer mit den Abgängen von Andrée Hult, Cam Spyro und Chad Bassen aber einiges an Feuerkraft verloren ging.

Was dem Wölferudel aber zweifelsohne blieb, war der unbändige Einsatzwille. Pageau, Allen, Wittfoth, Kiefersauer - schon in den ersten fünf Minuten des letzten Drittels bekamen die Hausherren einige gute Schüsse auf das Tor der Löwen, aber Hildebrand blieb unüberwindbar. In der Powerbreak sortierten sich die Löwen neu und kamen danach selbst wieder besser ins Spiel.

Entscheidung

In der 51. Minute sorgte Yannik Wenzel mit einem sehenswerten Treffer zum 2:0 und damit praktisch zur Vorentscheidung. Über links zog Wenzel ins Angriffsdrittel, überlief seinen Verteidiger und schaufelte die Scheibe schließlich mit der Rückhand ins Obergeschoss von Cervenys Gehäuse.

Freiburg blieb engangiert, konnte Jake Hildebrand aber weiterhin nicht überwinden - auch weil seine Defensive ihm fast ausschließlich dankbare Schüsse servierte. Selten konnten die Freiburger die Defensive der Löwen durch schnelle Pässe auseinanderziehen und vor dem Tor räumten Bobby Raymond, Marius Erk und Kyle Sonnenburg konsequent auf.

Gut zweieinhalb Minuten vor dem Ende entschied die „Triple-Y“-Reihe um Dylan Wruck, Rylan Schwartz und Ryon Moser die Partie dann endgültig. Durch das Drittel kurvend entblößte Moser die Freiburger Defense, so dass Schwartz seine Ablage in den Slot nur noch ins Tor tippen musste (58.).

Ausblick

Am Sonntag empfangen die Löwen den ESV Kaufbeuren in der Eissporthalle. Und endlich wieder mit Fans, so dass an dieser Stelle nicht nur auf die Übertragung von SpradeTV sondern auch wieder auf den Löwen-Ticket-Shop verwiesen werden darf. In der Halle gelten die bekannten Hygieneregeln. Der Spielbeginn ist um 18:30 Uhr, Einlass um 17 Uhr.

EHC Freiburg – Löwen Frankfurt 0:3 (0:0, 0:1, 0:2)

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