Spielbericht

Erhoffte Antwort bleibt aus - Löwen verpassen Serien-Ausgleich

Die Löwen müssen sich in Spiel 4 der Final-Serie mit 4:7 in Ravensburg geschlagen geben und liegen in der Serie mit 1:3 hinten.

Ravensburg (DJ) – Natürlich umrahmte die vierte Partie der DEL2-Final-Serie nur eine Frage: "Wie haben die Löwen die Niederlage aus Spiel 3 verdaut?" In Anbetracht des Endstandes von 7:4 (1:1, 4:1, 2:2) für Ravensburg in der mit 3.418 Zuschauern ausverkauften CHG Arena schien die Antwort eindeutig. Den Löwen genügten Treffer von Matt Pistilli, Tim Schüle, Lukas Koziol und Adam Mitchell nicht, um ein Spiel zu gewinnen, welches sie sich aber vor allem durch eigene Fehler unnötig schwer gemacht hatten.

In der Best-of-Seven-Serie führen die Towerstars nun mit 3:1-Siegen. Die Löwen müssen also in Spiel 5 am Freitagabend in der Eissporthalle Frankfurt unbedingt wieder zu ihrem Erfolgsrezept zurückfinden, wollen sie die Serie fortführen.

Löwen-Mentalität

In den ersten 25 Minuten war von einem „mentalen Knacks“ bei den Löwen nicht wirklich etwas zu spüren. Zweimal ging Ravensburg in Führung, zweimal glichen die Löwen nur wenig später aus.

Im 1. Drittel gelang zunächst Daniel Pfaffengut die Führung für die Gastgeber, nachdem die Löwen den Puck zweimal nicht aus der Zone geklärt bekamen und Pfaffengut geduldig Frankfurts Goalie Ilya Andryukhov umkurvte, bis er eine Lücke fand (12.).

Doch ehe die Führung in den Köpfen angekommen war, schlugen die Löwen zurück. Dalton Yorke brachte den Puck mit einem trockenen Schuss aufs Tor, wo etliche Schläger im Torraum auf die Scheibe warteten, und der Puck von Pistillis Kelle abgefälscht in den Maschen einschlug (14.).  

Kurz vor Ende des ersten Abschnitts jubelten die Löwen erneut. Ein Schuss von der blauen Linie blieb vor dem Tor von Jonas Langmann hängen und Carter Proft hatte die Scheibe über die Linie gestochert (18.). Doch die Schiedsrichter konsultierten den Videobeweis und entschieden, den Treffer nicht gelten zu lassen. Angeblich hatte Mathieu Tousignant den Puck mit einem hohen Stock zuvor abgefälscht gehabt. Einmal mehr eine äußerst umstrittene Entscheidung.

Doch die Löwen blieben dran. Selbst den erneuten Rückstand durch Robin Just (21.) konterten sie umgehend. Ein Powerplay mit schon einigen guten Gelegenheiten war gerade verstrichen, als Schüle von der blauen Linie flach abzog und der Puck - wie schon beim 1:1 - den Weg durch die Spielertraube im Slot bis in Netz fand (25.).

In allen drei Szenen schienen die Löwen ein einfaches, aber wirksames Mittel gefunden zu haben, um den Towerstars Gegentore einzuschenken. Doch eigene Fehler brachten die Löwen letztlich um eine echte Siegchance. Entsprechend „bedient“ äußerte sich auch Head Coach Matti Tiilikainen auf der Pressekonferenz: „Unsere Offense war gut, unsere Special Teams ok, die Defense war nicht finaltauglich.“

Fehlerteufel in der Abwehr

Wie schon dem 0:1 ging auch dem 2:3 durch Vinzenz Mayer ein verpasstes Klären der Zone voraus, durch das Ravensburg im Angriff bleiben und im Nachgang zum Torerfolg kommen konnte (29.). Schon im Wechsel zuvor hatten die Towerstars die Führung auf der Kelle, nachdem die Löwen den Puck einfach nicht aus dem Drittel beförderten, doch Andryukhov parierte gegen Robbie Czarnik (28.).

Auch in der 31. Minute hielt Andryukhov die Löwen zunächst spektakulär im Spiel, als den Abschluss des sträflich alleinstehenden Maximilian Kolb mit einem starken Reflex parierte. Gegen Kolbs Nachschuss war der Löwen-Goalie jedoch machtlos. Ihren Ursprung hatte diese Szene in einem zuvor unsauber gespielten Angriff der Löwen, bei dem sie den Puck verloren und beim schnellen Ravensburger Gegenzug im 2-gegen-2 nicht nah genug am Gegenspieler verteidigten. Auch Justs Treffer zum 2:1 resultierte aus einem Gegenangriff der Towerstars, nachdem die Löwen im Spielaufbau an der blauen Linie hängengeblieben waren.

Momentum Missing

Kolbs 4:2 war zugleich der erste Gegentreffer des Abends, der bei den Löwen nachhaltig Wirkung zeigte. An der Bande beorderte Tiilikainen Back-Up Goalie Bastian Kucis für Andryukhov ins Tor der Löwen. Zwar spielte der Deutsch-Russe wesentlich sicherer als noch zwei Tage zuvor, doch Tiilikainen wollte seinem Team einen Impuls geben.

Eine Strafe gegen Ravensburg kurz nach dem 4:2 gab den Löwen in Überzahl eine Chance zum raschen Anschluss, doch im Powerplay gelang nicht viel. Als auf der anderen Seite die Towerstars ab der 36. Minute zum ersten Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis waren, erhöhten sie auf 5:2. Sören Sturms Abschluss parierte Kucis noch, bei David Zuckers Nachschuss war er chancenlos (38.).

Auch wenn seit Spiel 3 in Frankfurt bekanntlich keine Führung mehr sicher scheint, so hatten die Towerstars spätestens jetzt das Momentum auf ihrer Seite. Natürlich entwickelten die Löwen im Schlussdrittel einen Sturmlauf in Richtung Langmanns Tor, doch noch ehe die Löwen-Offensive in Fahrt kam, bremste Sturms 6:2 nach 62 Sekunden im Schlussdrittel die Hoffnungen der Löwen. Wieder war dem Treffer ein leichter Puckverlust im Aufbauspiel der Löwen vorausgegangen.

Mut der Verzweiflung

Erst in der Folge etablierten die Löwen den geplanten Offensivdruck, der die Towerstars in deren Zone drängte. Mathieu Tousignant hatte bei einem Alleingang in der 46. Minute den Anschluss auf der Kelle, scheiterte jedoch an Langmann.

Neue Hoffnung gab den Löwen erst Koziols 3:6 im Powerplay in der 51. Minute. Tiilikainen hatte zuvor auch Kucis auf die Bank beordert, um mit zwei Spielern mehr auf dem Eis den Anschluss zu erzwingen, der Koziol aus dem Slot nach einem Distanzschuss von Schüle auch gelang.

Eine Strafe gegen Schüle (52.) bremste die Löwen-Offensive kurz danach erneut und gab Ravensburg zwei wertvolle Minuten in Überzahl. Kaum wieder vollzählig, verlagerten die Löwen das Spiel wieder umgehend ins Drittel der Towerstars. Als Eddie Lewandowski einen Schuss von Koziol abfälschte (55.) fehlten nur Zentimeter um den Spielstand weiter zu verkürzen, doch der Pfosten rettete für den bereits geschlagenen Langmann.

So rannten die Löwen weiter an, während die Uhr unaufhörlich in Richtung 00:00 tickte. Knapp vier Minuten vor dem Ende verließ Kucis final sein Tor. Frankfurt drückte, doch im Gegensatz zu den Towerstars vor zwei Tagen wurden die Löwen nicht für ihr Anrennen belohnt. Immer wieder scheiterten sie an Langmann oder verfehlten das Ziel nur um Zentimeter. Erst 56 Sekunden vor dem Ende gelang den Löwen durch Mitchell der vierte Treffer (60.).

Ein Fehlpass auf die Kelle von Vinzenz Mayer schenkte den Towerstars letztlich das Empty-Net-Tor zum 7:4-Endstand (60.). Die letzte Aktion der Partie gehörte aber nochmal den Löwen. Mike Fischer hatte genug von den Sticheleien seiner Gegenspieler und beendete den ersten Faustkampf seiner jungen Profikarriere als Sieger gegen Daniel Schwamberger.

Ausblick

Mit nunmehr 1:3 im Serien-Rückstand stehen die Löwen mit dem Rücken zur Wand. Am kommenden Freitag muss in Frankfurt unbedingt eine Sieg her, um die Serie erneut nach Ravensburg zu schicken. Spielbeginn in der Eissporthalle ist, wie üblich, um 19:30 Uhr. Karten für die Partie gibt es natürlich im Löwen-Ticket-Shop. Außerdem überträgt SpradeTV die Partie live.

Ravensburg Towerstars – Löwen Frankfurt 7:4 (1:1, 4:1, 2:2)

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