Spielbericht

Erster Auftritt beim Sachsenlotto-Cup 2022

Trotz 1:2-Niederlage – Löwen Frankfurt gegen Ligakonkurrent Iserlohn auf Augenhöhe

Frankfurt (SR) – Auftakt in das nächste Wochenende der Saisonvorbereitung: Nach einer weiteren kraftraubenden Trainingswoche kreuzten die Löwen im Rahmen des vom DEL2-Klub Dresdner Eislöwen ausgerichteten Sachsenlotto-Cups, die Schläger mit den Iserlohn Roosters. Der Vergleich mit dem Vorjahres-Zwölften der PENNY DEL diente daher als gute Standortbestimmung im Hinblick auf die erste Spielzeit der Frankfurter Cracks im deutschen Eishockey-Oberhaus seit dem Zwangsabstieg der Lions 2010.

Die Löwen zeigten speziell im ersten und dritten Drittel eine sehr ansprechende Eishockeyperformance und wirkten, zurückblickend auf das Heimspiel gegen die Adler Mannheim, konditionell verbessert.

Am Ende etwas glücklich zog Iserlohn dank zweier Einzelaktionen ins Finale ein.

Löwen übernehmen früh die Initiative

Die ersten Minuten der Partie gehörten nach einer kurzen Abtastphase den Frankfurtern. Der PENNY-DEL-Neuling versuchte zügig, sich im Angriffsdrittel festzusetzen und dort körperbetont die Zweikämpfe an der Bande zu suchen. Hier tat sich vor allem Neuzugang Ryan Olsen mit zwei krachenden Checks hervor.

Die sichtlich beeindruckten Kontrahenten aus dem Sauerland bemühten sich zunächst um defensive Ordnung und ließen zunächst keine Großchancen der Löwen zu, konnten jedoch offensiv keine Akzente setzen.

Seinen ersten Arbeitsnachweis des Tages konnte Löwen-Goalie Jake Hildebrand erst in der 9. Spielminute erbringen, als die Roosters sich erstmals ernsthaft nach vorne wagten. Jedoch erarbeiten sich die Roosters in der Folge die beiden hochkarätigsten Chancen des ersten Abschnitts. Zunächst verpasste Stürmer Casey Bailey im Slot freistehend einen Rebound nach einem Schuss von der blauen Linie nur knapp. In der 14. Minute scheiterte erneut Bailey bei einem 2-auf-1-Konter frei vor dem offenen Tor, als Hildebrand mit einem Monstersave mit dem rechten Schoner klärte.

Im Anschluss übernahmen die Löwen wieder die Oberhand und hatten durch Dominik Bokk und Kevin Maginot noch zweimal die Führung auf dem Schläger, scheiterten jedoch am Außennetz bzw. an Roosters-Goalie Andreas Jennike.

Umgekehrte Vorzeichen im Mitteldrittel

Im zweiten Spielabschnitt kam Iserlohn wie ausgewechselt aus der Kabine. Schnell und kombinationssicher nagelten die Sauerländer in den ersten Minuten die Löwen in deren Zone fest. In dieser Phase musste Jake Hildebrand mehrfach retten, tat dies aber gewohnt souverän.

Als sich die Löwen allmählich aus der Umklammerung lösten, liefen sie jedoch in einen Konter. Roosters-Stürmer Sebastian Streu war alleine durch und wurde regelwidrig durch Simon Sezemsky am erfolgreichen Abschluss gehindert. Der Referee entschied auf Penalty, welchen der Gefoulte persönlich über Jake Hildebrands Fanghand-Seite verwandelte (23.).

Zwei Minuten später scheiterte Kaspars Daugavins, erneut in aussichtsreicher Position, am Frankfurter Schlussmann.

Mitte des zweiten Drittels berappelten sich die Löwen zusehends und wurden wieder angriffslustiger, ohne jedoch großen Druck ausüben zu können. Die beste Gelegenheit bot sich den Frankfurtern hier in der 28. Minute, als sie einen 3-auf-2-Konter liefen, Rylan Schwartz sich jedoch etwas verzettelte. Quasi im Gegenzug kassierten die Löwen in Person von Magnus Eisenmenger die erste Zeitstrafe des Tages. Die folgende Unterzahl-Situation blieb jedoch folgenlos.

In der Folge dominierten die Verteidigungsreihen – nach 40 Minuten hieß es aus Löwen-Sicht folglich 0:1.

Kämpfende Löwen belohnen sich nicht

Zum letzten Abschnitt zeigten sich die Frankfurter hellwach und kampfbereit. Was Iserlohn im Mitteldrittel demonstrierte, zeigten nun die Löwen. Mit schnellem Kurzpassspiel drängten sie die Roosters in die Defensive. In Minute 42 scheiterte zunächst David Elsner an Andreas Jenike, weitere zwei Minuten später konnte Brett Breitkreuz ein Gewühl vor dem Roosters-Gehäuse nicht entscheidend nutzen. Der Ausgleich lag jetzt in der Luft – und er fiel kurz darauf... in der 47. Minute zog Reid McNeill von der blauen Linie ab. Ryon Moser stand im Slot goldrichtig und fälschte das Hartgummi unhaltbar für Jenike zum 1:1 ab.

Das Momentum lag nun klar auf Frankfurter Seite. Der Druck ließ nicht nach und um ein Haar hätte Dominik Bokk das Spiel nur eine Minute später mit einem Onetimer gedreht. Doch Jenike brachte den Schoner grade noch rechtzeitig an den kurzen Pfosten.

In der 50. Minute stellte Iserlohn-Stürmer Eugen Alanov den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf, als er die erneute Führung für die Roosters erzielte, indem er zentral aus der Mitteldistanz einfach mal abzog. Hildebrand konnte nur abtropfen lassen, beim Rebound aus kürzester Distanz war der Goalie gegen Alanov machtlos.

Eine kurz darauf ausgesprochene Strafzeit gegen Iserlohn wegen Hohen Stocks wurde jedoch nach längerer Beratung durch das Schiedsrichter-Gespann aus etwas undurchsichtigen Gründen wieder revidiert.

In der Folge begnügten sich die Roosters damit, hinten sicher zu stehen, die Räume eng zu machen und das Ergebnis über die Zeit zu retten. Und dies gelang ziemlich effektiv.

Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit nahm Löwen-Coach Fleming eine Auszeit und wies Jake Hildebrand an, im Anschluss schnellstmöglich seinen Kasten zu Gunsten eines sechsten Feldspielers zu räumen. Dies gelang erst ca. 30 Sekunden vor Ablauf der Uhr.

Tatsächlich setzten sich die Löwen nochmal vorne fest und zogen 8 Sekunden vor der Sirene nochmals eine Strafe. Der letzte Abschlussversuch brachte jedoch nichts mehr ein und Iserlohn zog so am Ende etwas glücklich mit einem denkbar knappen 2:1 ins Finale des Mini-Turniers (Sonntag, 18.30 Uhr) ein.

Ausblick

Weiter geht es für die Löwen am morgigen Sonntag, den 28.08.2022, mit dem Spiel um Platz 3 des Sachsenlotto-Cups gegen den Verlierer des zweiten Halbfinals, die Düsseldorfer EG. Eröffnungsbully in der JOYNEXT-Arena ist um 15:00 Uhr. SpradeTV überträgt beide Spiele des Tages live. 

Iserlohn Roosters – Löwen Frankfurt  2:1 (0:0;1:0;1:1)