Spielbericht

Erster Test: Löwen schlagen sich achtbar beim finnischen Meister

Im ersten Vorbereitungsspiel zur neuen Saison schlägt HPK aus Finnland die Löwen mit 4:1.

Der Vizemeister der vergangenen DEL2-Saison zu Gast beim amtierenden Meister der finnischen Liiga. Genau dieser Gegner erwartete die Löwen Frankfurt bei ihrem ersten Testspiel für die neue Saison. Beim Einladungsturnier im finnischen Hämeenlinna trafen die Löwen im ersten von zwei Spielen auf Gastgeber HPK. Dabei setzte sich der finnische Champion vor rund 80 mitgereisten Frankfurter Fans in der Ritari-Areena mit 4:1 (2:0, 0:0, 2:1) durch.

Die Partie sah zwar auf dem Papier wie ein Duell der Gegensätze aus, doch es gab auch einige Gemeinsamkeiten. Schließlich stammen die drei Löwen-Coaches Matti Tiilikainen, Marko Raita und Valtteri Salo aus Hämeenlinna. Sie alle haben für HPK gespielt und waren dort vor ihrem Wechsel an den Main im Nachwuchsbereich als Trainer tätig.

Entsprechend motiviert sind sie in „ihr Heimspiel“ gegangen. Und obwohl die Löwen, die erst am Montagabend ins Training eingestiegen sind, vor diesem ersten Test nur sieben Eiseinheiten absolviert hatten, schlugen sie sich wacker gegen HPK. Konnten sich Frankfurts finnische Trainer nach den ersten 20 Minuten vor allem bei Torhüter Patrick Klein bedanken, standen die Löwen ab dem Mittelabschnitt viel besser. Torchancen waren Mangelware. Den einzigen Treffer der Frankfurter erzielte Lukas Koziol in Unterzahl.

Klein macht sich groß

Die Gastgeber gaben von Beginn an das Tempo vor. Gleich mehrfach musste der neue Löwen-Goalie Patrick Klein in den ersten Minuten auf der Hut sein. In der 4. Minute schickten die Schiedsrichter dann Adam Mitchell wegen eines Crosschecks auf die Bank. HPK nutzte die Überzahl. Nach einer feinen Pass-Stafette hatte der freistehende Joona Monto keine Mühe zur 1:0-Führung der Gastgeber einzunetzen (5.).

Auch in der Folgezeit merkte man, dass die Löwen noch nicht lange zusammenspielen. Immer wieder gab es Abstimmungsprobleme – nachvollziehbar nach gerade einmal sieben Trainingseinheiten. So tauchte in der 9. Minute Erkka Seppälä nach schönem Steilpass allein vor Klein auf. Doch Frankfurts Schlussmann blieb cool und hielt den Puck.

Erst nach 12 Minuten konnten die Löwen erstmals etwas mehr Druck aufbauen und sich im gegnerischen Drittel festbeißen. Nach Zuspiel von Lukas Koziol kam Magnus Eisenmenger frei zum Schuss. Doch der Puck flog knapp am Tor vorbei. In der Folge eroberte Eddie Lewandowski die Scheibe, zog vors Tor und prüfte Torhüter Antti Karjalainen.

Spätes Gegentor

Dann waren wieder die Finnen dran und konnten sich zwei gute Möglichkeiten erarbeiten. Doch quasi im Gegenzug probierte es wieder Lewandowski. Nur um wenige Millimeter verfehlte sein Schlagschuss von links das Gehäuse von HPK (15.).

Als sich beide Seiten und die Fans in der Ritari-Areena schon mit dem Pausenpfiff beschäftigten, fiel fast aus dem Nichts das 2:0 für die Finnen. Obwohl ein finnischer Angreifer deutlich im Abseits stand, ließen die Schiedsrichter laufen. Der Puck kam zu Monto und sein Querpass vor dem Tor fand Markus Nenonen, der mühelos einschieben konnte (20.).

Gleich zu Beginn des Mittelabschnitts spielten die Löwen erstmals in Überzahl. Doch der Anschlusstreffer wollte nicht gelingen. In der Folge setzten beide Teams vor allem auf ihre Defensive. Gerade die Löwen standen hier besser als noch in den ersten 20 Minuten. Torchancen ergaben sich derweil nur wenige.

Finnische Drangphase

In der 32. Minute durften die Löwen ein zweites Mal in Überzahl agieren. Die Neuzugänge David Suvanto und Roope Ranta kamen zwar zum Abschluss, doch erneut hielt sich Karjalainen im HPK-Tor schadlos.

Die letzten Minuten des Mitteldrittels verliefen dann ebenso wenig spektakulär wie die ersten Minuten des 3. Drittels – bis, ja bis die Finnen das Tempo nochmals anzogen. Für einige Zeit schnürte der Liiga-Meister die Löwen im eigenen Drittel regelrecht fest. In dieser Drangphase fiel dann auch das 3:0 für HPK. Nach einigen schönen Pässen kam der Schuss von der blauen Linie, den Santtu Hakanen in die Maschen abfälschte (46.).

Erfolgreich in Unterzahl

Doch die Löwen steckten nicht auf. Sie überstanden ein Unterzahl-Spiel schadlos und durften beim nächsten Penalty-Killing sogar jubeln. Koziol (55.) klaute sich die Scheibe tief im gegnerischen Drittel, guckte sich den Goalie aus und lupfte den Puck dann trocken unter die Latte ins Tor zum 1:3.

In der Folge hatte Mitchell noch eine gute Möglichkeit (57.). Doch mitten in die Schlussoffensive der Löwen konterten die Gastgeber eiskalt. Nenonen bekam den Puck an der blauen Linie und zog ab. Erkka Sepälä hielt die Kelle in den Schuss und Klein blieb das Nachsehen (58.). Es war der Schlusspunkt dieser Partie.

Nächstes Spiel:

Schon am Samstagvormittag geht es weiter für die Löwen. Um 10:30 Uhr spielen sie in Finnland gegen den KHL-Club Sibir Nowosibirsk. Die Partie kann erneut auf SolidSport angesehen werden.

Statistik:

HPK - Löwen Frankfurt 4:1 (2:0, 0:0, 2:1)

Tore:
1:0 Monto (5. / PP)
2:0 Nenonen (20.)
3:0 Hakanen (46.)
3:1 Koziol (56. / SH)
4:1 Sepälä (58.)