Spielbericht

Frenetische Fans tragen Löwen zum Comeback-Sieg

Dank viel Leidenschaft und Einsatz drehen die Löwen das Spiel gegen Kaufbeuren und siegen 3:2.

Frankfurt (DJ) – 0:2 nach 24 Minuten, zwei Gegentore aus 10 Schüssen - als die Löwen Frankfurt bei ihrem Heimspiel des 6. Spieltags der DEL2-Saison 2019/2020 mit dem Rücken zur Wand standen, fanden sie - getragen von der Gänsehautstimmung in der Eissporthalle Frankfurt - nicht nur zurück ins Spiel gegen den ESV Kaufbeuren. Sie fanden einen Weg zu gewinnen.

"Nach dem 0:2 haben die Fans uns geholfen und gepusht. In der zweiten Hälfte des Spiels waren wir viel besser“ resümierte Head Coach Matti Tiilikainen nach dem 3:2 (0:1, 1:1, 2:0)-Comeback-Sieg, den die Löwen durch Tore von Luis Schinko, Stephen MacAulay und Martin Buchwieser feierten. Nach zuletzt drei Spielen mit Extra-Schicht feierten die Löwen damit endlich wieder einen „Dreier“ in der DEL2.

Keine Geschenke

Zufrieden war Matti Tiilikainen nach den letzten Spielen sichtbar nicht. Obwohl sein Team in Bad Nauheim, gegen Weißwasser und in Ravensburg nie schlecht spielte, den Gegner phasenweise sogar dominierte und sich immer eine Siegchance erarbeite. Hängen blieb aber vor allem, dass die Löwen stets einen Weg fanden, die Spiele nach 60 Minuten doch nicht zu gewinnen. Und dann ärgert sich auch ein äußerlich kühler Analytiker wie Tiilikainen nicht weniger als die emotionalen Fans. Vor allem, wenn die Löwen ihren Gegner selbst einladen.

In dieser Hinsicht war ein Teil des Gameplans gegen Kaufbeuren klar: Keine Geschenke verteilen. Besonders nicht in Form von 2-Minuten-Strafzeiten, welche die Löwen zuletzt speziell im Schlussdrittel Kraft und Punkte kosten. Bis zur 51. Minute ging dieser Plan auch perfekt auf und die Löwen kassierten keine einzige Strafzeit. Als in der Schlussphase aber zuerst Leon Hüttl und später David Suvanto auf die Strafbank mussten sahen sich die Löwen wieder der selben Situation wie in den vergangenen Spielen gegenüber. Doch diesmal hielten sie ihre Führung fest.

Zwei Gegentore aus 10 Schüssen

Dass es aber überhaupt so weit kommen würde, war lange nicht abzusehen, denn Kaufbeuren ging zu Beginn des zweiten Drittels mit 2:0 in Führung. Schon in der 9. Minute traf zunächst Joseph Lewis bei einem Konter der Joker auf Vorlage von Sami Blomqvist (9.). Später erhöhte Branden Gracel, ebenfalls auf Zuspiel Blomqvists, auf 0:2 (24.).

An beiden Treffern war Jimmy Hertel, der heute im Tor der Löwen startete, machtlos. Dem 0:1 ging ein Puckgewinn der Joker voraus, die die nach vorne orientierten Löwen auskonterten. Vor dem zweiten Treffer parierte Hertel sowohl den initialen Schuss, wie auch den ersten Rebound glänzend, wobei er notgedrungend aus dem Torraum driftete. Die Joker hielten den Puck allerdings in ihren Reihen und Branden Gracel verwertete Blomqvists Querpass vor dem verwaisten Tor.

Auf Seiten der Löwen ging bis dato nicht viel Zwingendes zusammen. Zwar begannen sie die Partie offensiv orientiert und verlagerten das Spiel im gesamten ersten Drittel weitestgehend in die Zone der Gäste, dennoch kamen sie lediglich zu 8 Schüssen auf das Tor von Stefan Vajs. Gute Gelegenheiten boten sich nur für Mike Fischer (8.), dessen Flachschuss gerade noch die Kelle eines herbeieilenden Kaufbeurer Verteidigers touchierte und so das rechts offene Tor verfehlte, und Lukas Koziol der mit seinem Nachschuss an Vajs (17.) scheiterte. Die Nachhaltigkeit des eigenen Offensivdruckes minderten die Löwen zu oft durch Ungenauigkeiten im Passspiel, welche Kaufbeuren immer wieder zu Entlastung verhalf.

Aufruf zum Comeback

Nach dem 0:2 waren es vor allem die knapp 3.900 Löwen-Fans, die ihr Team nach vorne trieben und damit das Comeback praktisch einleiteten, wie auch Matti Tiilikainen nach dem Spiel betonte. Kaufbeurer Strafen (28. und 35.) brachten die Löwen zweimal in Überzahl, doch beide Gelegenheiten verstrichen ungenutzt. Vor allem im Abschluss zeigten sich die Löwen dabei ungewohnt zögerlich.

Doch durch das „Net-crashing“ in den Powerplays des 2. Drittels fanden die Löwen zunehmend den Weg in den Slot, wo Kaufbeuren mehrfach Probleme hatte den Puck aus dem Drittel zu klären. Dies hatte sich schon in den vergangenen Spielen als Kaufbeurens Problemzone dargestellt und so sorgten die Löwen nun auch bei 5-gegen-5 für immer mehr Verkehr vor dem Tor von Stefan Vajs.

Für den Anschlusstreffer von Luis Schinko vor der zweiten Drittelpause bedurfte es dennoch einer Portion Zufall. Schinko verpasste eigentlich mit seinem Zuspiel den mitgelaufenen Martin Buchwieser, der die Scheibe statt sie direkt zu verwerten nur noch einmal zurück zu Schinko legen konnte. Parallel zu Torlinie stehend brachte Schinko den Puck auf Vajs, der sich die Scheibe mit dem Schlittschuh quasi selbst ins Netz legte (38.).

Rechtzeitig zum Beginn des Schlussdrittels sicherte der Treffer den Löwen das Momentum. Zwar verstrich auch noch ein viertes Powerplay vor dem Ausgleich, doch als Blomqvist die Löwen in der 42. Minute erneut in Überzahl brachte, besorgte Stephen MacAulay das 2:2 (43.). David Suvanto hatte von der blauen Linie abgezogen, MacAulay im Slot den Schläger reingehalten und Stefan Vajs keine Chance zur Abwehr.

Die Löwen hatten ihre Ungenauigkeiten im Passspiel mittlerweile besser im Griff und drängten auf die erstmalige Führung, doch Kaufbeuren zeigte sich trotz des Verlusts der Führung keinesfalls demotiviert. Dennoch waren es die Löwen die in der 50. Min durch den zweiten Treffer der neuen Reihe Buchwieser, Koziol, Schinko ein weiteres Mal zuschlugen. Martin Buchwieser überlief seinen Verteidiger in den zentralen Slot und platzierte die Scheibe mit seinem Schuss perfekt neben dem rechten Pfosten zur erstmaligen Führung für die Löwen.

Die Defense gewinnt das Spiel

Doch bis zu den 3 Punkten für einen Sieg waren noch rund zehn Minuten zu spielen. Den Löwen stand ihre heißeste Phase also noch bevor und als Leon Hüttl in der 51. Minute die erste Strafe für die Löwen an diesem Abend kassierte, wähnte mancher schon eine Nachtigall durch die Eissporthalle trapsen. Doch mit druckvollem Penalty-Killing, bei dem sie sogar eigene Chancen generierten (Lewandowski, 52.), verteidigten die Löwen ihre Führung.

Kritischer wurde es 3:21 Min vor Spielende, als David Suvanto auf die Strafbank musste und Kaufbeuren nichts mehr zu verlieren hatte. Mit viel Puckbewegung schnürten sie die Löwen in deren Zone ein, doch Frankfurts Penalty-Killing-Formation gab den Jokern kaum Wege zum Abschluss. Zudem konnten sie sich auf Jimmy Hertel verlassen, der nicht nur die resultierenden Distanzschüsse entschärfte sondern sich vor allem durch eine überragende Rebound-Kontrolle auszeichnete und alle Gelegenheiten der Joker zunichtemachte.

Ausblick

Die kommende Feiertagswoche bringt für die Löwen ein volles Programm: Schon am Mittwoch (02.10.) gastieren sie ab 20:00 Uhr in Heilbronn bei den Falken. Zwei Tage später empfangen die Löwen dann den Aufsteiger aus Landshut zum Heimspiel in der Eissporthalle. Spielbeginn am Freitag (04.10.) ist, wie gewohnt, um 19:30 Uhr. Tickets für die Partie gibt es natürlich im Löwen-Ticket-Shop. Das Wochenende beschließen die Löwen dann am Sonntag (06.10) in Bad Tölz bei ihren Namensvettern aus dem Alpenvorland (Spielbeginn 18:30 Uhr). Alle Partien werden von SpradeTV live übertragen.

Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren 3:2 (0:1, 1:1 2:0)

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