Spielbericht

Joker siegen in der Verlängerung

Am 46. Spieltag der DEL2 müssen sich die Löwen Frankfurt in der Verlängerung den Jokern vom ESV Kaufbeuren geschlagen geben. Carter Proft (2) und Stephen MacAulay erzielen die Treffer der Löwen.

Frankfurt (HW) - Nach zwei ausgeglichenen Dritteln mit wechselnden Führungen starteten die Löwen mit einem knappen 2:3 Rückstand in den Schlußabschnitt des Duells gegen den ESV Kaufbeuren. Trotz einem satten Chancenplus und 15:4 Torschüssen, wollte außer dem erneuten Ausgleich durch Carter Proft an diesem Abend aber nichts zählbares mehr herausspringen.

In der Verlängerung sicherte Ex-Löwe Tobias Wörle den Gästen den Zusatzpunkt mit einem sehenswerten Treffer nach einer sensationellen, aber letztlich glücklosen Parade von Ex-Joker Bastian Kucis, der heute im Tor der Löwen startete.

Löwen starten mit viel Tempo

Die Löwen starteten mit einer Druckphase in die Partie und erspielten sich gleich zu Anfang eine Vielzahl von Chancen, die Joker-Keeper Benedikt Hötzinger aber alle zunichte machte.
Das erste Tor blieb dann auch den Gästen vorbehalten, die eine ihrer wenigen Chancen des Anfangsabschnittes effektiv nutzten: Alexander Thiel schickte den Puck aus der Distanz durchs Gewühl vor Kucis' Tor oben auf der Stockhandseite ins Netz (10. Spielminute).

Die Löwen zeigten sich unbeeindruckt und antworteten schon eine Minute später mit einem Tor von Carter Proft, der die gute Vorarbeit Mike Fischers mit einer Direktabnahme aus vollem Lauf veredelte. Sein flacher Schuß zischte durch Hötzingers Schoner zum Ausgleich ins Tor (12.)

Special Teams im Focus

Die Special-Teams beider Mannschaften rückten im Mittelabschnitt in den Fokus. Während die Schiedsrichter im Anfangsabschnitt noch ohne Strafen ausgekommen waren, schickten sie im zweiten Drittel zunächst zwei Mal die Gäste, dann zwei Mal die Löwen auf die Strafbank. Anders als die Joker, die beide Gelegenheiten erfolgreich nutzen konnten, trafen die Löwen nur in ihrem ersten Überzahlspiel:
Nach einem Schuß von Maximilian Faber reagierte Stephen MacAulay im Slot am schnellstern und erzielte im Fallen die zwischenzeitliche Löwen-Führung (24.)

Noch besser als die Löwen machten es die Spieler des ESVK, die bei ihrer ersten Überzahlgelegenheit ganze fünf Sekunden benötigten, ehe Daniel Oppolzer mit einem Schuß aus der Drehung den Spielstand wieder egalisierte (33.). Der Treffer des gebürtigen Kaufbeurers sorgte für eine Drangphase der Allgäuer, die zur nächsten Löwenstrafe und in der Folge zum nächsten Joker-Tor - diesmal nach 11 Sekunden - führte. John Lammers zielte erfolgreich von der rechten Seite aus über Kucis' Fanghand in den Winkel des kurzen Ecks (36).

Zwei mal Pfosten, nur ein Tor

Das Schlussdrittel gehörte ganz den Löwen. Welle um Welle fuhren sie ihre Angriffe aufs Jokertor, doch Benedikt Hötzinger wollte keine Scheibe vorbei lassen. Nach einem Postentreffer Mike Fischers mussten die Schiedsrichter zwar den Videobeweis bemühen, doch zeigte die Aufzeichnung zweifelsfrei wie der Kaufbeurer Keeper die Scheibe mit einer geschickten Drehbewegung von der Linie fischte.

Die Löwen hielten nun den Druck hoch. Während eines starken Wechsels der zweiten Reihe mit Alexej Dmitriev, Christian Kretschmann und Eduard Lewandowski kamen sie in Serie zu Torabschlüssen, doch war kein Vorbeikommen am Keeper der Gäste.

Erst eine weitere Kombination des Duos Fischer - Proft brachte dann den ersehnten Ausgleich: Wieder besorgte Mike Fischer die Vorarbeit und wieder vollendet Proft mit einer Direktabnahme - diesmal rechts oben über Hötzingers Fanghand (53.).

Ein direkt auf den Ausgleich folgende Strafe der Buron-Joker nährte die Frankfurter Hoffnung auf einen weiteren Treffer. Die Gäste verteidigten in Unterzahl jedoch clever und liessen nur wenige Chancen zu.

Vier Minuten vor Ende der Partie hatte Marius Erk den Siegtreffer dann doch noch auf der Kelle, aber sein fulminanter Schlagschuss knallte von der Unterkante der Latte zurück ins Spielfeld (57.).

In der Verlängerung war es dann Ex-Löwe Tobi Wörle vorbehalten, den Extrapunkt an seiner alten Wirkungsstätte zu holen. Nach einem Angriff der Löwen konterte Fabian Voit stark. Basti Kucis rettete im direkten Duell mit dem Joker-Stürmer zwar mit einer starken Schoner-Abwehr, doch landete die Scheibe bei Wörle, der den Puck um den Pfosten herum zum Siegtreffer ins Tor legte (62.).

Löwen-Coach Franz-David Fritzmeier ärgerte sich am Ende über die beiden vergebenen Punkte: "Zwar haben wir heute insgesamt ein gutes Spiel mit hohem Tempo gespielt, die beiden schnellen Gegentore im Mittelabschnitt in Unterzahl hätten wir aber besser verteidigen müssen. Das letzte Drittel haben wir dann klar dominiert und den verdienten Ausgleich, erzielt. Eigentlich hätten wir das Spiel im Schlussabschnitt gewinnen müssen, doch haben wir unsere Chancen dort nicht ausreichend nutzen können."

Ausblick: Drei Auswärtsspiele in Folge

Für die Löwen stehen im Saison-Endspurt nun drei Auswärtsspiele in Folge auf dem Programm. Am Sonntag sind sie erstmals in dieser Saison bei den Eispiraten in Crimmitschau zu Gast. Spielbeginn ist bereits um 17:00 Uhr. Es folgen Spiele in Bad Tölz (30. März, 19:30 Uhr) und Bayreuth (01. April, 20:00 Uhr).
Das nächste Heimspiel bestreiten die Löwen dann am Ostersamstag, den 03. April 2021 gegen die Nachbarn aus Bad Nauheim.

Löwen Frankfurt - ESV Kaufbeuren 3:4 n.V.  (1:1, 1:2, 1:0, 0:1)

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