Spielbericht

Keine Ernte in Bad Nauheim

Im einzigen Hessen-Derby des Wochenendes ziehen die Löwen in Bad Nauheim mit 2:6 den Kürzeren.

Bad Nauheim (DJ) - 48 Stunden nach dem ausgefallenen „Ersatz-Hessen-Derby“ gegen Kassel traten die Löwen Frankfurt am Sonntagabend zum kleinen Derby in Bad Nauheim an. 42 Schüsse der Löwen am 10. Spieltag der laufenden DEL2-Saison gegen die Eishockey-Cracks aus der Wetterau waren allerdings nicht genug. Am Ende mussten sich die Löwen mit 2:6 (1:2, 0:1, 1:3) geschlagen geben.

Sebastian Collberg traf für die Löwen, ebenso wie Mik Mieszkowski. Zwei Tore bei so vielen Chancen waren auch Head Coach Olli Salo zu wenig: "Wir haben viel gearbeitet und viel investiert, konnten uns aber nicht belohnen. Auf der anderen Seite haben wir es unserem Gegner zu leicht gemacht. Das müssen wir abstellen."

Verheißungsvoller Auftakt

Bis in die Schlussphase des 1. Drittels waren die Löwen das tonangebende Team. 15 Torschüsse gaben Adam Mitchell & Co. auf Felix Bick im Tor der Hausherren ab - überwinden konnten sie ihn nur einmal. Collberg gelang in der 11. Minute die Führung für die Löwen: Eine Parade von Patrick Klein leitete einen schnellen Gegenzug der Löwen ein, auf Landon Ferraros Vorlage traf Collberg mit einem verdeckten Schuss zum 1:0.

Und die Führung war verdient. Frankfurt erlaubte den einstigen Roten Teufeln zumeist nur wenig gefährliche Abschlüsse, die Klein kaum vor Probleme stellten. Einzig vor dem erfolgreichen Gegenzug wurde Klein zu einer spektakulären Parade genötigt, als er einen 2-gegen-1-Konter nur dank guter Antizipierung und einem schnellen Reflex vereitelte.

Wenig Ertrag

Dennoch hatten die Löwen nach der Führung nicht lange Grund zur Freude. Nur 53 Sekunden später nutze Christoph Körner einen Puckverlust der Löwen im eigenen Drittel zum praktisch postwendenden Ausgleich (12.). Die Löwen schienen vom Gegentreffer zunächst unbeeindruckt, hatten selbst wieder gute Gelegenheiten, doch eine zweite Unachtsamkeit in der Defensive bestraften die EishockeyCracks unmittelbar. Zwei Schussversuche von Leon Köhler konnte Klein noch parieren, den dritten Nachschuss verwertete Kelsey Tessier, da die Löwen im Slot weder Puck noch Gegner geklärt bekamen und Klein letztlich machtlos war (17.).  

Die wohl spielentscheidende Phase begann im 2. Drittel in etwa ab der 30. Minute. Kein Team konnte bis dahin die Partie an sich reißen, dann nahm Bad Nauheim drei aufeinanderfolgende Strafen. Dreimal für die Löwen die Gelegenheit im Powerplay zu agieren und den Ausgleich zu erzielen, doch stattdessen trafen nur die Hausherren in Unterzahl. Cason Hohmann, die neu in die Wetterau verpflichtete Vorlagenmaschine, überwand mit einem Rückhandschuss und einer gehörigen Portion Situationsglück Klein zum 3:1 (35.).

Ernteausfall

Noch ernüchternder für die Löwen startete das Schlussdrittel. Zwei schnelle Strafen gegen Bad Nauheim brachten die Löwen für gut eine Minute in doppelte Überzahl, nur nutzen konnten sie es nicht. Dank eines äußerst aggressiven Unterzahlspiels kamen die Löwen kaum in die Aufstellung und verpassten es so dem Spiel nochmal eine Wendung zu geben.

Mark Richardson, der eben noch die Strafe verbüßte, erhöhte in der 47. Minute auf 4:1. Aus dem Getümmel sprang der Puck Richardson auf die Kelle, der dann wenig Mühe hatte Klein zu überwinden.

Hoffnung gab den Löwen nochmals die unmittelbare Antwort von Mike Mieskowski, der 19 Sekunden nach Richardsons Tor auf 2:4 aus Gästesicht stellte. Eingeleitet von einem starken Open-Ice Hit Carter Profts entwickelte sich der Gegenzug, den Mieskowski zu seinem vierten Saisontreffer nutzte.

Die Löwen versuchten bis zum Schluss nochmal alles, 2:38 Minuten vor dem Ende orderte Olli Salo Goalie Klein zugunsten eines sechsten Manns auf die Bank. Martin Buchwieser und Alexej Dmitriev hatten prompt die Gelegenheit zum Anschluss, doch beide Abschlüsse vereitelte Bick.

Der Druck der Löwen hielt bis zu einer Befreiung von Kelsey Tessier, die Nicolas Cornett - ohne Klein im Tor - mit wenig Mühe zum fünften Nauheimer Treffer vollendete. Andreas Paulis Treffer bedeutete sechs Sekunden vor der Schlusssirene den 6:2-Endstand.

Ausblick

Am kommenden Wochenende sind die Löwen am Freitag spielfrei. Am Sonntag treten die Löwen bei den Füchsen in der Lausitz an. Spielbeginn in Weisswasser ist bereits um 17:00 Uhr. SpradeTV überträgt die Partie live.

EC Bad Nauheim – Löwen Frankfurt 6:2 (2:1, 1:0, 3:1)

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