Löwen-News

„Langer Tag, kurze Nacht, wenig Schlaf“

Fast 2.500 km verbrachten die Löwen letzte Woche "on the road". Ein echter Marathon - vor allem für die Betreuer.

Frankfurt-Dresden, Dresden-Frankfurt, Frankfurt-Kassel, Kassel-Frankfurt, Frankfurt-Weißwasser, Weißwasser-Frankfurt: 2.428 Kilometer. Drei Auswärtsspiel in sechs Tagen. Die Löwen Frankfurt haben vergangene Woche einen wahren Auswärtsmarathon hinter sich gebracht. Nicht nur für die Spieler war das echter Reise-Stress. Auch – und vor allem – die Betreuer mussten mit jeder Menge Zusatzschichten für einen reibungslosen Ablauf vor, während und nach den Spielen und Reisen sorgen.

Im Löwengebrüll verriet Betreuer Marko Suvelo, wie die Woche für ihn und seinen Kollegen Lasse Jokinen verlaufen ist. Übrigens findet ihr HIER alle alten Löwengebrüll-Magazine zum Nachlesen.

SAMSTAG, 18. JANUAR.

Ausruhen nach dem Derby-Sieg gegen Kassel am 17. Januar? Nicht für die beiden Löwen-Betreuer Marko Suvelo und Lasse Jokinen. Die beiden sind ein eingespieltes Team. Ohne zu übertreiben kann man das Duo als den Motor bezeichnen, der den Löwen-Apparat am Laufen hält. Und so stehen sie auch schon am Morgen nach dem 4:3-Erfolge gegen die Huskies wieder als Erste in der Eissporthalle.

Die Wäsche muss aus dem Trockner. Die Trikots vom Heimsieg müssen ordentlich aufgehangen werden. Tape und andere „Eishockey-Accessoires“ müssen aufgefüllt werden. Während des Trainings stehen beide an der Spielerbank und helfen, wo sie können. Und lange nachdem alle Spieler und Trainer die Halle wieder verlassen haben, sind Suvelo und Jokinen immer noch dabei, die Taschen und Koffer für das erste der drei anstehenden Auswärtsspiele zu packen.

„Drei Auswärtsspiele in sechs Tagen ist schon eine besondere Herausforderung“, sagt Suvelo. „Es ist alles etwas anders, aber auch irgendwie immer gleich. Man benötigt ja für jedes Spiel dieselben Dinge. Der Unterschied ist, dass man auswärts eben alles mitnehmen muss. Das ist entsprechend Mehrarbeit.“

Der Deutsch-Finne, der zwischen 1999 und 2017 Profi-Torhüter in Deutschland war, heuerte im vergangenen Frühjahr als Betreuer am Main an. Sein Kollege Lasse Jokinen arbeitet bereits im zweiten Jahr bei den Löwen. Mit der typisch finnischen – fast schon stoischen – Ruhe und deutscher Gründlichkeit und Zuverlässigkeit meistern beide jede Situation – selbst einen extralangen „Road Trip“ durch halb Deutschland.

„Dann gibt es halt keine freien Tage. Das gehört zum Job dazu“, meint Suvelo gelassen. „Aber lieber packen wir am Tag vorher, als uns die halbe Nacht um die Ohren schlagen zu müssen, um anschließend quer durchs Land zu fahren.“ Also werden alle Schläger in die entsprechenden Taschen gepackt. Sämtliches Equipment wird in Boxen gelagert. Die Schleifmaschine muss ebenfalls mit. Dazu kommen zusätzliche Ausrüstungen und natürlich die Stutzen und Trikots. „Der Transporter ist am Ende definitiv voll“, schmunzelt Suvelo.

SONNTAG, 19. JANUAR.

Während der eine oder andere Spieler gerade seinen Wecker abschaltet, sitzen Suvelo und Jokinen bereits im Hyundai-Transporter und machen sich auf den Weg nach Dresden. „Wir müssen schließlich lange vor der Mannschaft am Zielort sein und dort alles vorbereiten. Für das Team soll alles so angenehm wie möglich sein. Sie sollen sich möglichst wie zuhause in der Eissporthalle fühlen“, verrät der 44-Jährige.

Ein Himmelfahrtskommando sind die beiden Finnen aber dennoch nicht. „Wir machen regelmäßig Pausen. Müssen wir auch. Lasse ist Raucher“, scherzt Suvelo. „Wir essen zudem unterwegs im selben Restaurant wie nach uns auch die Mannschaft.“

Wenn es dann in Dresden auf dem Eis endlich zur Sache geht, müssen auch die beiden Löwen-Betreuer zur Stelle sein. „Wir arbeiten auch während der Spiele. Wir kümmern uns um die Schläger, ums Trinken. Manchmal muss auch ein Helm oder ein Schlittschuh repariert werden. In den Pausen müssen Schlittschuhe geschliffen werden“, erklärt Suvelo. „Aber auch wenn das viel Arbeit ist: Wir haben die besten Plätze in jedem Stadion.“

MONTAG, 20. JANUAR.

Spielen die Löwen Sonntag auswärts, steht am Montag ein Training an. Das bedeutet zwar wenig Schlaf für die Betreuer, aber ihnen ist es recht so. „Uns passt das mit dem Training am Tag nach dem Auswärtsspiel. Denn wir müssen eh in die Halle, um uns um die Wäsche zu kümmern. So haben wir zumindest dienstags frei – außer diese Woche…“

Denn anders als sonst wurde am Montag nach dem Training schon wieder gepackt. Und so wanderte sämtliches Equipment zusammen mit den frischgewaschenen Trikots und Stutzen zurück in den Transporter.

DIENSTAG, 21. JANUAR.

Auf Dresden folgt Kassel. Das zweite Derby innerhalb von vier Tagen. Die Fahrt ist im Vergleich zu Reisen nach Sachsen kurz. Entsprechend „spät“ machen sich beide Betreuer auf den Weg. Das Drama erleben sie wie immer hautnah mit, müssen anschließend aber wieder in Windeseile alles zusammenpacken. Zeit für lange Gespräche bleibt da nicht.

„Nach dem Spiel wird es dann hektisch“, weiß Suvelo. „Alles muss schnell wieder verpackt und in den Transporter geladen werden. Dazu kommt die ganze schmutzige Wäsche. Oft ist es erst Mitternacht bis wir uns wieder auf den Weg nach Frankfurt machen. Zum Glück liegt Frankfurt zentral. Andere Teams haben da noch viel schlimmere und längere Touren.“

Nach dem Spiel in Kassel mag das stimmen. Doch am Freitag wartet die nächste „Weltreise“ – Weißwasser.

FREITAG, 24. JANUAR.

Nachdem Suvelo und Jokinen auch für das dritte aufeinanderfolgende Auswärtsspiel am Vortag gepackt und verladen haben, machen sie sich vor dem ersten Sonnenstrahl auf den 516-Kilometer langen Weg in die Lausitz.

„Die Reise in die Lausitz ist tatsächlich kein Zuckerschlecken“, gibt auch Suvelo zu. „Vor allem am Ende einer solchen Woche. Bis man da zuhause ist, hat man 24 Stunden in den Beinen. Zum Glück können wir uns beim Fahren abwechseln. Dazu legen wir einige Kaffeepausen ein.“

Als das Betreuer-Duo der Löwen mit dem Transporter in den Bornheimer Hang einbiegt, herrscht längst wieder buntes Treiben in der Frankfurter Innenstadt. Jetzt noch schnell auspacken, die Wäsche in die Maschine werfen und dann nur noch ins Bett fallen. Das nächste Training und das nächste Spiel kommen bestimmt…