Spielbericht

Löwe, ärgere dich nicht

Trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung gehen die Löwen gegen die Ravensburg Towerstars nach 60 Minuten ohne Punkte vom Eis.

Frankfurt (DJ) – Manchmal soll es einfach nicht sein. Gegen die Ravensburg Towerstars lief für die Löwen Frankfurt am 21. Spieltag der aktuellen DEL2-Saison eigentlich vieles in die richtige Richtung. Nur eine Unterzahlsituation, zwei Drittel besser als der Gegner und mit 2:0 in Front, doch am Ende trotzdem ohne Punktgewinn. 2:3 (0:0, 2:1, 0:2) leuchtete der Endstand nach 60 Minuten von der Anzeigentafel der heimischen Eissporthalle. Ryon Moser und Rylan Schwartz trafen für die Löwen im zweiten Drittel, ehe die Towerstars das Spiel drehten. Jake Hildebrand verbucht 33 Saves.

Himmel-Herr-Gott nochmal!

Die spielentscheidende Szene fiel exakt 30 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels. Mit 2:1 führten die Löwen noch durch die Pause, eine Strafzeit gegen David Zucker sechs Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts ließ die zufriedenen Hausherren das 3. Drittel gar in Überzahl beginnen.

Doch anstelle des Frankfurter Versicherungstreffers zum 3:1 gelang Sam Herr in Unterzahl der Ausgleich für die Towerstars (41.). Noch Schwerwiegender als Herrs zweiter Treffer an diesem Abend zum 2:2 wog  allerdings der schleichend miteinhergehende Momentum-Swing zu Gunsten der Gäste. Denn auch wenn die Löwen in der Folge ihr Spiel weiter engagierter, offensiver und abschlussreicher gestalteten als ihr Gegner Ravensburg schien nur auf die nächste Gelegenheit zu Warten um die Partie endgültig zu drehen.

Over and out

Und die kam in der 54. Minute: Nach zunächst einem Bullygewinn der Löwen erobern die Towerstars den Puck, Simon Gnyp wird von Charlie Sarault im Gegenzug perfekt bedient und trifft zum 3:2. Nach einem 0:2-Rückstand, die erste und einzige Führung für das Team aus der Brettspielmetropole; allerdings die entscheidende, die bis zum Schluss Bestand haben sollte.

Zumal trotz Frankfurter Dauerdrucks in der Schlussphase die Ravensburger ihre besten Spielminuten zeigten und die Löwen mehrfach effektiv vom Tor entfernt hielten, Abschlüsse verhinderten und trotz 14 zu 8 Schüssen für die Löwen letztlich kaum ernsthaft in Gefahr rieten die Partie zum Ende hin noch zu verlieren.

O-Y-A! [oh-why-ah]

Zwei Drittel lang sah das zunächst aber anders aus. Da waren die Löwen grundsätzlich tonangebend, wenngleich Ravensburg im zweiten Drittel deutlich mehr Torschüsse (19 zu 8) verzeichnen konnte. Dennoch gingen die Löwen mit 2:0 in Front. Zunächst traf Ryon Moser durch Abfälschen eines Schusses von Kyle Sonnenburg zum 1:0 (28.), nur fünf Minuten später erhöhte Rylan Schwartz in einer Duplizität der Ereignisse im nächsten Wechsel der „Triple-Y-Line“ auf 2:0. Sonnenburg hatte zuvor quer auf Max Faber gelegt, dessen Schuss von der blauen Linie über Schwartz‘ Kelle den Weg ins Netz hinter dem chancenlosen Jonas Langmann fand.

Das 2:0 schien, trotz des Schussdefizits im zweiten Drittel, mit den zuvor erarbeiteten Spielvorteilen der Löwen zu korrelieren. Im ersten Drittel nämlich dominierten die Löwen das Geschehen phasenweise sogar, kamen mehr und vor allem deutlich besseren Abschlussgelegenheiten, als die Towerstars.

Spielwiese

Die Löwen mussten heute auf den zuletzt starken Darren Mieskowski (2 Tore in den letzten beiden Spielen) verzichten, für ihn rückte Dynamo Manuel Strodel an die Seite von Matt Carey und Pierre Preto. Zwar fehlte der Formation hierdurch Mieszkowskis körperliche Präsenz vor dem Tor, doch dank Strodels Agilität zeigte sich die Reihe früh formiert und begrüßte Jonas Langmann im Ravensburger Tor schon während den ersten Wechseln mit einigen guten Gelegenheiten, scheiterte aber stets am Gäste-Goalie. Gleiches widerfuhr Wruck, Moser, Schwartz & Co. die mehrfach zum Abschluss kamen, Langmann aber auch in zwei Powerplays nie überwinden konnten.

Die Hauptbeschäftigung der Löwen-Defensive lag erwartungsgemäß bei der Paradereihe der Towerstars aus Sam Herr, Charlie Sarault und David Zucker. Wobei im selben Atemzug auch die beiden oft offensiv agierenden Verteidiger Pavel Dronia und James Bettauer aufgeführt werden müssen, die gern als zweite Welle ins Löwendrittel brandeten. Nicht konsequent geklärte Pucks ließen Dronia und Bettauer ebenso zügig wieder in die Zone zurückschwappen wie mehrfach gefährliche Schüsse auf den Kasten von Jake Hildebrand. Der stand in seinem fehlerfreien Leistung seinem Gegenüber aber in nichts nach.

Erst die beiden Tips von Moser und Schwartz konnten den Knoten der Torlosigkeit lösen. Die gesicherte 2:0-Führung der Löwen währte allerdings nur 90 Sekunden. Dann nutze Sam Herr eine Unordnung in der Löwen-Defensive zum Anschlusstreffer, indem er den nicht geklärten Puck kurzerhand über die Linie drückte und damit das Comeback der Towerstars initiierte, welches sie Schlussdrittel perfekt finalisierten.

Ausblick

Am Freitag, 10.12.21, verlagern die Löwen ihre Spielstätte ins nördliche Stadtvorland zum Duell gegen die „Roten Teufel“. Spielbeginn im ehrwürdigen Colonel-Knight-Stadion in Bad Nauheim ist, wie gewohnt, um 19.30 Uhr.

Zum nächsten Heimspiel empfangen die Löwen am Sonntag, den 12.12.21, die Eispiraten aus Crimmitschau in der Eissporthalle (Spielbeginn 18.30 Uhr). Für die Partie unter 2G-Plus-Regelung gibt es noch Restkarten im Löwen-Ticket-Shop. Natürlich ist SpradeTV bei beiden Partien live dabei.

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 2:3 (0:0, 2:1, 0:2)

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