Spielbericht

Löwen bezwingen Iserlohn Roosters

Der „doppelte Bokk“ ebnet den Weg zum ersten PENNY DEL-Heimsieg

Frankfurt (SR) - Am dritten Spieltag der PENNY DEL gaben die Iserlohn Roosters ihre Visitenkarte in der Eissporthalle am Ratsweg ab. Jedoch ohne Erfolg – der Aufsteiger siegte vor über 5.000 Zuschauern souverän mit 5:2.

Unvergessen bleibt für den Großteil der Frankfurter Anhängerschaft sicherlich das legendäre Playoff-Viertelfinale der Lions gegen die Roosters aus dem Jahre 2008. Nach einem 1:3-Serienrückstand kam Frankfurt zurück und entschied die Serie in sieben Spielen für sich, wobei Spiel 4 der Serie bis heute mit 117 Minuten und 47 Sekunden das zweitlängste Spiel der DEL-Historie markiert.

Löwen gehen in Führung

Zurück im Jahr 2022… Da die Gäste aus dem Sauerland im Stau standen, begann die Partie mit fünfzehnminütiger Verspätung. Und sie startete zunächst etwas zerfahren. Für die erste Schrecksekunde des Spiels sorgte Löwen-Goalie Jake Hildebrand nach rund drei Minuten, als er bei einem an sich harmlosen Klärungsversuch wegrutschte und Iserlohn dies beinahe ausnutzte. Doch der Pfosten rettete.

Die Löwen kamen erstmals in der 8. Minute gefährlich vor den Iserlohner Kasten, als Brendan Ranford über die linke Seite durchbrach und aus kurzer Distanz abschloss, was Ex-Löwen-Torhüter Hannibal Weitzmann jedoch mit etwas Glück vereiteln konnte.

Die Hausherren, welche nach überstandener Verletzung erstmals auf den aus Iserlohn an den Main gewechselten Simon Sezemsky zurückgreifen konnten, kamen nun offensiv besser ins Spiel, vergaben in der 12. Minute jedoch fahrlässig einen 2-auf-1-Konter.
Kurz darauf belohnten sich dann die Löwen in Person von Dominik Bokk, der im ersten Überzahlspiel des Abends nach wenigen Sekunden die Führung herausschoss, als er Weitzmann im kurzen Eck überwand. Sturmtank Brett Breitkreuz hatte dem Schlussmann die Sicht genommen. Im Gegenzug entschärfte Hildebrand eine gute Roosters-Chance, als Yannick Proske aussichtsreich im Slot bedient wurde.
Hatte Iserlohn bis hierhin insgesamt etwas mehr vom Spiel, so häuften sich ab Minute 15 die Frankfurter Offensiv-Aktionen. Doch bis zur ersten Pause blieb es beim 1:0 für die Gastgeber.

Mit Dampf und Kampf Grundstein zum Sieg gelegt

Im zweiten Abschnitt kamen beide Teams mit viel Energie und Geschwindigkeit aus der Kabine. In der 22. Minute rettete Weitzmann gegen Ryan Olsen. Drei Minuten später klingelte es jedoch erneut im Iserlohner Gehäuse. Kevin Maginot umkurvte das gegnerische Tor und bediente im rechten Bullykreis erneut Dominik Bokk, der nicht lange fackelte und das Hartgummi präzise unter die Latte zimmerte.
Die erste gute Gäste-Chance im Mittelabschnitt vergab Bailey nach 26 Minuten, als er freistehend etwas überhastet das Tor verfehlte. In der Folge kamen die Roosters etwas mehr, was Stürmer Cornel mit einem verdeckten Schuss aus halbrechter Position in Zählbares ummünzte - 2:1 (32.). Doch die Frankfurter gaben 38 Sekunden später die passende Antwort. Breitkreuz arbeitete den Puck vor das Tor… Nathan Burns verpasste, doch Rylan Schwartz stand goldrichtig und erhöhte auf 3:1. Iserlohn, in der Folge etwas fahrig, ließ Ryan Olsen unbeaufsichtigt, doch dieser scheiterte mit seiner penaltyartigen Großchance an Weitzmanns Big Save mit der Fanghand (34.). Eine Minute später legte Breitkreuz erneut für Rylan Schwartz auf, doch der verzog knapp.
Die Löwen ließen die Gäste kommen, verteidigten jedoch stark und hatten bei Kontern die besseren Gelegenheiten.
Unmittelbar vor Drittelende gelang den Mainstädtern ein ultimativer Wirkungstreffer. Bei 4 gegen 4 hielten sie den Puck im Angriffsdrittel. Als die Gäste grade wieder vollständig waren, zog Reid McNeill von der blauen Linie ab. Carter Rowney stand vor dem Kasten goldrichtig und fälschte mit der Schlusssirene unhaltbar zum 4:1 ab.

Löwen bleiben cool und zeigen keine Nerven

Im dritten Abschnitt überstanden die Löwen zunächst die noch aus dem zweiten Drittel stammende Strafzeit schadlos. In der Folge neutralisierten sich die Mannschaften weitgehend. In der 49. Minute fiel, ein wenig aus dem Nichts, das 4:2. Eine schöne Kombination der Roosters verwertete Colin Ugbekile aus kurzer Distanz. Löwen-Rückhalt Hildebrand hatte dabei keine Abwehrchance.
Im Gegensatz zum Spiel vom letzten Sonntag gegen Bremerhaven blieben die Hausherren dieses Mal jedoch cool. Zwar ließen sie Iserlohn nun zunehmend die Initiative, aber die Löwen hielten den Gegner unter Kontrolle und verhinderten klare Torchancen. Im Gegenteil… Dylan Wruck scheiterte bei einem Konter aus aussichtsreicher Position erneut an Hannibal Weitzmann. Dieser räumte zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene seinen Kasten zu Gunsten eines sechsten Feldspielers, was Rylan Schwartz kurz darauf aber nur beinahe ausnutzen konnte.

Besser machte es eine Minute vor Schluss Brendan Ranford, der trotz Bedrängnis zum 5:2-Endstand ins leere Tor einschob.

Ausblick

Mit nun zwei Siegen und sechs Punkten aus drei Spielen sind die Löwen vielversprechend in das Abenteuer PENNY DEL gestartet.

Am Sonntag, den 25. September, kommt es dann auswärts zum Kampf David gegen Goliath, wenn die Frankfurter beim amtierenden Meister Eisbären Berlin gastieren. Um 14:00 Uhr geht’s los.  

Löwen Frankfurt – Iserlohn Roosters 5:2 (1:0, 3:1, 1:1)