Spielbericht

Löwen mit viel Herz „back on track“

Viel Einsatz und eine starke Defensive führen die Löwen Frankfurt zum 3:2-Heimsieg gegen die Dresdner Eislöwen.

Frankfurt (DJ) – Nur ein Sieg zählte für die Löwen Frankfurt vor dem Dienstag-Heimspiel des 22. Spieltages der laufenden DEL2-Saison gegen die Dresdner Eislöwen. Nach drei Spielen ohne Sieg wollten die Hessen unbedingt wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Und so gesehen „lieferten“ die Löwen: 3:2 (1:0, 2:2, 0:0) hieß es am Ende vor 4.129 Zuschauern in der Frankfurter Eissporthalle.

Nicht immer spektakulär, aber mit viel Herz, Leidenschaft und Einsatz bogen die Löwen nach ihrer eigenen 1:0-Führung durch Lukas Koziol einen zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand noch im 2. Drittel durch Tore von Max Eisenmenger und Martin Buchwieser in ein 3:2 um. Patrick Klein mit 33 Saves und eine bis auf zwei Szenen zu Beginn des 2. Drittels nicht zu überwindende Defensive sicherten den Löwen den Heimsieg und beendeten damit die kleine Durststrecke der Löwen.

Offensiver Auftakt

Früh bekamen die Löwen nach einer Strafe gegen Joe-Richard Kiss die erste Möglichkeit in Überzahl offensiv ins Spiel zu finden (ab 3.). Dresdens Unterzahl-Quote von 72,3% bedeutet im Ligenvergleich den zweitschlechtesten Wert, doch bekanntermaßen sind auch die Löwen in Überzahl keine Macht (PP-Quote 17,6%). Zwar sah das Überzahl wie ein Powerplay aus, zwei Chancen von Eddie Lewandowski der halbrechts lauernd von Roope Ranta bedient wurde (5.), hätten auch durchaus die Führung bedeuten können, doch zweimal war Florian Proske im Tor der Eislöwen zur Stelle.

Dresdens Goalie, von 2016-2018 in Diensten der Löwen, hielt seinen Kasten auch während zwei weiterer Powerplays im 1. Drittel sauber, da es den Löwen zu selten gelang, saubere Kombinationen aufzuziehen, an deren Ende ein gefährlicher Abschluss stand.

Dass die Löwen zur ersten Pause dennoch mit 1:0 in Front lagen, verdankten sie vor allem einem sehr guten Spiel in den Zweikämpfen und an der Bande, durch das sie (gefühlt) fast immer in Puckbesitz kamen. Und hierbei auch Chancen kreierten: Hätte Steven MacAulay die Hereingabe von Ranta erreicht (6.) oder Buchwieser nicht knapp am langen Pfosten vorbeigezielt (7.) wäre die Führung möglicherweise auch schon früher gefallen.

So hatten die Löwen in der 10. Minute zunächst Glück, bzw. Klein im Tor, der nach einem Scheibenverlust im Spielaufbau den Winkel für Joe-Richard Kiss aggressiv verkürzte, so dass dieser freistehend den Puck am Kasten vorbeischlenzte.

Aus der Fahrkarte zogen die Löwen einen schnellen Gegenzug auf, bei dem Koziol gedeckt zunächst den besser postierten Nebenmann suchte, als dies aber nicht gelang im zweiten Versuch die Scheibe selbst über Proskes Fanghand zum 1:0 für die Löwen in den Winkel setzte (10).

Verschenkte Dominanz

Mit der Führung und zwei Überzahlsituationen hatten die Löwen die Partie bis zur Drittelpause im Griff, was auch die Schussbilanz von 16:5 pro Frankfurt unterstrich. Ein einziger Fehler genügte beim „knappsten aller Spielstände“ allerdings um die Verhältnisse auszugleichen. Ein misslungener Querpass von Lewandowski landete auf der Kelle von Elvijs Biezais, der alleine auf das Löwen-Tor zog und Klein keine Chance ließ (23.).

Und nur gut eine Minute später kippte die Partie komplett: Eine Strafe gegen Leon Hüttl (Behinderung) dauerte gerade einmal 13 Sekunden, bevor Petr Pohl aus der Distanz abzog und die Scheibe den Weg in die Maschen des Löwen-Tores fand (24.).

Das 1:2 stellte die Spielanteile und Kräfteverhältnisse aus den ersten 20 Minuten komplett auf den Kopf, brachte die Dresdner in der Folge allerdings nachhaltig in die Partie. Vor allem auch, da die starke Zweikampfführung und das Forechecking der Löwen, welche die Sachsen im 1. Drittel maßgeblich auf die mickrigen fünf Torschüsse limitierten, plötzlich nicht mehr so griffen wie von Head Coach Matti Tiilikainen gefordert. Stattdessen kassierten die Löwen Strafen und eröffneten Dresden so die Chance auf weitere Treffer.

Ein Konter in Unterzahl über Koziol und Lewandowski hätte den Löwen in der 28. Minute beinahe den Ausgleich beschert, doch Frankfurts Altinternationaler verpasste das Tor der Gäste knapp.

Zurück gearbeitet

So mussten sich die Löwen erst wieder Minute für Minute zurück ins Spiel arbeiten, ehe sie in der 36. Minute doch noch die Ausgleichsgelegenheit von Dresden serviert bekamen. Fast wie vor dem Dresdner 1:1 ermöglichte ein abgefangener Fehlpass in der Defensive einen Konter, den Max Eisenmenger zum 2:2 vollendete. Eisenmenger überlief aus dem eigenen Drittel heraus zwei Verteidiger der Eislöwen, ehe er Proske den Puck durch die Beine schob (36.).

Acht Sekunden vor Ende der 2. Drittels glückte Buchwieser gar noch die Führung für die Löwen. Eine Strafe gegen Dresdens Arne Uplegger schickte die Löwen zum vierten Mal in Überzahl. 1:52 Minuten präsentierte sich den Fans in der Eissporthalle kaum ein anderes Bild, als in den Powerplays zuvor. Dann fand eine zweifache Ablage den auf rechts lauernden Buchwieser, der mit einem satten One-Timer vorbei am desorientierten Proske zum 3:2 traf (40.).

„Ausgerechnet“ ein Powerplaytor brachte die Löwen in Front und stand auch nach 60 Minuten noch als Siegtreffer auf der Anzeigentafel. Trotz unter anderem zwei weiterer Strafen, welche in der 46. Minute sogar zu einer dreißigsekündigen 5-gegen-3 Situation für Dresden führten, und insgesamt 13 Schüssen für die Eislöwen im Schlussdrittel, ließen die Löwen keinen weiteren Treffer mehr zu.

Vor allem im Zentrum verteidigten die Löwen äußerst stabil, so dass Dresdens Angriffe selten in den Slot verlagerten, sondern zumeist aus Distanzschüssen aus den äußeren Lagen bestanden, welche die Defensive vor Klein fast immer kompromisslos abräumte. Die wohl beste Chance zum Ausgleich vereitelte Klein in der 50. Minute, als Toni Ritter von halbrechts abzog, der Löwen-Goalie aber zur Stelle war, ebenso wie bei einem Unterzahlkonter von Sebastian Zauner (51.).

Ausblick

Zum Auftakt des kommenden Wochenendes gastieren die Löwen am Freitag zunächst bei den Tigers in Bayreuth. Spielbeginn im Kunsteisstadion Bayreuth ist um 20:00 Uhr. Natürlich überträgt SpradeTV die Partie live  Zum nächsten Heimspiel empfangen die Löwen den EHC Freiburg am Sonntag (01.12.) bereits um 16:00 Uhr. Zum Spiel am Family-Day bieten die Löwen im Ticket-Shop attraktive Pakete für die ganze Familie.

Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 3:2 (1:0, 2:2, 0:0)

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