Spielbericht

Löwen müssen sich eisigen Artgenossen geschlagen geben

Trotz zwischenzeitlichem Comeback und starker Schlussoffensive unterliegen die Löwen Frankfurt mit 3:4 in Dresden.

Frankfurt (DS) – Die lautstarke Unterstützung war da für die Löwen Frankfurt. Etwa 300 Fans waren auch dank der Busaktion der Fanclubs nach Dresden mitgereist, um ihre Farben zu unterstützen. Doch trotz der Anfeuerungen kamen die Löwen etwas schwer in die Gänge. Zwar gelang dank eines überzeugenden Mittelabschnitts der zwischenzeitliche Ausgleich. Doch am Ende mussten sich die Löwen an diesem 39. Spieltag der DEL2-Saison 2019/2020 den gastgebenden Dresdner Eislöwen mit 3:4 (0:2, 2:1, 1:1) geschlagen geben.

Mike Mieszkowski, Eddie Lewandowski und Max Faber trafen für die Löwen, die auf Verteidiger Steven Delisle verzichten mussten, der sich am vergangenen Freitag im Hessen-Derby verletzt hatte und damit die Verletztenliste der Löwen wieder auf fünf Spieler hochschraubte.

Löwen Head Coach Tillikainen lobte nach dem Spiel die Moral seines Teams und die deutliche Leistungssteigerung im 2. Drittel. Vorentscheidend war aus seiner Sicht der erneute Führungstreffer für Dresden kurz vor Ablauf des zweiten Abschnitts und das gute Pressing der Eislöwen.

Start verschlafen

Die frühe Abreise und lange Busfahrt steckte den Löwen offenbar in den Knochen, denn direkt nach Spielanpfiff stand Goalie Jimmy Hertel im Mittelpunkt. Mit mehreren guten Paraden entschärfte er hochkarätige Einschussmöglichkeiten der Eislöwen. Dennoch fiel nach nur 96 Sekunden der erste Treffer, bei dem Hertel machtlos war. Einen Pfostentreffer von Kevin Lavallee konnten die Löwen nicht vor dem eigenen Tor klären, und Thomas Pielmeier drückte den Puck von der rechten Seite im Nachsetzen über die Torlinie.

Die Löwen brauchten einige Spielminuten, um das Spiel zu beruhigen und ihrerseits erste offensive Akzente zu setzen. In der 9. Spielminute scheiterte Lewandowski freistehend am rechten Pfosten stehend an Riku Helenius im Gästetor, im Nachsetzen konnte Mike Mieszkowski Helenius aus der Halbdistanz ebenfalls nicht überwinden.

Das 2:0 für Dresden fiel fast im direkten Gegenzug in der 10. Spielminute. Nach gewonnenem Bully durch Dresden nahm Jordan Knackstedt ungedeckt aus zentraler Position die Direktabnahme, die Hertel unter den Schonern ins Tor durchrutschte.

Auch im ersten Überzahlspiel der Löwen musste Hertel bei einem Solo des entlaufenen Timo Walther einmal mehr mit einer Parade eingreifen, während sich die Löwen ihrerseits im Powerplay keine zwingende Torchance erspielen konnten. Den Löwen war der Wille nicht abzusprechen, aber im 1. Drittel lief spielerisch zu wenig zusammen. Kurz gesagt war es eine zerfahrene Begegnung in den ersten 20 Minuten.

Erst das Comeback, dann die bittere Pille

Selbstbewusstsein tankten die Löwen gleich zu Beginn des 2. Drittels, als sie in Unterzahl ein gutes Penaltykilling spielten und dabei keine Torchance der Dresdner zuließen. Die Löwen agierten in der Folge nun körperbetonter und nach einem gewonnenen Zweikampf hinter dem Dresdner Tor bediente Darren Mieszkowski seinen Bruder Mike in der 25. Minute perfekt vor dem Tor, der von dort unbedrängt zum 1:2 einnetzte.

Die Löwen setzten nach und zwangen die Dresdner Defensive nun immer wieder zu Fehlern, konnten aber die zahlreichen Abpraller von Helenius zunächst nicht zum Ausgleichstreffer nutzen.

In der 34. Spielminute machten es die Löwen dann besser, als Lewandowski im Gewühl vor dem Dresdner Tor die Übersicht behielt und einen Rebound mit einem Tip-In zum 2:2-Ausgleich verwertete, der nach Konsultation des Videobeweises durch das Schiedsrichtergespann bestätigt wurde.

Dresden erhöhte nach dem Ausgleichstreffer das Tempo und zwang die Löwen in die Defensive. Glück hatten die Löwen in der 38. Minute, als Nick Huard mit einem platzierten Handgelenksschuss nur die Latte traf.

4,5 Sekunden vor Drittelende mussten die Löwen den erneuten Führungstreffer der Dresdner hinnehmen. Steve Hanusch lief mit dem Puck über das gesamte Spielfeld, narrte mit einer Körpertäuschung die komplette Verteidigung und bediente den mitgelaufenen und vor dem Tor freistehenden Dale Mitchell, der den Puck platziert an Hertel vorbei zum 3:2 ins Tor einschob.

Löwen finden keinen Schlüssel zum Sieg

Die Gastgeber starteten druckvoll ins Abschlussdrittel und Hertel musste gleich beim ersten Shift einen Abschluss von Knackstedt entschärfen, nachdem die Defensive der Löwen zu weit weg vom Mann stand und Knackstedt unbedrängt aus dem hohen Slot aufs Tor schießen konnte.

Die nächste defensive Unzulänglichkeit bei den Löwen nutzten die Gastgeber in der 42. Spielminute eiskalt zum 4:2. Nachdem Dresden mit einer schnellen Passstafette ungehindert ins Angriffsdrittel stürmte, konnte Petr Pohl den Puck nach Zuspiel von Mario Lamoureux aus zentraler Position im Tor unterbringen.

Den Löwen war im 3. Drittel der Kräfteverschleiß der letzten Wochen aufgrund der vielen verletzungsbedingten Ausfälle und des engen Spielplans nun deutlich anzusehen. Sie fanden im letzten Drittel bei 5-gegen-5 kein spielerisches Mittel mehr gegen die dicht gestaffelte Abwehr der Dresdner und versuchten mit Schlagschüssen aus der Distanz den neuerlichen Anschlusstreffer nun „mit Gewalt“ zu erzwingen.

Ab der 54. Spielminute spielten die Löwen in Überzahl und mit Ablauf der Strafe verwertete Faber in der 56. Minute von links außen per Direktabnahme ein Zuspiel von David Suvanto zum 3:4-Anschlusstreffer.

Mit der Schlussoffensive stellten die Löwen auf vier Stürmer um und übten nochmals massiven Druck auf das Dresdner Tor aus. Glück hatten dann die Löwen, als nach einem Puckverlust im Angriffsdrittel Hertel einen Zwei-auf-Null Konter von Lamoureux und Toni Ritter famos festhielt und den Löwen damit weiter die Chance zum Ausgleich ermöglichte.

Die Herausnahme des Torhüters zugunsten eines sechsten Feldspielers brachte allerdings nichts Zählbares mehr ein, sodass sich die Löwen am Ende den Dresdner Eislöwen knapp geschlagen geben mussten.

Ausblick: Playoff-Rhythmus mit drei Spielen in sieben Tagen

Bereits am Dienstag, den 21. Januar um 19:30 Uhr treten die Löwen zum nächsten Hessen-Derby bei den Kassel Huskies an. Am kommenden Wochenende spielen die Löwen ihr nächste „Home-and-Home“-Serie, diesmal gegen die Lausitzer Füchse. Am Freitag, den 24. Januar treten die Löwen in der Lausitz an. Am Sonntag, den 26. Januar empfangen die Löwen dann die Füchse zum Rückspiel in der heimischen Eissporthalle. Spielbeginn ist um 18:30 Uhr. Karten für alle Löwen-Heimspiele gibt es im Löwen-Ticket-Shop.

Dresdner Eislöwen – Löwen Frankfurt 4:3 (2:0,1:2,1:1)

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