Spielbericht

Löwen sichern sich drei wichtige Punkte in Heilbronn

Eine schöne Collberg-Kerbashian-Kombi sichert den Löwen den 4:3-Auswärtserfolg gegen die Heilbronner Falken.

Heilbronn (MK) – „Es handelt sich um einen Marathon und keinen Sprint“, diese - in Bezug auf die Covid-19-Pandemie stets wiederholte - Binsenweisheit trifft bekanntlich auch auf eine Eishockeyspielzeit zu. So gehören Arbeitssiege ebenso zum Absolvieren der Langstrecke wie spielerische Glanzlichter.

Der 4:3-Erfolg der Löwen Frankfurt am 42. Spieltag bei den Heilbronner Falken gehörte sicherlich eher zur ersten Kategorie, sicherte den Südhessen jedoch wichtige Zähler im Playoff-Rennen. Magnus Eisenmenger, Kyle Sonnenburg, Carter Proft und Sebastian Collberg erzielten die Treffer vor den aufgrund der Corona-Maßnahmen weiterhin leeren Rängen der Kolbenschmidt-Arena.

Kampf ist Trumpf im Auftaktdrittel

Wie so häufig bei den Aufeinandertreffen der Falken und Löwen entwickelte sich vom Eröffnungsbully an ein intensives sowie umkämpftes Spiel, welches jedoch zunächst nicht die ganz großen spielerischen Höhepunkte bieten konnte.

So waren im torlosen Anfangsdrittel insbesondere Spannung und Intensität Trumpf, die beiden Schlussmänner Florian Mnich, der auf Falken-Seite den Vorzug vor Mathias Nemec und Arno Tiefensee erhielt, sowie Bastian Kucis blieben weitestgehend beschäftigungslos.

Stefan Della Roveres Konter in der Anfangsphase sollte lange Zeit die beste Torgelegenheit bleiben, der ehemalige Kapitän der Barrie Colts und U20-Nationalspieler Kanadas verzog in der zweiten Spielminute jedoch deutlich.

Falken im Powerplay effizient

So dauerte es bis zur 22. Spielminute, ehe die Scheibe erstmalig die Torlinie überquerte. Falken-Topscorer Dylan Wruck zeigte bei Falken-Überzahl einmal mehr seine Klasse, die ihm in der Vorsaison den Titel „DEL2-Spieler des Jahres“ einbrachte. Mit einem "Head-Fake" deutet der Deutsch-Kanadier einen Querpass an, netzt dann aber bei leicht verdeckter Sicht für Bastian Kucis selbst ein.

Doch die Löwen konterten umgehend. Nicht einmal zwei Minuten später waren die „Young Guns“ der Löwen zur Stelle und demonstrierten die Tiefe des Löwen-Rudels. Auf Zuspiel von Mike Fischer netzte, der sich im Rücken seines Verteidigers stark lösende, Magnus Eisenmenger gekonnt ein (23.).

Kurzzeitig wähnten sich die Löwen dann sogar in Führung, als Alexej Dmitriev ins vermeintlich leere Tor einnetzte (28.). Falken-Defender Marcus Götz hatte zuvor seinen eigenen Schlussmann abgeräumt. Die Freude währte jedoch nur kurz, da die Unparteiischen ihre Entscheidung auf dem Eis nach Konsultation des Videobeweises zurücknahmen.

Statt einer Führung oder eines Unentschiedens gingen die Löwen mit einem Rückstand in die zweite Pause, da sich die Kätchenstädter im Powerplay extrem effizient zeigten. Bryce Gervais verwandelte einen Rebound nach starker Parade Bastian Kucis‘ gegen Kevin Maginot zum 2:1 (39.).

Entscheidendes letzte Drittel

Die Führung der Falken sollte diesmal zeitlich etwas länger Bestand haben, dies war jedoch allein der Drittelpause geschuldet. Denn erneut hatten die Südhessen eine umgehende Antwort parat. Kyle Sonnenburg setzte sich auf der linken Seite gegen zwei Falken durch und überwand Florian Mnich mit einem Schuss ins linke obere Eck (42.).

Die Partie war auch zu diesem Zeitpunkt zäh umkämpft und so passte es ins Bild, dass Carter Proft mit einem „Garbage goal“ für die erste Löwen-Führung sorgen sollte. Aus spitzem Winkel schaufelte der Center den Puck mit der Rückhand aufs Tor, wo die Scheibe an Florian Mnich vorbei ins Tor flutschte (47.).

Doch die Falken zeigten sich weiterhin in bestechender Form in Überzahl. Ex-Löwe Kevin Maginot stellte mit seinem Hammer (49.) alles auf Anfang.

Die Partie wogte nun hin und her und die Löwen hatten das Glück des Tüchtigen und einmal mehr Bastian Kucis auf ihrer Seite. Nachdem Dylan Wruck mit hohem Tempo an Bastian Kucis gescheitert war, lancierten die Löwen ihrerseits im direkten Gegenzug das Tempo. Auf Zuspiel Kale Kerbashians vollendete Sebastian Collberg aus vollem Lauf (54.) und sicherte mit seinem Treffer den wichtigen Dreier.

Erneutes Wiedersehen mit den Eislöwen in der Mainmetropole

Am Dienstag sind erneut die Dresdner Eislöwen in der Eissporthalle zu Gast. Dann wird das Spiel vom 17. Spieltag nachgeholt. Am Donnerstag steht dann der 43. Spieltag an und die Bietigheim Steelers kommen ebenfalls nach Frankfurt. Beide Spiele beginnen um 19:30 Uhr und werden wie gewohnt über SpradeTV und die Social-Media-Kanäle der Löwen in eure Wohnzimmer gebracht.

Heilbronner Falken – Löwen Frankfurt 3:4 (0:0, 2:1, 1:3)
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