Spielbericht

Löwen verspielen Siegchance - Erster Final-Akt geht an Ravensburg

Die Löwen müssen sich nach Zwei-Tore-Führung in Spiel 1 der Final-Serie mit 3:5 geschlagen geben.

Eines haben die Löwen Frankfurt an diesem Abend von Spiel 1 der Final-Serie der DEL2 Playoffs 2019 mit Sicherheit gelernt: in einem Finale wird jeder Fehler doppelt hart bestraft. Trotz einer 2:0- und 3:1-Führung und vieler starker Szenen in der ersten Hälfte der ersten Partie der Best-of-Seven-Serie gegen die Ravensburg Towerstars gingen die Löwen am Ende mit einer 3:5 (1:0, 2:3, 0:2)-Niederlage vom Eis.

Brett Breitkreuz, Mathieu Tousignant und David Skokan hatten die Löwen in eine sehr gute Ausgangsposition gebracht, ehe erst individuelle Fehler zu Ravensburgs Comeback führten und die Towerstars anschließend einfach cleverer agierten.

„Wir wissen, an welchen Schrauben wir drehen müssen. Wir werden jetzt auf keinen Fall in Panik verfallen“, gab Breitkreuz nach dem Spiel die Marschroute vor. „Es sind Kleinigkeiten, die wir abstellen und besser machen müssen. Wir wissen, was wir können!“

Starker Beginn

Was sie können, bekamen die Towerstars zu Beginn der Begegnung immer wieder zu sehen und zu spüren. Nach einer frühen Strafe gegen die Gäste machte das Frankfurter Powerplay sofort viel Druck. Tim Schüle scheiterte noch mit einem Gewaltschuss an Schlussmann Jonas Langmann (3.). Doch wenig später versuchte er es erneut – und diesmal hielt Breitkreuz seinen Schläger in den Schuss und fälschte den Puck unhaltbar ab (4.) zum 1:0 für die Löwen.

Nur vier Minuten später hatten die Löwen in einer erneuten Überzahl die Chance, die Führung zu erhöhen. Doch sowohl Breitkreuz als auch Matt Pistilli scheiterten aus kurzer Distanz. Auch in ihrem dritten Powerplay blieben die Hessen gefährlich, ohne jedoch einen weiteren Treffer erzielen zu können.

Erst in der 14. Minute musste Ilya Andryukhov im Frankfurter Tor erstmals beherzt eingreifen und einen Schuss von Robbie Czarnik parieren. Eine Minute später prüfte David Zucker Andryukhov mit einem harten Schuss. Ravensburg kam nun besser ins Spiel und hätte durch Mathieu Pompei zum Ausgleich kommen können (19.), hätte Andryukhov nicht mit einem großartigen Reflex schlimmeres verhindert.

Führung eiskalt ausgebaut

Im 2. Drittel begannen erneut die Löwen sehr druckvoll: Carter Proft zog mit viel Dampf ins Ravensburger Drittel, ließ Verteidiger und Torhüter aussteigen und legte den Puck zurück in den leeren Torraum, wo Adam Mitchell die Scheibe nur noch durch das offene Scheunentor hätte drücken müssen. Aber in letzter Sekunde hinderte ein Verteidiger der Towerstars Mitchell am Abschluss (22.). Drei Minuten später konterte Skokan stark in Unterzahl und prüfte Langmann mit einem Schuss aus der Drehung. Anschließend ärgerte Ravensburgs Ondrej Pozivil den Frankfurter so sehr, dass der kurzerhand mit einem gezielten Schlag seinen Gegenspieler zu Boden streckte.

Das Spiel wurde nun noch intensiver. Während die Towerstars es oft mit Schüssen von der blauen Linie versuchten und auf Abpraller hofften, suchten die Löwen mit schnellem Passspiel die Chance auf Abschlüsse direkt vorm Tor – doch bisher stand immer wieder Langmann im Weg. Bis zur 33. Minute: Die Gäste übersahen den freistehenden Tousignant, der nach Pass von Dan Spang allein auf Langmann zulief und dem Goalie die Scheibe durch die Schoner zum 2:0 ins Netz schob.

Dann ging alles ganz schnell. Keine Minute nach Tousignants Tor erzielte Pompei nach einem leichten Scheibenverlust der Löwen im gegnerischen Drittel bei einem 2-auf-1-Konter das 1:2. Doch nur neun Sekunden später stürmte Skokan allein auf Langmann zu und schob die Scheibe über den Tormann ins Netz zum 3:1.

Towerstars drehen die Partie

Frustriert vom Rückstand ließ Ravensburgs Daniel Pfaffengut seinem Ärger Luft und sorgte mit einem unschönen Check gegen Spang für erhitzte Gemüter auf dem Eis und den Rängen (36.). Frankfurt erhielt ein Powerplay, was aber nach einer Strafe gegen Max Faber verpuffte. Und schlimmer noch: Mitten in diese Drangphase der Löwen erzielte Pompei aus kurzer Distanz das 2:3 (39.). Doch damit nicht genug. Nur 40 Sekunden später wurde ein Schuss der Gäste von der blauen Linie unglücklich von einem Löwen abgefälscht und landete auf dem Schläger von Vinzenz Mayer, der zum 3:3 einnetzen konnte (40.).

In den ersten Minuten des 3. Drittels machten die Löwen wieder eine Menge Druck und wirbelten die Ravensburger Abwehr ordentlich durcheinander, ohne jedoch an Langmann vorbeizukommen. Und die Towerstars? Die probierten es – wie schon beim 3:3 – mit einem Schuss aus der Distanz. Maximilian Kolb gab den Schuss von der blauen Linie ab. Der Puck wurde direkt vor Andryukhov stark abgefälscht und so hatte Jakub Svoboda keine Mühe, zur ersten Gästeführung zu treffen (47.).

In der 49. Minute hatten die Löwen die große Chance auf den Ausgleich. In Überzahl bediente Mitchell Eddie Lewandowski. Der zog direkt ab, traf aber genau die Brust des gegnerischen Keepers. Drei Minuten später kombinierten Carter Proft, Mitchell und Tousignant sich mit schnellen Pässen vor das Tor und kurz lag die Scheibe in Langmanns Torraum frei, doch niemand konnte sie über die Linie drücken.

Bis auf diese Szenen agierten die Ravensburger nun aber souveräner, ließen wenig zu und setzten sich immer wieder im gegnerischen Drittel fest. Den Löwen lief die Zeit davon und so nahm Head Coach Matti Tiilikainen 2:19 Minuten vor dem Ende seinen Goalie aus dem Spiel für einen zusätzlichen Feldspieler. Die Rechnung ging jedoch nicht auf und Robin Just traf ins leere Frankfurter Tor zum 5:3-Endstand.

In der Schlussminute wurde es dann noch einmal deftig. Tousignant und Proft hatten genug von den gegnerischen Provokationen und tanzten mit Sören Sturm beziehungsweise David Zucker.

Ausblick

Schon am Samstag, den 20. April haben die Löwen bei Spiel 2 der Final-Serie die Chance, es besser zu machen. Spielbeginn in der CHG Arena in Ravensburg ist um 19:30 Uhr. Spiel 3 der Serie findet dann am Ostermontag, den 22. April um 18:30 Uhr in der Eissporthalle Frankfurt statt. Tickets gibt es noch online zu kaufen.

Löwen Frankfurt – Ravensburg Towerstars 3:5 (1:0, 2:3, 0:2)

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