Spielbericht

Löwen wildern bei Eislöwen: Kantersieg in Dresden

Wenige Verteidiger aber viele Tore: Die dezimierten Löwen Frankfurt gewinnen in Dresden mit 10:2 gegen ihre eisigen Artgenossen.

Dresden (DJ) – 15 Minuten, sieben Schüsse, fünf Tore - und das Spiel war praktisch schon entschieden. Am Ende wurde es sogar zweistellig für die Löwen Frankfurt bei ihrem 10:2 (5:0, 2:1, 3:1)-Kantersieg bei den Dresdner Eislöwen am 29. Spieltag der laufenden DEL2-Saison. Es war der höchste Sieg der Löwen in dieser Saison und der höchste Sieg gegen Dresden überhaupt.

Die Hausherren hatten zu keiner Phase des Spiels eine Chance auf den Sieg, nachdem die Löwen schon in der ersten Minute in Führung gingen. Alexej Dmitriev und Mike Fischer trafen für die Löwen je zweimal, dazu waren Stephen MacAulay, Carter Proft, Martin Buchwieser, Luis Schinko, Adam Mitchell und Kyle Sonnenburg erfolgreich. 15 der 17 Feldspieler der Löwen trugen sich in die Scorerliste ein und Bastian Kucis gewann sein elftes Spiel im 16. Einsatz.

Dünne Defense, kein Problem

In den vergangenen beiden Partien holten die Löwen mehr Punkte, als sie Verteidiger hatten. Und dass, obwohl Mitchell in der Defensive aushalf. Zwar holten die Löwen am Freitag Eric Stephan aus Bietigheim zurück, doch beim Auswärtsspiel in Dresden war Stephan noch nicht im Kader und so half erneut Captain Mitchell in der Defensive aus. Doch seine Rolle als Verteidiger war an diesem Freitagabend kein Thema, denn früh sorgte der Sturm der Löwen für klare Verhältnisse.

Schluss mit Shut-Down

Allen voran die dritte Sturmreihe mit Dmitriev, Christian Kretschmann und Manuel Strodel, die sonst eher dafür bekannt ist, das Secondary Scoring des Gegners effektiv abzukochen. Ihre Bedeutung für die Löwen wird vom oberflächlichen Beobachter dabei leicht übersehen, nicht so aber an diesem Abend. Zwei Tore in den ersten zehn Minuten, beide erzielt durch Dmitriev, legten den Grundstein zum Kantersieg gegen die vollkommen chancenlosen Dresdner.

Schon im zweiten Wechsel gingen die Löwen in Führung. Strodel setzte Eislöwen-Keeper Riku Helenius im Forechecking unter Druck, so dass dieser die Scheibe statt zum Mitspieler dem aufgerückten Dmitriev auf die Kelle servierte. Mit viel Übersicht schob Dmitriev den Puck vorbei an einem Verteidiger und Helenius zum 1:0 für die Löwen nach nur 36 Sekunden.

Und auch Dmitrievs zweites Tor fiel unter Mithilfe von Goalie Helenius. Mit der Scheibe hinter dem Tor erkannte der Löwen-Stürmer Helenius‘ kurze Orientierungslosigkeit, nutze den Keeper als „Bande“ und erzielte so in den 11. Minute schon das 3:0 für die Löwen.

90 Sekunden zuvor hatte Fischer für die Löwen schon auf 2:0 gestellt, als er nach einen Distanzschuss von Marius Erk den Rebound zu seinem ersten Saisontreffer verwandelte.

„Hell-enius“

Einen weiteren, saftigen Rebound von Helenius verwandelte in MacAulay im Powerplay in der 14. Minute zum 4:0, exakt 30 Sekunden später erhöhte Proft auf 5:0 (15.). Wohl gemerkt alles noch vor Ende des 1. Drittels - somit war die Partie zur ersten Pause praktisch schon gelaufen.  

Sieben Schüsse zählten die Statistiker für die Löwen in den ersten 20 Minuten, fünf davon schlugen im Tor ein. Eine Quote, wie zum Gruß für Kritiker der Chancenverwertung. Und natürlich eine Quote, die Helenius‘ Arbeitstag (schon nach dem 0:5) beendete.

Wobei es dem jungen Back-Up David Miserotti-Böttcher mit Blick auf den Endstand auch kaum besser erging.

Neues Drittel, alte Geschichte

Chronologisch folgte in der 24. Minute der erste Treffer der Hausherren durch Topscorer Jordan Knackstadt, für den das Prädikat „Anschlusstreffer“ aber deutlich übertrieben gewesen wäre, wenngleich der Sturmlauf der Löwen bis zur 37. Minute eine kleine Pause einlegte. Dann erhöhte Buchwieser nach einem wunderschönen Zusammenspiel mit Dmitriev auf 6:1. Nach Ablage von Buchwieser umkurvte Dmitriev das Dresdner Tor, setze wiederum Buchwieser in Szene, der mit der Rückhand den alten Vorsprung wiederherstellte (37.).

Und wie schon zu Ende des 1. Drittels schepperte es dann gleich doppelt: Eine Minute nach Buchwiesers Tor stellte Schinko per Bauerntrick auf 7:1.

Einen Wermutstropfen gab es im 2. Drittel aber doch aus Sicht der Löwen. Sebastian Collberg musste in der 33. Minute das Eis nach einem Check von Ex-Löwe Roope Ranta verlassen. Zum Schlussdrittel kam er nicht mehr aus der Kabine.

Kucis souverän, Klein wieder im Einsatz

Wie erging es unterdessen eigentlich Kucis im Tor der Löwen? Trotz des engen Spielrhythmus startete er heute erneut im Tor der Löwen. Wirklich viel, exakt 16 Schüsse, hatte er bis zur zweiten Pause nicht zu tun, dabei parierte er allerdings mitunter dicke Chancen, wie die von Ranta in der 30. Min bei 3-gegen-5. Mit dem Spiel beim Stand von 7:1 entschieden, durfte Kucis nach zwei Dritteln entspannen und Patrick Klein bekam ein Drittel Spielpraxis.

Viel Arbeit bekam aber auch Klein nicht. Zwar traf Jordan Knackstedt mit dem zweiten Dresdner Schuss des Schlussdrittels zum 2:8 (48.), mehr allerdings gelang den Eislöwen auch im Schlussdrittel nicht.

Für die gastierenden Löwen hatte zuvor „Aushilfs-Verteidiger“ Mitchell zum achten Mal getroffen (42.). Den Kantersieg krönten letztlich Kyle Sonnenburg (59.) mit seinem ersten Saisontor und Fischer in der letzten Spielminute mit den Toren zum 9:2 und 10:2.  

Ausblick

Am Sonntag, den 7. Februar empfangen die Löwen in der Eissporthalle die Heilbonner Falken. Spielbeginn ist bereits um 16:00 Uhr. Ntürlich überträgt SpradeTV die Partie live.

Dresdner Eislöwen – Löwen Frankfurt 2:10 (0:5, 1:2, 1:3)

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