Spielbericht

Nachsitzen mit Erfolg: Löwen schlagen Krefeld Pinguine

Frankfurt gewinnt beim Kooperationspartner in Krefeld mit 3:2 nach Penaltyschießen.

Die Löwen Frankfurt haben ihren Aufenthalt in Krefeld mit einem weiteren Testspielsieg erfolgreich beendet. Am Sonntagnachmittag besiegten sie das DEL-Team der Krefeld Pinguine in einem äußerst intensiven und schnell geführten Duell mit 3:2 (1:0, 1:1, 0:1 / 1:0) nach Penaltyschießen.

Max Faber (2) und Marius Erk trafen für Frankfurt vor 2.740 Zuschauern in der Krefelder Rheinlandhalle.

Zum Abschluss ihrer Trainingswoche beim Kooperationspartner Krefeld lieferten die Löwen ein wirklich sehenswertes Spiel. So empfand es auch Head Coach Matti Tiilikainen: „Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Die Mannschaft hat alles umgesetzt, was wir in den vergangenen zwei Wochen trainiert haben. Dabei darf man nicht vergessen, dass wir heute mit neun Spielern angetreten sind, die 21 Jahre oder jünger sind.“

Tiilikainen verzichtete auf die angeschlagenen Stammkräfte Martin Buchwieser, Carter Proft und Mike Fischer. Stattdessen kam der Krefelder U23-Akteur Darren Mieszkowski zu seinem dritten Einsatz für die Löwen. Auch Constantin Vogt von Krefelds U20 war wieder dabei. Im Tor stand der ehemalige Krefelder Patrick Klein.

Mit offenem Visier

Beide Mannschaften begannen mit schnellem Eishockey. Früh war klar, hier würde niemand mit Scheuklappen auflaufen. Doch mit zunehmender Spieldauer waren es die Löwen – und nicht das DEL-Team – die das Heft in die Hand nahmen. Immer wieder erarbeiteten sie sich durch schnelles Aufbauspiel und intensives Forechecking gute Möglichkeiten.

Die erste gute Chance hatte Vogt, der ja schon am Freitagabend gegen die Krefelder U23 erfolgreich war. In der 4. Reihe spielend donnerte er vom rechten Bullypunkt einen Schuss Richtung Tor von Jussi Rynnäs. Krefelds Keeper hatte alle Mühe, den Puck zu sichern (4.). Max Eisenmenger prüfte Rynnäs in der 7. Minute aus spitzem Winkel.

Wenig später war es Stephen MacAulay, der den finnischen Goalie der Gastgeber herausforderte. Einen Schuss von Max Eisenmenger konnte der Torhüter nicht sichern. Der Abpraller landete bei MacAulay, dessen Abnahme aber im Schoss Rynnäs‘ landete (8.).

In der 11. Minute war es dann aber soweit. MacAulay gewann das Bully und legte den Puck nach hinten ab. Erk nahm Maß, zog ab und jubelte. Sein Schlagschuss landete unhaltbar für Rynnäs in den Maschen.

Weitere Chancen für Frankfurt

Wenig später gab es nach Strafen auf beiden Seiten eine 4-gegen-4-Situation, in der sich die Löwen weiterhin schadlos hielten. Mit ihren Youngstern Magnus Eisenmenger, Luis Schinko, Leon Hüttl und Thomas Gauch auf dem Eis erlaubten sie keine nennenswerte Aktion und kamen durch Schinko sogar selbst zum Abschluss (14.).

In der 16. Minute hatte Schinko eine weitere starke Aktion. Ein abgefälschter Puck landete vor dem vorm gegnerischen Tor völlig freistehenden U20-Nationalspieler. Überrascht von dem „Geschenk“ zog der Angreifer den Schuss aber knapp am verdutzten Rynnäs und dem langen Pfosten vorbei. Erst im Anschluss an diese Szene fanden die Krefelder mehr Zugriff aufs Spiel und setzten sich mehrfach im Frankfurter Drittel fest, ohne aber zwingend zu werden.

Die Löwen starteten mit einem Überzahlspiel ins 2. Drittel. Hier kamen Max Eisenmenger (21.) und Geburtstagskind David Suvanto (22.) zu guten Chancen. Das Tor fiel dann etwas glücklich auf der anderen Seite. Ein Schuss von der blauen Linie blieb im Getümmel vorm Löwen-Tor an einem Schlittschuh hängen und prallte direkt auf den Schläger von Alex Trivellato, der keine Mühe hatte, den Puck am in die andere Ecke gehenden Klein vorbeizuschieben (25.).

Faber trifft in Überzahl

Kurze Zeit später freuten sich die Löwen über ein Überzahlspiel. Kaum war der Puck im Spiel, fanden die Hessen ihre Aufstellung. Suvanto legte auf Faber ab und der zielte ganz genau. Sein Schuss landete genau im rechten oberen Eck zur 2:1-Führung für die Löwen (30.).

Die Führung wurde keine zwei Minuten später aber auf eine harte Probe gestellt, nachdem Magnus Eisenmenger wegen Beinstellens vom Eis musste. Justin Hodgam war der Erste, der Klein mit einem Schuss aus dem Slot prüfte (32.). Wenig später schoss Laurin Braun aus kurzer Distanz Klein an den Helm. Der Goalie blieb cool und entschärfte auch den folgenden Nachschuss von der blauen Linie (32.).

Etwa fünf Minuten später spielten die Löwen erneut in Unterzahl. Und wieder stellte Klein sein Können unter Beweis. Gleich zweimal war bei ihm nach Schüssen von Phillip Bruggisser Endstation (37./38.).

Die erste große Möglichkeit im Schlussdrittel hatten die Gastgeber, als Arturs Kruminsch nach einem feinen Pass völlig allein vor Klein auftauchte. Doch sein Schuss aus kurzer Distanz ging übers Tor (42.). Die Pinguine erarbeiteten sich auch in den Folgeminuten einige Möglichkeiten, doch weiterhin war Klein zur Stelle. Auf der anderen Seite hatte Lukas Koziol einen Treffer auf dem Schläger. Doch sein Versuch, den gegnerischen Goalie auszutricksen, scheiterte (45.).

Entscheidung fällt im Penaltyschießen

Drei Minuten später hatte Adam Mitchell gleich zweimal die mögliche Vorentscheidung auf dem Schläger. Erst lief er einen Konter ganz allein auf Rynnäs, doch scheiterte am Goalie. In der Folge entwickelte sich eine weitere Chance, an deren Ende erneut Rynnäs rettete (48.).

In der 51. Minute lag erneut das 3:1 in der Luft. Mitchell leitete einen Konter ein, legte quer auf Daniel Wirt und dessen Schuss klatschte an die Latte. Krefeld hatte in dieser Phase nicht mehr viel anzubieten, doch eine Strafe gegen die Löwen brachte die Pinguine wieder ins Spiel. Und wie: Phillip Bruggisser hämmerte von der blauen Linie ohne Rücksicht auf Verluste einfach drauf und traf ins Schwarze (55.) zum 2:2.

Beide Teams suchten nun die Entscheidung. Und sie suchten die Härte. Vor allem die Pinguine gingen nun mehrfach etwas überhart zur Sache. Nachdem eine Aktion von Vinny Saponari an Marius Erk an der Spielerbank nicht geahndet wurde, kam es kurz darauf mit der Sirene zu tumultartigen Szenen. Als sich der Staub gelegt hatte, ging es mit 2:2 in die Verlängerung.

Hier hatten die Löwen eine kurzzeitige doppelte Überzahl, in der Rynnäs gleich vier Mal in höchster Not retten musste. Nachdem Krefeld wieder komplett war, musste Klein einmal blitzschnell reagieren (63.). Die finale Entscheidung musste dennoch bis zum Penaltyschießen warten. Dort legte Eddie Lewandowski für die Löwen vor. Doch Jacob Lagacé konterte.

Also ging auch die Verlängerung der Verlängerung in die Verlängerung. Dort traf Faber mit einem gezielten Schuss ins obere rechte Eck. Auf der Gegenseite machte sich Klein ganz lang und sicherte den Löwen damit den 3:2-Erfolg.

Nächstes Spiel:

Am Samstag, den 24. August findet um 12:00 Uhr die Team-Präsentation im Kinopolis Main-Taunus statt. Anschließend treffen die Löwen im ersten und einzigen Vorbereitungsheimspiel auf die Heilbronner Falken. Spielbeginn in der Eissporthalle Frankfurt ist um 18:00 Uhr.

Statistik:

Krefeld Pinguine – Löwen Frankfurt 2:3 SO (0:1, 1:1, 1:0 / 0:1)

Tore:
0:1 Erk (11.)
1:1 Trivellato (25.)
1:2 Faber (30./PP)
2:2 Bruggisser (55./PP)
2:3 Faber (65./SO)