Spielbericht

Noch lange nicht genug: Löwen siegen in Bietigheim

Ein beeindruckender 6:2-Auswärtssieg in Bietigheim bringt die Löwen zurück in die Play-Off-Serie gegen die Steelers.

Bietigheim (DJ) - Spiel 3, do or die. Die einfachste Ausgangslage und gleichzeitig die wohl schwerste Aufgabe erwartete die Löwen zu Spiel 3 der Play-Off Viertelfinal-Serie gegen die Steelers in Bietigheim. Doch die „dicke Frau“ bekam in der jüngsten Partie noch keine Gelegenheit zu singen. Sebastian Collberg, Alexej Dmitriev (2 Treffer), Kyle Sonnenburg und Leon Hüttl brachten die Löwen bis zur 33. Minute mit 5:0 komfortabel in Führung, die beiden Bietigheimer „Anschlusstreffer“ zu Beginn des Schlussdrittels beantwortete Collberg mit dem 6:2-Endstand. Bastian Kucis parierte 24 Schüsse.

Turn-Around

Spiel zwei hinterließ die Löwen-Coaches in vielen Aspekten unzufrieden. Entsprechend wenig verwunderlich traten die Löwen zur heutigen Partie in Bietigheim mit veränderten Reihen auf. Vor allem den offensiven Biss der Löwen galt es dabei zu schärfen. Und zur Mitte des zweiten Drittels schien der Plan voll aufzugehen: Mit 4:0 und einem deutlichen Chancenplus gingen die Löwen in die zweite Powerbreak.

Vor allem die neu formierte zweite Reihe um die „Work-Horses“ Alexej Dmitriev und Christian Kretschmann, die heute mit Martin Buchwieser an ihrer Seite agierten, spielte sich mit zwei Treffern in den Vordergrund.

In der 14. Minute traf Dmitriev mit einem platzierten, halbhohen Schuss zunächst zum 2:0, in der 24. Minute dekorierte er mit einem feinen Backhander das 3:0. Beide Torszenen hätte Leon Doubrawa, der junge Goalie im Tor der Steelers, vermutlich gerne nochmal durchgespielt, sah er doch bei beiden nicht gut aus.

Erfolg aus der Defensive

Doch die Treffer am Bietigheimer Torhüter festzumachen, an dem sich die Löwen im dritten Drittel des zweiten Spiels noch vergeblich die Zähne ausbissen und der Youngster alle zehn Schüsse parierte, wäre zu kurz gegriffen. Die Löwen standen von Beginn an besser in der Defensive, klärten die Zone konsequenter, überbrückten die neutrale Zone schneller und drangen immer wieder zügig und in Puckbesitz ins Angriffsdrittel ein.

Nach einem etwas verhaltenen Beginn, bei dem beide Teams sichtlich erst einmal „ins Spiel finden“ wollten und dem Gegner keinesfalls Fehler schenken wollten, war es zunächst Sebastian Collberg, der die Löwen in Führung brachte (11.). Auf Vorlage von Kale Kerbashian tackerte Collberg einen platzierten Schlagschuss in die Maschen, bei dem nicht nur Doubrawa machtlos war.

Offensive Bisskraft

Zusammen mit Kerbashian und Center Stephen MacAulay bildete Collberg heute die „Big Gun-Topreihe“ der Löwen, die Bietigheims Verteidigung in vielen Wechseln schwer beschäftigte. Aber auch die dritte Formation mit Luis Schinko, Carter Proft und Eddie Lewandowski zwang Bietigheim zu wesentlich mehr Defensivarbeit als in den ersten beiden Partien. Proft (9.), Schinko (12., 17. und 23.) sowie Kerbashian (3.) und Collberg (26.) hatten bis in die zweite Powerbreak noch weitere gute Gelegenheiten für die Löwen.

Für den 4:0 Zwischenstand zu besagter Werbeunterbrechung im Mitteldrittel sorgte allerdings Kyle Sonnenburg mit einem fundamentalen Pfund von der blauen Linie. Nur drei Minuten nach der Unterbrechung verhagelte Leon Hüttl mit seinem 5:0 den Arbeitstag von Doubrawa endgültig, da ihm auch dieser Schuss unglücklich durch die Lappen, bzw. Schoner, ging. (33.).

Dem Spiel der Löwen kam zu Gute, dass sie sich bis zu diesem Zeitpunkt lediglich eine Strafe leisteten und so das schwäbisch effektive Powerplay der Steelers (in Spielen 1 und 2: 3 Treffer aus 7 Powerplays, 42,7% Erfolgsquote) kaum in Aktion treten konnte.

Strafen sorgen für Sorgen

Gegen Ende des zweiten Spielabschnitts entfiel den Löwen ihre Disziplin allerdings ein wenig. Dmitriev und Buchwieser kassierten drei Strafen binnen 2:21, so dass die Steelers den Schlussabschnitt in doppelter Überzahl begannen- und sich promt nicht lange bitten ließen: Wer sonst als Topscorer Riley Sheen brachte die Hausherren noch bei 5 gegen 3 auf die Anzeigentafel.

Und kaum waren die Löwen kurz wieder komplett, nahm Leon Hüttl auf der Strafbank Platz. Und Bastian Kucis wurde warmgeschossen.

Kucis startete die heutige Partie an Stelle von Patrick Klein, der als Back-Up auf der Bank blieb. 15 Schüsse in den ersten beiden Dritteln stellten Kucis vor wenig Herausforderungen, auch weil seine Defense wenig gefährliche Abschlüsse zuließ und bei Schüssen immer wieder mit Kelle, Schlittschuh oder anderem die Scheibe aus der Gefahrenzone dirigierte.

Hüttls Strafe überstanden die Löwen unbeschadet, doch der Druck der Steelers blieb auch danach hoch. In Kombination mit nunmehr recht „genau“ (oder kleinlich) pfeifenden Schiedsrichtern eine brisante Lage für die Löwen, die sich zunehmend auf eine stabile Defensive fokussierten. Und dennoch in der 51. Minute das 2:5 schlucken mussten: Mit seinem dritten Schussversuch binnen eines Shifts verkürzte Ex-Löwe Tim Schüle für die Steelers.

Die Entscheidung der Partie folgte in der 55. Minute: Altmeister Matt McKnight leistete sich an der Bande einen miesen Stockstich gegen Leon Hüttl, was seine Partie beendete. Zwar musste in dieser Szene auch Leon Hüttl aus nicht erkennbaren Gründen auf die Strafbank, eine kurz darauffolgende Strafe gegen Brett Breitkreuz, der sich übermotiviert in Bastian Kucis manövrierte, brachte zur Abwechslung aber mal wieder die Löwen in Überzahl. Und für diese Gelegenheiten haben die Löwen Sebastian „Colt“berg: Vielleicht der platzierteste Schütze der Liga zerstörte mit seinem Schuss nicht nur Doubrawas Kaltgetränk-Kanister, sondern auch die letzten Hoffnungen der Steelers auf ein Comeback in dieser Partie.

Ausblick

Zu Spiel 4 empfangen die Löwen die Steelers in der Frankfurter Eissporthalle am Donnerstag, den 29.April 2021. Spielbeginn ist, wie gewohnt, um 19.30 Uhr und natürlich überträgt SpradeTV die Partie live.

 

Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt 2:6 (0:2, 0:3, 2:1)

Statistik