Spielbericht

On the Rocks: Löwen legen Eislöwen auf Eis

Die Löwen Frankfurt gewinnen das "Rückspiel" gegen die Dresdner Eislöwen souverän mit 5:2.

Frankfurt (DJ) – Aller guten Dinge sind drei: Im dritten "Löwen-Duell" binnen einer Woche siegen die Löwen Frankfurt im Nachholspiel des 17. Spieltages der laufenden DEL2-Saison gegen ihre Artgenossen aus Dresden mit 5:2. In einem schnörkellosen Spiel besorgen Tore von Adam Mitchell, Carter Proft, Stephen MacAulay, Kale Kerbashian und Marius Erk den offensiven Teil. Vor allem aber eine konzentrierte Defensivleistung der gesamten Mannschaft und 32 Saves von Patrick Klein sichern den Löwen drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs.

Vier gewinnt

Der „emotionale“ Game-Winner fiel in der 33. Minute. Marius Erk zimmerte den Puck von der blauen Linie durch Freund und Feind hindurch in die Maschen und auf der Anzeigentafel sprang der Spielstand auf 5:1. Vier Tore Vorsprung reichten für die Löwen am Ende (mehr als deutlich) aus, um ein Comeback der Dresdner Eislöwen zu unterbinden und nach drei Dritteln einen ungefährdeten Sieg einzufahren.

Noch vor vier Tagen egalisierten die Eislöwen einen 0:3-Rückstand in der Eissporthalle und entführten immerhin einen Punkt aus Frankfurt. Doch offenbar hatten die Löwen ihre Lektion gelernt. Im „Rückspiel“ gegen Dresden ließ Franz-David Fritzmeiers Team nichts anbrennen und siegte souverän gegen deutlich unterlegenden Artgenossen.

Die neu formierte erste Sturmreihe um Stephen MacAulay, Adam Mitchell und Carter Proft schoss die Löwen bis zur 25. Minute erneut mit 3:0 in Front. Zwar fiel dann erneut der Anschlusstreffer für Dresden, doch zwei „Versicherungstore“ unter Regie der zweiten Formation (Kerbashian, Collberg, Schinko) sicherte den Erfolg für die Hausherren.

Zerfahrener Beginn

Noch im ersten Drittel deutete allerdings wenig auf einen eindeutigen Sieg hin. Keine der beiden Mannschaften vermochte dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken, im Mittelpunkt standen - zumindest quantitativ - die beiden Goalies. Dresdens Riku Helenius und Patrick Klein im Tor der Löwen hatten 13 bzw. 9 Schüsse zu parieren, die für beide allerdings eher Routinesaves als echte Prüfungen darstellten.

Einzig Vladislav Filin (8.) und Jordan Knackstedt (13.) forderten den Löwen-Goalie in Ansätzen. Auf der anderen Seite war zwar auch Helenius nicht gerade überarbeitet, musste aber immerhin einmal hinter sich greifen: Von Stephen MacAulay per Pass im Mitteldrittel in Szene gesetzt, zog Adam Mitchell mit Dampf in die Angriffszone und versenkte den Puck mit einem platzierten Schuss aus dem rechten Bullykreis zum 1:0 für die heimischen Löwen (14.).

Die Entstehung des Tores war dabei spiegelbildlich für die Entscheidung der Partie. Wann immer die Löwen mit Druck und Tempo in Puckbesitz über die blaue Linie in die Zone ihres Gegners eindringen konnten, entwickelten sich nachhaltig gefährliche Offensivzonen-Shifts mit oftmals guten Gelegenheiten. Max Faber (4.) und Kyle Wood (9.) aus der Distanz oder Adam Mitchell (18.) aus dem Slot scheiterten aber an Helenius.

Als der Puck kurz vor der ersten Pause nach einem Schuss von Marius Erk zum zweiten Mal im Tor zappelte, blinkte kurzzeitig ein 2:0 auf der Anzeigentafel. Doch nach kurzem Videostudium wurde der Treffer zurückgenommen, da Luis Schinko den Puck wohl mit einem (zu) hohen Stock abgefälscht hatte. Die Treffer der zweiten Offensivformation der Löwen mussten noch 15 Spielminuten warten.

Vier Tore für drei Punkte

Im Gegensatz dazu wurde der zweite Treffer für die Löwen nur kurz aufgeschoben. 33 Sekunden nach Beginn der zweiten Drittels fiel der Treffer „erneut“ - und blieb diesmal auch bestehen. Ausgangspunkt war wieder einmal ein sauberer Eintritt in die Zone und ein Distanzschuss von Marius Erk, den Riku Helenius nicht festhalten konnte. Im Verkehr vor dem Tor fand Carter Proft den Rebound am schnellsten und montierte die Scheibe zum 2:0 unter die Latte (21.).  

Kurz nach dem Treffer zwang eine Verletzung Vielspieler Helenius dazu seinen Kasten zu verlassen. Was gut und gerne auch als unfreiwilliger Wake-up-Call für die Eislöwen hätte fungieren können, beeindruckte die Hausherren allerdings wenig. Schon beim zweiten Schuss auf seinen Kasten musste der junge Back-up Nick-Jordan Viergge erstmals hinter sich greifen und das 3:0 von Stephen MacAulay aus dem Kasten fischen.

In derselben Spielminute weckte Jordan Knackstedts Tor zum 1:3 (25.) zwar kurz die Erinnerungen an vergangenen Freitag, das Prädikat als „Anschlusstreffer“ nullifizierte Kale Kerbashian allerdings zügig. Eine Minute nachdem Lucas Flade die erste Strafe der Partie kassierte und die Löwen somit in Überzahl schickte, traf der Top-Scorer der Löwen zum ersten Mal im Frankfurter Trikot und rejustierte den Toreabstand auf drei (27.). Dem 4:1 ging ein gutes Überzahlspiel voraus, bei dem die Löwen den Puck wunschgemäß in Bewegung hielten, den Gegner außer Position zogen und Kerbashian letztlich sauber vollenden durfte.

Schönheitsfehler

Knackstedts zwischenzeitlicher Treffer entsprang eher der Marke „Zufallsprodukt“: Ein Schuss von der Grundlinie rutschte dem ansonsten souveränen Patrick Klein unglücklich durch die Schoner. Auch wenn Klein im Schlussdrittel ein zweites Mal hinter sich greifen musste - den Sieg gaben die Löwen zu keinen Zeitpunkt aus der Hand. Vladislav Filins 2:5, resultierend aus dem Nachspiel eines Powerplays, bedeutete letztlich nicht mehr als die sagenumwobene „Ergebniskosmetik“ - zumal Marius Erk noch im zweiten Drittel schon auf 5:2 erhöht hatte (33.)

Mit gleich zwei 2+2 Strafen gegen Huard und Knackstedt bremsten sich die Eislöwen im Schlussdrittel praktisch selbst aus. Wohingegen die Löwen in den letzten zwanzig Minuten nicht mehr mehr machten, als sie mussten. Und das war in erste Linie souverän verteidigen. Vier eigene Torschüsse wären eigentlich keine zufriedenstellende Ausbeute für ein Team, erst recht nicht bei elf gegnerischen Abschlüssen - es sei denn man verwaltet eine Führung höchst effektiv. Genau dies taten die Löwen beinahe in Perfektion. Denn trotz der statistischen Abschlüsse für Dresden: Wirklich zwingende Gelegenheiten erlaubten die Löwen ihrem Gegner nicht. So stand am Ende ein ungefährdeter Heimerfolg für die Löwen, die durch den Sieg wieder näher an Platz vier in der Tabelle rücken.

Ausblick

Am Donnerstag gastieren die Bietigheim Steelers in der Eissporthalle Frankfurt. Leider sind bekanntermaßen weiterhin keine Zuschauer bei den Spielen vor Ort erlaubt. Aber natürlich überträgt SpradeTV die Partie live.

Löwen Frankfurt – Dresdner Eislöwen 5:2 (1:0, 4:1, 0:1)

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