Spielbericht

Rückkehr in den Löwen-Käfig: Frankfurt bietet Red Bull München großen Kampf

Im letzten Vorbereitungsspiel müssen sich die Löwen gegen Red Bull München mit 0:4 geschlagen geben.

Frankfurt (MK) – 245 lange Tage Warten hatten für die Löwen Frankfurt am letzten Freitag im Oktober endlich ein Ende. So lange ist es mittlerweile schon her, dass Roope Ranta mit seinem Penalty den Schlusspunkt im letzten Hauptrundenheimspiel der Saison 2019/2020 setzte. Endlich sollte auch in der heimischen Eissporthalle wieder dem Puck hinterhergejagt werden – und das gegen niemand Geringeren als das aktuell wohl unbestritten beste Team Deutschlands: den EHC Red Bull München.

Dass die Rückkehr in die Eissporthalle nicht zu einem Feiertag wurde, lag dabei weniger an der 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)-Niederlage gegen das mit Nationalspielern gespickte Überteam aus der bayrischen Landeshauptstadt. Es war einfach der für einen solchen Kracher unwürdige Rahmen, der dem Spiel jegliche Festtagsatmosphäre nahm.

Denn mit den Zuschauern fehlte den Löwen ihr „wichtigster Akteur“. Darüber hinaus musste Löwen-Dompteur Olli Salo auch noch auf seinen Rudelführer Adam Mitchell sowie Max Faber, Manuel Strobel und Mike Mieszkowski verzichten.

Bester Löwe an diesem Abend war Patrick Klein. Der Goalie parierte 34 Schüsse der Münchener mit teils spektakulären Paraden. Sein Fazit der Begegnung fiel trotz des Ergebnisses dann auch durchaus positiv aus: „Ich finde, wir haben uns gut geschlagen gegen das beste Team in Deutschland. Natürlich konnte man da einen Unterschied erkennen, immerhin spielen jede Menge Nationalspieler in München. Doch wir haben gut dagegengehalten und hätten uns ein Tor echt verdient gehabt.“

Löwen nach Schreckmoment gut in der Partie

Nach nur 20 Sekunden stand Patrick Klein erstmals im Fokus: Frank Maurer fing einen Pass von Leon Hüttl im linken Anspielkreis ab, doch die Parade des Löwen-Schlussmanns verhinderte einen frühen Schock auf der Anzeigetafel.

Den mussten die Südhessen hingegen wenig später auf der Bank verkraften: Ersatzkapitän Stephen MacAulay begab sich nach nur einem Wechsel verletzt in die Löwen-Kabine (2. Spielminute).

Nach diesem Schreckmoment kamen die Löwen jedoch gut in die Partie und hielten mit viel Herz und Einsatz beherzt dagegen. Erst in Überzahl kamen die roten Bullen durch Yannick Seidenberg zur nächsten Großchance, doch die Direktabnahme des Nationalspielers klatschte von der Querlatte zurück ins Spielfeld (10.).

Kurz vor Drittelende mussten sich die Hausherren dann aber doch der spielerischen Überlegenheit der Münchner beugen: Yasin Ehliz drang über den linken Flügel in den Slot ein und chippte die Scheibe mit der Rückhand an Klein vorbei ins Löwen-Netz (18.).

Löwen in Unterzahl doppelt geschlagen

Der Rückstand fich die Frankfurter jedoch nicht an, die auch im Mitteldrittel beherzt starteten und mit den eigenen Mitteln alles taten, um den Münchnern Paroli zu bieten.

Dies gelang bei gleicher Mannstärke auch ganz passabel, doch die Bayern nutzten ihre Überzahlspiele im Stile einer Spitzenmannschaft. Zwar konnten die Löwen ihre erste Unterzahl im Mitteldrittel noch schadlos überstehen, doch kurz nachdem Eduard Lewandowski aufs Eis zurückgekehrt war, schweißte Zach Redmond die Scheibe in die Maschen (31.).

Als kurz darauf dann Luis Schinko aufs Sünderbänkchen musste, sorgte Münchens Kapitän Patrick Hager für das 3:0 (35.). Doppelt ärgerlich für die Löwen, da die Gastgeber auf der Gegenseite bei einem Unterzahlkonter ihrerseits die beste Torchance der Partie hatten. Doch sowohl Mike Fisher als auch Carter Proft scheiterten doppelt an Nationalkeeper Daniel Fießinger (34.).

Chris Bourque setzt den Schlusspunkt

Die Partie war nun entschieden und die Gäste ließen den Löwen in der Folge auch mehr Räume. Doch weder Lewandowski (36.) noch Sebastian Collberg (45.) konnten aus den sich ergebenden Kontermöglichkeiten Kapital schlagen.

So blieb es Chris Bourque vorbehalten, den Schlusspunkt der Partie zu setzen. Aus spitzem Winkel überwand der Sohn von NHL-Legende Ray Bourque den starken Klein zum 0:4-Endstand (48.).

Saisonstart gegen Kassel

Auch der Saisonauftakt hält für die Löwen ein absolutes Highlight parat: mit den Kassel Huskies kommt der nordhessische Rivale am nächsten Freitag, den 6. November um 19:30 Uhr zum einzig wahren Hessenderby in die Eissporthalle. Erstmalig wird dann neben SpradeTV auch MagentaSport ein DEL2-Spiel live übertragen. Ein kleiner Trost für alle Löwen-Fans, die auch kommende Woche leider nicht in der Eissporthalle vor Ort dabei sein dürfen.

Löwen Frankfurt – EHC Red Bull München 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)

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