Rüdis Crosscheck

Rüdis Crosscheck: Eine Saison voller Lehren

In der aktuellen Ausgabe des Crosscheck blickt unser Stadionsprecher Rüdiger Storch auf die vergangene Spielzeit zurück.

Tja, was bleibt nach einer solchen Saison? Die vielen Erkenntnisse! Wir wussten schon vorher, dass dieses Unternehmen Oberliga ein schwieriges Unterfangen wird. Lest mal aus heutiger Sicht meinen Crosscheck zum Saisonstart durch! Egal ob Fans, Spieler, Gesellschafter und die vielen ehrenamtlichen Helfer, alle sind von dem Verlauf enttäuscht.

Wir sind dabei jetzt aus den unterschiedlichsten Erfahrungen die richtigen Schlüsse zu ziehen, um in der nächsten Saison einen Schritt nach vorne zu machen. Da bin ich sehr zuversichtlich, weiß ich doch, das wir ein starkes Team hinter den Kulissen haben, das mit viel Elan schon mitten in den Planungen steckt.

Leider sind die vielen positiven Akzente, die die Löwen rund um das Eishockey gesetzt haben, durch das durchwachsene sportliche Ergebnis in den Hintergrund gerückt. Die kreativen PR-Maßnahmen und die intensive Fannähe durch unsere gute Öffentlichkeitsarbeit fallen in der Wahrnehmung durch den unglücklichen Saisonverlauf nicht so ins Gewicht wie gewünscht.

Stellt Euch mal vor nach der grandiosen Eröffnungsfeier und dem überzeugenden Saisonauftakt gegen den SC Riessersee, hätte sich Boris Ackers nicht verletzt, und wir hätten das erste Spiel gegen Kassel nicht 2:3 verloren, sondern gewonnen. Ich bin mir ganz sicher die komplette Saison wäre deutlich besser gelaufen.

Das brutale Verletzungspech, das ich in diesem Ausmaß so noch nie erlebt habe, wird hoffentlich auch schon ein Vorgriff auf die nächsten beiden Jahre gewesen sein. Aber so grausam kann der Sport halt sein: wenn der Wurm drin ist, wird es meistens eher schlimmer.

War der Aufstieg von der Regionalliga in die Oberliga noch ein Kinderspiel, ist jetzt wohl allen klar geworden, dass wirklich alles zusammen passen muss um in die zweite Liga aufzusteigen. Wie schwer dieses Unternehmen ist, haben ja auch unsere beiden hessischen Rivalen spüren müssen. Und trotz ihrer Eingespieltheit oder individuellen Klasse bleiben sie uns auch in der kommenden Saison als Gegner erhalten. Darüber freue ich mich sehr!

Sehr freuen - und das wollen wir nicht vergessen - können wir uns auch über die Unterstützung unserer Fans. Dass durchschnittlich 4.000 Besucher in die Eissporthalle kamen und selbst zu den DEB-Pokalstartplatz-Qualifikations-Endrunden-Playoffs noch im Schnitt 2.300, das ist ein überzeugendes Pfund mit dem wir bei unseren Sponsoren wuchern können.

Für das zahlreiche Erscheinen und die gute Stimmung bis zuletzt möchte ich mich herzlichst bedanken. Das ist nicht selbstverständlich, umso mehr können die Löwen stolz auf ihre Anhängerschar sein. In schwierigen Spielzeiten kristallisiert sich heraus, wo Hessens Eishockeyherz wirklich schlägt!!!

Danke auch an dieser Stelle an alle Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer für einen erneut herausragenden Einsatz!

Spieler des Jahres ist für mich ganz persönlich Paul Knihs. Er hat als 1b-Spieler den Anschluss an die Oberliga geschafft, ist mit Leib und Seele Eishockeyspieler und hat dennoch erkannt, dass die berufliche Ausbildung Vorrang haben muss. Diesen sicherlich schweren Schritt endgültig zu vollziehen in diesem blutjungen Alter verdient allen Respekt. Hut ab, Paul vor dieser Entscheidung!

Jetzt wünsche ich allen Löwen Fans eine schöne Sommerpause und bin mir sicher die nächste Saison wird für diese lange Wartezeit entschädigen. Ich würde mich freuen, wenn sich alle wieder eine Dauerkarte holen und wir somit in diesem Punkt schon mal Hessens Nr. 1 bleiben.

Bis dahin, Euer Rüdiger.

P.S.: Danke auch an alle, die zu unserem Mainova Löwentreff gekommen sind und mit ihren unzähligen Fragen und Anregungen für einen sehr gelungenen Abschlussabend gesorgt haben. Die Resonanz war auch hier überwältigend. Nächste Saison wird es das aber nicht geben, da wir eine große Abschlussfeier bevorzugen...