Spielbericht

Six-Pack: Löwen bleiben auch in Selb ungeschlagen

Beim Aufsteiger in Selb gewinnen die Löwen mit 5:2 und bleiben somit Spitzenreiter der DEL2

Selb (DJ) – Premiere in Selb: Noch nie trafen die Löwen Frankfurt und die Selber Wölfe in der DEL2 aufeinander. 1.194 Zuschauer wohnten dem ersten Spiel beider Teams in Oberfranken bei, erlebten beim Ergebnis allerdings nichts neues: Auch das sechste Spiel der laufenden Saison gewannen die Löwen, diesmal mit 5:2. Die Tore erzielen Manuel Strodel, Rylan Schwartz (zweifach), Dylan Wruck und Tomas Sykora. Jake Hildebrand genügten 16 Saves zum Sieg.

Mann des Tages

Hätte es heute eine Ehrung zum „Spieler des Tages“ gegeben- sie hätte zweifellos Manuel Strodel gebührt. In Anbetracht der Offensivpower der Löwen steht seine Formation mit Routinier Alexej Dmitriev und Youngster Constantin Vogt manchmal ein wenig im Schatten des Geschehens. Die Bedeutung der Arbeiter-Reihe für das Spiel der Löwen ist allerdings enorm, denn könnten sich Schwartz, Wruck, Carey & Co nicht so sehr auf die ausgezeichnete Arbeit der Defensivspezialisten verlassen, wäre auch ihr Spiel weitaus schwieriger.

Kostproben seiner All-around-Spielstärke zeigte Strodel heute in allen Facetten: Als Pascal Aquin zur Spielmitte, kurz nach dem 3:1 der Löwen, seine Selber Wölfe mit einem Fight erwecken wollte, zog ihm Strodel den Zahn ebenso emotionslos, wie er in der 50. Minute eine wärmere Schlussphase verhinderte. Selbs Topscorer Nick Miglio lief mit dem Anschlusstreffer vor Augen alleine auf das Tor der Löwen zu, aber bevor einen Schuss abgeben konnte, hatte ihm ein divender Strodel den Puck schon von der Kelle gespitzelt.

Umso größer war die Freude auf der gesamten Bank, als diese Formation sich heute auch offensiv auf dem Spielbogen verewigte, in dem sie die Löwen in der 3. Minute brachten. Von Dmitriev mit einem feinen Pass aus der Drehung bedient, traf Manuel Strodel aus dem Slot zum 1:0.

Vier Minuten später brachte sich der Unterzahlspezialist durch eine Strafe wegen Beinstellens selbst um weitere Eiszeit. Mit einer Quote von 94,4% stellen die Löwen um Strodel und Dmitriev aktuell das stärkste Unterzahlspiel der DEL2 - was Selb unfiltriert zu spüren bekam. Trotz Strodels Abwesenheit kamen die Wölfe nur vereinzelt in die Aufstellung und noch seltener zu Abschlüssen.

Männer im Tor

Jake Hildebrands Abend im Tor der Löwen glich bis in die 16. Minute eher einem Taktiktraining. Nur einen einzigen Save hatte Hildebrand bis dahin zu erledigen- umso ärgerlicher, dass schon der nächste Abschluss den Weg ins Netz fand. Auf Vorlage von Altmeister Feodor Boiarchinov und Topscorer Nick Miglio traf Brett Thompson erstmals für die Wölfe (16.).

Dass der Treffer nicht gleichbedeutend mit dem Ausgleich war, verdankten die Löwen einmal mehr ihrem starken Powerplay, das mit einer Quote von 32% ebenfalls Ligaspitze ist. Selten allerdings klappt es für die Löwen so einfach, wie beim zwischenzeitlichen 2:0. Ein von Kevin Maginot in Richtung Tor gelöteter Schlagschuss fand Kontakt mit Rylan Schwartz‘ Kelle und lies die Torlampe erleuchten.

Auch Schwartz‘ zweiter Treffer des Abends fiel in Überzahl. In der 29. Minute vergasen die Wölfe Schwartz im linken Bullykreis und der ließ sich nicht lange bitten und versenkte die Scheibe flach unter Michel Weidekamps Fanghand. Möglicherweise wurde der Puck dabei auch noch von Benedikt Böhringers Schlittschuh im Torraum unhaltbar abgefälscht.

Dass Michel Weidekamp in den ersten beiden Dritteln nicht mehr als 25 Schüsse der Löwen parieren musste, lag in erster Linie an seinen tief verteidigenden Vorderleuten. Die empfingen die angreifenden Löwen oft recht spät, stürzten sich dann aber auf die Scheibe wie Wölfe auf die lang gejagte Beute, blockten Schüsse, Passwege und Anspielstationen mit viel Einsatz.

Allein Frankfurts Kombinationstempo war mitunter etwas zu flink. Distanzschüsse von Maginot (15., 27.) oder Raymond (18., 24.) waren für Selbs Goalie aber ebenso wenig herausfordernd wie freie Schüsse aus der Halbdistanz (Wenzel (25.), Schwartz (26.)). Seinen besten Save zeigte Weidekamp in der 20. Minute, als Dylan Wruck den backdoor lauernden Max Faber bediente, dessen Direktabnahme Weidekamp aber perfekt antizipierte und durch eine starke laterale Bewegung gerade noch am anderen Pfosten blocken konnte.

Männer der Entscheidung

Offensiv kamen die Wölfe nach dem ersten Wechsel deutlich kratziger aufs Eis. Ein erster Pfostentreffer von Thompson (22.) hätte zu Anfang des Spielabschnitts fast den Ausgleich erbracht, ein weiterer von Walters (34.) die Partie auf der Anzeige zumindest enger werden lassen können, als sie während der gesamten 60 Minuten auf dem Eis war.

Die Entscheidung fiel durch das 4:1 von Dylan Wruck in der 44. Minute. Am Ende einer Verkettung von Missgeschicken, angefangen von einem vom eigenen Mann über Weidekamps Kelle getippten Rückpass und Ryon Mosers Luftloch beim hoppelnden Puck, topfte schließlich Wruck die Scheibe in Selbs Kasten ein.

Auch wenn Brett Thompson in der 48. Minute einen Alleingang mit einem präzisen Handgelenksschuss über die Stockhand von Hildebrand nochmal verkürzte (4:2)- die Löwen ließen sich den sechsten Sieg in Serie nicht mehr nehmen.

Den 5:2-Endstand besorgte Tomas Sykora (54.), der am Selber Tor solange nicht vom Puck zu trennen war, bis er die Scheibe im Kreuzeck deponiert hatte.

Ausblick

Weiter geht es für die Löwen am kommenden Freitag (22.10.) zuhause gegen die Lausitzer Füchse. Spielbeginn in der Eissporthalle ist - wie immer - um 19.30 Uhr. Um auch den Besuch in der Eissporthalle wieder „wie immer“ werden zu lassen, gilt ab dem Spiel am 22.10. die 2G-Regelung. somit ist eine Vollauslastung der Eissporthalle Frankfurt zulässig, die Abstands-/Maskenpflicht entfällt und alle Dauerkartenbesitzer können ihre gebuchten Plätze einnehmen. Zugang zu den Spielen in der Eissporthalle Frankfurt erhalten somit geimpfte oder genesene Personen. Informationen zu den Regelungen für Kinder und Jugendliche sowie weitere Antworten gibt es gebündelt in den FAQs zum 2G-Konzept: www.loewen-frankfurt.de/tickets/faqs. Karten gibt es (ab Montag, 16 Uhr) natürlich im Löwen-Ticket-Shop. Und selbstverständlich überträgt auch SpradeTV die Partie live.
Am Sonntag, 24.10. folgt dann die nächste Fahrt ins Frankenland: Ab 17.00 Uhr gastieren die Löwen bei den Bayreuth Tigers.

VER Selb – Löwen Frankfurt 2:5 (1:2, 0:1, 1:2)

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