Spielbericht

Vier Reihen für ein Halleluja! Löwen gewinnen packendes Derby

Eine geschlossene Mannschaftsleistung führt die Löwen im Hessen-Derby zum 4:3-Heimsieg über die Kassel Huskies.

Frankfurt (DJ) - Vier Sturmreihen und sieben Verteidiger. Erstmals seit dem 13. Oktober des vergangenen Jahres hatten die Löwen Frankfurt wieder einen vollen Kader in einem Spiel der laufenden DEL2-Hauptrunde. Und im Hessen-Derby des 38. Spieltages brauchten die Löwen all ihre vier Reihen, um die Kassel Huskies nach 60 packenden Minuten mit 4:3 (0:0, 2:3, 2:0) niederzuringen.

In der mit 6.770 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle trafen Stephen MacAulay, Max Eisenmenger, Manuel Strodel und Adam Mitchell für die Löwen, denen Jimmy Hertel in den Schlussminuten den Sieg mit starken Paraden festhielt.

Intensiver Auftakt

Früh kam die Partie hinsichtlich Intensität und Tempo auf Temperatur, lediglich in Bezug auf offensive Highlights hätte man die 18 Minuten zwischen der ersten und letzten Minute des 1. Drittels noch etwas aufheizen können.

Schon im ersten Wechsel der Partie kamen die Huskies zu ihrer besten Gelegenheit im 1. Drittel, als Corey Trivino von rechts plötzlich in Richtung Tor drehte, Hertel bereits im Butterfly war und viel freien Torraum anbot, Trivino die Scheibe aber sauber am Kasten vorbeischoss (1.).

Den Löwen ihrerseits fehlten in der Schlussminute des Drittels nur Zentimeter zur eigenen Führung. Nach einem Schuss von Mitchell in den letzten Sekunden eines Powerplays war MacAulay vor dem Tor zur Stelle, um den Rebound über die Linie zu drücken, scheiterte aber im zweiten bis vierten Versuch an irgendeinem Körperteil von Huskies-Goalie Jerry Kuhn oder einem der zu Hilfe geeilten Verteidiger (19.).

Um dem Wechselvorteil des Frankfurter Heimteams zu begegnen, setzte Kassels Coach Tim Kehler auf eine potente vierte Reihe aus Alex Heinrich, Michi Christ und Eric Valentin in der Hoffnung, Mismatches gegen das Pendant der Löwen aus Strodel und den Youngstern Luis Schinko und Magnus Eisenmenger zu kreieren.

Drittel der Doppelschläge

Wie schon zum Spielauftakt begann auch der zweite Abschnitt mit einer dicken Offensivchance, diesmal aber auf Seiten der Löwen. Und MacAulay zeigte sich dabei auch treffsicherer als zwanzig Minuten zuvor Trivino. Von Max Eisenmenger, der den Puck eroberte, im Slot angespielt, zog MacAulay aus der Drehung ab und setzte Kuhn den Puck zum 1:0 durch die Beine (21.).

Das 1:0 hatte sich auf der Anzeigentafel aber noch kaum etabliert, als Kassel zurückschlug und durch Ben Duffy ausglich. Ein abgeprallter Puck sprang Duffy im Slot stehend genau auf die Kelle, was Kassels Topscorer zum 1:1 nutze (22.)

One-Two-Punch zum Zweiten …

Auf den Tore-Doppelschlag folgte die Sequenz zweier Powerplays, welche beide Teams jedoch ungenutzt ließen. Gerade von der Strafbank zurückgekehrt, profitierte Trivino von einem Fehler der Löwen hinterm eigenen Tor. Zwar parierte Hertel noch die ersten hastigen Abschlüsse der Huskies, war letztlich dann aber allein machtlos gegen Trivinos dritten Versuch (30.).

Doch auch diese Szene kannte einen Return. Einen eigentlich nur mäßig gefährlichen Aufbaupass von Max Faber ließ die Defensive der Huskies durchrutschen und Max Eisenmenger erreichen, der seinem Verteidiger enteilte und den direkten 2:2-Ausgleich markierte (32.).

…und zum Dritten

Nur einen Wimpernschlag später hatte Max Eisenmenger nach Zuspiel von Mitchell sogar die Führung auf dem Schläger. Doch sein Rückhandschuss ging knapp am Pfosten vorbei. Wenige Sekunden später musste der Angreifer allerdings in die Kühlbox. Zwar gelang es den Löwen mit einem weiteren starken Unterzahlspiel das Kasseler-Powerplay abermals zu neutralisieren, in den Schlusssekunden jedoch setzten sich Huskies tief im Drittel der Löwen fest. Zwei schnelle Pässe über Spitzner und Kirsch brachten erneut Trivino in Position, der mit einem One-Timer aus der Kurzdistanz die Huskies ein zweites Mal in Führung brachte (34.).

Eine Strafe gegen Marco Müller (36.) schien dann schon ein weiteres Mal den Teppich für den „Nachschlag“ der Löwen auszurollen, doch diese verpassten den Ausgleich in diesem Powerplay, ebenso wie in einem Überzahl vor/nach der Drittelpause.

Ein Dynamo für die Löwen

Der Überhang der Strafe gegen die Bank der Huskies aufgrund eines Wechselfehlers brachte den Löwen zu Beginn des Schlussabschnitts allerdings den nötigen Offensivzug in ihr Spiel. Kehlers Versuche, die avisierten Mismatches gegen die 3. und 4. Reihe der Löwen zu kreieren, griffen nun nicht mehr.

Als der forecheckende Magnus Eisenmenger Kassels Goalie den Puck hinterm Tor von der Kelle klaute und in den Slot zurücklegte, hatte der dort lauernde Strodel wenig Probleme, die Scheibe zum Ausgleich zu versenken und sich so seinen Geburtstag selbst zu krönen (43.).

Mit dem Ausgleich und dem Momentum auf ihrer Seite diktierten die Löwen das Spiel im Schlussdrittel. Die Führung durch einen perfekten Schnellangriff der Topreihe in der 49. Minute war fast schon die logische Schlussfolgerung. MacAulay trug den Puck über halblinks ins Drittel, seinem scharfen Pass musste Mitchell im Slot nur noch die entscheidende Richtungsänderung mit seiner Kelle geben, um die Löwen erneut in Führung zu bringen (49.).

Natürlich versuchten die Huskies in den verbleibenden Minuten das Spiel in der Offensive wieder an sich zu reißen, scheiterten aber immer wieder an der erneut stark agierenden Defense der Löwen, die auch unter Druck fast immer Zugriff auf den Puck fand und die Zone immer wieder klärte, bevor Kassel einen Treffer erzwingen konnte. Und kamen die Huskies einmal zu einer Großchance, wie durch Alex Karachun, den Ben Duffy per Querpass bediente, dann war Hertel zur Stelle, um mit einer grandiosen Parade seines rechten Schoners die Löwen in Führung zu halten.

Einmal überquerte der Puck allerdings doch noch die Torlinie der Löwen. Doch da die Schiedsrichter zuvor schon abgepfiffen hatten, jubelten die Huskies vergeblich.Nur eine Minute nach diesem kurzen Stimmunsdämpfer feierte die ausverkaufte Eissporthalle dann ihre Frankfurter Derby-Sieger.

Ausblick

Der Spielplan fordert die Löwen in den nächsten Tagen. Am Sonntag (19.1.) steht zunächst das Auswärtsspiel in Dresden bei den Eislöwen an. Spielbeginn in der EnergieVerbundArena ist bereits um 16:00 Uhr. Natürlich überträgt SpradeTV die Partie live.

Bereits am Dienstag (21.1.) folgt dann gewissermaßen das Rückspiel bei den Kassel Huskies in Nordhessen (ab 19:30 Uhr), ehe es am Freitag (24.1.) zum Auftakt der nächsten Home-and-Home-Serie nach Weißwasser zu den Füchsen geht. Das nächste Heimspiel bestreiten die Löwen dann ebenfalls gegen die Lausitzer Füchse am Sonntag, den 26.1. Wie sonntags gewohnt beginnt die Partie in der Eissporthalle um 18:30 Uhr. Tickets gibt es bereits heute im Löwen-Ticket-Shop.

Löwen Frankfurt – Kassel Huskies 4:3 (0:0, 2:3, 2:0)

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